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Mr. Dax und sein Anlegerkongress Die große Dirk-Müller-Show

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Fehlen nur noch die Kursgewinne

Zinsentscheid ohne Bundesbank – der nächste Paukenschlag!

Rund um das Büffet gibt es eine kleine Ausstellung. Partner des Fonds wie eben Focam – übrigens das Family Office der Kaffeedynastie Jakobs – präsentieren sich. Aber eigentlich geht es an diesem Tag nur um einen: Dirk Müller. Der Personenkult geht sogar so weit, dass es nicht nur die Bücher des Bestsellerautors zu kaufen gab, sondern auch Fan-Shirt, Polo und Hoodys mit Fonds-Logo. 49 Euro kostet das teuerste Modell. Die gibt es übrigens auf Nachfrage der Facebook-Fans. Dort hatte Dirk Müller etwas über den Reilinger Ringerclub gepostet, den er sponsert. Die Mannschaftskleidung samt Fonds-Logo kam so gut an, dass es sie nun auch für Anleger gibt. Der Andrang am Stand hält sich aber in Grenzen.

Viel größer ist das Interesse am Bühnenprogramm. Dirk Müller und Fondsmanager Andreas Schmidt geben einen erfrischend ehrlichen Rückblick auf das erste Jahr. Was lief gut, was ging gründlich in die Hose? Mit der Wirecard-Aktie hatten sie beispielsweise viel Ärger, sind aber immer noch vom Unternehmen überzeugt. „Wir ziehen das bei Wirecard durch, egal was passiert“, sagt Schmidt. Der Januar sei nicht einfach gewesen, aber die Absicherungsstrategie des Fonds habe sich bewährt. Gut 15 Prozent rauschte der Vergleichsindex in die Tiefe, 5,5 Prozent verlor der Fonds. „Gewinne wären mir lieber, aber das müssen wir jetzt aushalten“, kommentiert Müller.

Immer wieder betont Mr. Dax, dass Schmidt ein echtes Zahlengenie sei. „Wo ich mit der Analyse aufhöre, fängt er erst richtig an“, witzelt er. Und wie er dabei vorgeht, dass zeigt er in seinem Vortrag zur Aktienauswahl. „Manche Studenten brauchen dazu acht Semester, wir ziehen das in 45 Minuten durch“, kündigt er an. „Mal sehen, was dabei rauskommt.“ Eine Menge. Die kleine VWL-Studie ist sehr unterhaltsam, leicht verständlich, aber trotzdem gehaltvoll. Die Aktienanalyse sei wie Eiskunstlauf, sie bestehe aus Pflicht und Kür. „Und das Börsenparkett ist manchmal genauso glatt wie das Eis“, sagt Schmidt. Seine Botschaft: Der Umsatz sei die wichtigste Kennzahl in der Bilanz. Der Umsatz sei der Treibstoff für Wachstum. Viele Zuhörer schrieben eifrig mit.

Ein weiterer Programmpunkt ist der Auftritt von Max Otte, der Professor und Bestsellerautor ist ebenfalls Fondsberater – und ein Freund von Dirk Müller. Er spricht über „Die Welt vor dem Endspiel – Vermögenserhalt in unsicheren Zeiten“. Er hat bei Ben Bernanke in Princton studiert, auch Alan Greenspan einmal kennen gelernt, aber nicht EZB-Chef Mario Draghi. Über ihn habe er viel recherchiert und altes Filmmaterial gefunden. Das habe er nun mitgebracht. Es folgt eine Filmsequenz in schwarz-weiß. Ein kleiner Junge schmeißt händevoll Geld aus dem Fenster – in einer Endloswiederholungsschleife. „Das tut er heute auch noch“, witzelt Otte und hat die Lacher auf seiner Seite. Doch dann wir es ernst. „Was haben wir aus der Finanzkrise gelernt? Nix“, kommentiert er einige Charts, die beispielsweise zeigen, dass das Volumen fremdfinanzierter Börsenspekulation auf einem Rekord ist. Er spricht von Finanzrepressionen, von schleichender Enteignung der Sparer. „Fünf Billionen auf Sparkonten sind kein Beweis für den Reichtum der Deutschen, sondern für ihre Dummheit“, so Otte. Ein bisschen wirbt er auch für seinen Fonds, aber das ist erlaubt.

Müller, Schmidt, Otte, später dann noch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer – eine „ziemlich gute Show“ sei das, sagt eine Börsianerin. Sie hat den Fonds nicht im Depot, will auch erstmal abwarten, wie er sich entwickelt. Investiert hat sie trotzdem: 79 Euro hat sie für den Anlegerkongress bezahlt. So viel zahlten die Kongressbesucher – „zum Selbstkostenpreis“, heißt es im Müller-Team. „Das war es wert“, urteilt sie. Und da hat sie das große Finale noch gar nicht erlebt: Zum Ausklang des Tages sorgte nämlich Finanzkabarettist Chin Meyer mit seinem Programm „Reichmacher“ für viel Gelächter. Doch der Star des Tages war Dirk Müller, der sogar eifrig Autogramme schreiben musste. Fehlen nur noch die Kursgewinne.

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