Musterdepots Die EZB unter Zugzwang

Europas Aktien erlebten in der vergangenen Woche einen echte Rally. Doch Georgios Kokologiannis mahnt zur Vorsicht. Die entscheidende Frage ist die nach der Inflation. Der Musterdepotautor über die Möglichkeiten der EZB.
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Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

Es ist eine entscheidende Frage für die weitere Entwicklung an den Anlagemärkten: Wie lange wird die Europäische Zentralbank, die EZB, ihr beispielloses Geldflutprogramm im neuen Jahr tatsächlich fortsetzen können, nachdem die Inflation inzwischen überraschend deutlich steigt.

Seit dem Start im März 2015 bis Ende 2016 hat die EZB mit frisch geschöpften Notenbankgeld Anleihen im Umfang von über 1,2 Billionen Euro aufgekauft – und damit maßgeblich auch Dax & Co aufgepumpt. Vorgeblich um Deflationsgefahren zu bekämpfen.

Doch im Dezember kletterte die Teuerungsrate im gesamten Euroraum so kräftig wie seit drei Jahren nicht mehr: Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, nachdem die Inflationsrate im November noch bei 0,6 Prozent gelegen hatte. In Deutschland verteuerte sich das Konsumentenpreisniveau sogar auf satte 1,7 Prozent von 0,8 Prozent in den beiden Vormonaten.

Experten zufolge könnten diese jetzt publik gewordenen Preisdaten den Anfang vom Ende der EZB-Wertpapierkäufe und der ultralockeren Geldpolitik bedeuten, da sich die Inflationsrate dem Notenbank-Ziel von zwei Prozent annähere.

Dabei hatten die Währungs-„Hüter“ um EZB-Chef Mario Draghi erst im Dezember beschlossen, das umstrittenen Anleihekaufprogramm um mindestens neun Monate bis Ende 2017 zu verlängern. Sollte die Diskussion um den drohenden Aufwärtsschub bei den Preisen nicht rasch abebben, wird im Bundeswahljahr der Widerstand der deutschen Politik gegen die Inflationierungspolitik zwangsläufig massiv zunehmen.

Dies ist neben der Überbewertung der meisten Marktsegmente der zweite entscheidende Grund dafür, sich nicht von der jüngsten Kaufpanik an den Aktienbörsen anstecken zu lassen und in den kommenden Monaten weiterhin besonnen zu agieren.

Eine gesunde Korrektur
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