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M&A China zeigt eine neue Scheu vor Investitionen in Deutschland

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Das sind die Gründe für den Rückgang

„Die Chinesen sind inzwischen als Käufer deutlich preissensitiver geworden, als das noch vor ein, zwei Jahren der Fall war“, hat Dirk Albersmeier, europäischer Co-Chef Fusionen und Übernahmen bei JP Morgan, beobachtet. „Es ist ein größerer Realitätssinn eingekehrt, und es wird diszipliniert geboten.“ In vielen Fällen kämen andere Bieter zum Zug, die mehr bezahlen.

„Der Rückgang der chinesischen Investitionen in Deutschland hat mehrere Gründe: Zum einen sind diese Investitionen in der Vergangenheit nicht immer rentabel gewesen, so dass die Chinesen genauer darauf schauen, ob und wo sie investieren“, sagt auch Jörg Rocholl, Präsident der Businessschule ESMT Berlin. Zum anderen sorgten der zunehmende globale Handelsstreit und die Verschärfung der Investitionsbedingungen in Deutschland für ein deutlich unfreundlicheres Investitionsumfeld.

Nicht nur Deutschland, auch die EU und die USA hatten ihre Regeln für ausländische Investitionen angezogen. „Auch wenn keine dieser Regelungen spezifisch für chinesische Investitionen gilt, so hat das Bündel der Maßnahmen doch zur Folge, dass die Komplexität und Prozessrisiken für chinesische Auslandsinvestitionen signifikant gestiegen sind“, sagt Thomas Gilles, Corporate/M&A Partner und Chair der EMEA-China Group von der Kanzlei Baker McKenzie.

Die Flaute bei den Deals mit chinesischer Beteiligung verschärft den Abschwung im weltweiten Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A). Laut dem Analysehaus Refinitiv sank das globale Transaktionsvolumen von Januar bis August um 15 Prozent auf 2,33 Billionen Dollar. Bei den grenzüberschreitenden Firmenkäufen gab es im Deutschlandgeschäft ein Minus von 62 Prozent, in Europa betrug der Rückgang 61 Prozent. Neben dem Rückzug der Chinesen macht sich auch der geplante Brexit negativ bemerkbar, der für weniger Zukäufe in Großbritannien sorgt.

Doch trotz des massiven Rückgangs der chinesischen Direktinvestitionen in Europa – Entwarnung gibt es noch nicht.

Gefahr des technologischen Ausverkaufs

Die Gefahr des technologischen Ausverkaufs, von der Bundeswirtschaftsminister Altmaier und andere immer wieder sprechen, sie ist laut Experten nicht gebannt. Marktbeobachter bestätigen, dass innovative Unternehmen noch immer im Fokus der Chinesen stehen. Großes Interesse herrsche in China an Umwelttechnologie, E-Mobilität, aber auch Entwicklungen im Drohnenbereich oder der Solartechnik, sagt Huanping Zhang, Geschäftsführer des Beraters Eurasian Consulting.

„Auch wenn China sich in den vergangenen Monaten sehr bemüht zeigt, den Sorgen der Europäer entgegenzuwirken, etwa indem es den Slogan „Made in China 2025“ aus der Öffentlichkeit verschwinden lässt: Es gibt keine Anzeichen, dass sich an Pekings industriepolitischen Ambitionen etwas geändert hat“, so Bernhard Bartsch von der Bertelsmann Stiftung. „Dazu gehört auch, dass China in wichtigen Branchen, in denen deutsche Firmen traditionell stark sind, eine globale Führungsrolle übernehmen will, und zwar möglichst unabhängig von deutschen Technologiezulieferungen.“

Die Made-in-China-2025-Strategie soll das Land technologisch an die Weltspitze bringen. In bestimmten Schlüsselbereichen sollen die Unternehmen aus der Volksrepublik ihre Konkurrenten überflüssig machen.

Mehr: Das Geschäft mit Übernahmen im deutschen Markt dümpelt vor sich hin. Investmentbanker hoffen derzeit auf die sogenannten aktivistischen Aktionäre.

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2 Kommentare zu "M&A: China zeigt eine neue Scheu vor Investitionen in Deutschland"

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  • Wir hatten vor Gesetzgebung gegen die Aufkaeufe vorzunehmen - brauchen wir jetzt nicht
    mehr. Gut so!

  • Sind die interessantesten Unternehmen evtl schon alle aufgekauft?

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