Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Musterdepots Die Märkte haben irrational reagiert

Berechnungen von Musterdepot-Autor Daniel Hupfer haben ergeben, dass die jüngsten Börsenturbulenzen vor allem von Irrationalität geprägt waren. China spielt bei der Anlagestrategie kaum eine Rolle – vorerst zumindest.
Kommentieren
Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Vor dem Hintergrund diverser Aktienmarktkapriolen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stellt sich aktuell die Frage, wie die jüngsten Börsenturbulenzen einzuordnen sind. Gibt es für die scharfe Korrektur der letzten Wochen eine logische Erklärung, oder ist die jüngste Episode doch eher ein Beispiel für die zeitweilige Irrationalität der Märkte?

Diese Frage lässt sich aus unserer Perspektive noch nicht abschließend beantworten, jedoch tendieren wir derzeit eher zu der These, dass Irrationalität eine erhebliche Rolle gespielt haben dürfte. Ein erster Hinweis auf die Irrationalität ist der gewaltige Herdentrieb, den wir seit Wochen in unseren Modellen beobachten können. Wir messen dieses Verhalten der Marktteilnehmer unter anderem über die Korrelationen zwischen verschiedenen Asset-Klassen. Bewegen sich Asset-Klassen auch im globalen Kontext im Gleichklang, spricht das für einen Herdentrieb, da offensichtlich ein abwägendes und differenzierendes Investmentverhalten in den Hintergrund tritt und durch ein unreflektiertes, eher pauschalisierendes Verhalten ersetzt wird.

Genau das ist seit einigen Wochen der Fall. Nach unseren Berechnungen lagen die Korrelationen zwischen einer Vielzahl von weltweit relevanten Asset-Klassen noch im Mai dieses Jahres auf einem historischen Tiefpunkt. Dementsprechend führten die Märkte ein großes „Eigenleben“ und bewegten sich kaum in Kontext anderer Märkte. Ausgehend von diesem tiefen Niveau ist aber die Korrelation vor allem in den letzten Wochen so stark gestiegen wie selten zuvor.

Selbst zu Beginn der Subprime-Krise im Jahr 2007 oder im Zuge der Lehman-Insolvenz kam es nicht zu derartigen Anstiegen in den Korrelationen. Dabei halten wir es für extrem unwahrscheinlich, dass sich diese Entwicklung allein mit den Problemen in China erklären lässt.

Wir haben schon häufiger zu den Problemen in China Stellung bezogen und wollen diese auch nicht kleinreden, jedoch können wir kaum Ansteckungswege für die USA und Europa erkennen, die ein eher lokales Problem zu einem signifikanten globalen Problem werden lassen. Die heftige Marktreaktion auf die von China ausgehenden Turbulenzen hat daher vermutlich zumindest zum Teil eine andere Ursache.

Finance Briefing
„Kaufen und Liegenlassen“ ist keine rationale Option
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Musterdepots: Die Märkte haben irrational reagiert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote