Musterdepots Dax 21.000

Handelsblatt-Autor Georgios Kokologiannis blickt mit Sorge auf die EZB-Geldpolitik. Die aktuelle Entwicklung hält er für eine maßlose Übertreibung. Wie er sein Musterdepot dagegen absichert.
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Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

Um mehr als 30 Prozent ist der Dax inzwischen nach oben geschnellt, seitdem sich die Weichwährungspläne der Europäischen Zentralbank ab Mitte Oktober konkretisierten. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi sein 1,1-Billionen schweres Gelddruckprogramm offiziell verkündet hat, nahm die Kaufwut an den Aktienmärkten noch weiter zu.

Allein die Marktkapitalisierung der sechshundert größten börsengehandelten Unternehmen in Europa hat sich in den vergangenen drei Monaten um über 1,2 Billionen Euro (!) aufgebläht. Schon dies übersteigt also die gesamte zusätzliche Liquidität, die „Währungshüter“ Draghi in das Finanzsystem pumpen will. Dabei hat die EZB bisher noch keinen einzigen zusätzlichen Euro geschöpft – das Wertpapierkaufprogramm startet im März und wird erst im September 2016 abgeschlossen sein.

Setzt sich die Überhitzung in diesem Tempo fort, dann steht der Dax bis zum Jahresende nicht bei 10.706 Punkten – so wie es drei Dutzend vom Handelsblatt befragte Banken bisher im Schnitt prognostizierten – sondern bei Pi mal Daumen 21.000 Zählern. Da ich die aktuelle Entwicklung für eine maßlose Übertreibung halte und mit Rückschlägen rechne, stocke ich meine Reverse-Bonuszertifikat auf den Dax (WKN: PS0UJV) auf. Diese Position soll dazu beitragen, das Musterdepot zu stabilisieren. Rund 18 Prozent Gewinn lassen sich damit erzielen, solange der deutsche Aktienindex bis Ende Oktober unter der Marke von 11.800 Punkten bleibt.

Während der Laufzeit entwickeln sich diese speziellen Anlageinstrumente tendenziell entgegengesetzt zum Dax – selbst gegen starke Börseneinbrüche sind sie damit absolut immun. Wichtig: Diese Absicherungsprodukte dienen lediglich als Ergänzung des bisherigen Portfolios. Nur in Kombination mit den anderen Bausteinen passen die Reverse-Papiere zu meiner auf Verlustvermeidung ausgerichteten Strategie. Denn falls der deutsche Leitindex doch unerwartet stark weitersteigen sollte – und die relevante Barriere bei 11.800 Punkten knackt, dann wird die Position separat betrachtet zum Minusgeschäft.

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1 Kommentar zu "Musterdepots: Dax 21.000"

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  • Seit Oktober ist der Dax um ca. 30 Prozent oder um 240 Mrd. Euro Börsenwert gestiegen.
    Bei 21.000 Daxpunkten wäre der Börsenwert über 2.500 Mrd. Euro gestiegen oder er hätte sich Verdreifacht. Das alles ist ja soooo Gesund und fundamental begründet bei einem Wachstum von real 1,5 Prozent. Diesen Jux muss man im Karneval doch als gelungen bezeichnen.

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