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Musterdepots Die Öl-Wette geht auf

Unsere Autoren haben den Rohstoffmarkt im Blick. Während Georgios Kokologiannis seine Rohöl-Zertifikate mit Gewinn verkauft, profitiert Alexander Kovalenko von den straffen Bilanzen internationaler Öl- und Gaskonzerne.
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Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Viele internationale Öl- und Gas-Konzerne scheinen den massiven Ölpreis-Einbruch relativ gut verarbeitet zu haben. Dies geht aus den ersten vorgelegten Quartalsergebnissen hervor. Der Ölpreis hat sich seit Jahresanfang natürlich auch etwas erholt, dies dürfte aber noch keinen entscheidenden Einfluss auf die Zahlen für das erste Quartal gehabt haben.

Der Vorteil vieler großer Unternehmen besteht darin, dass ihre Geschäftsmodelle diversifiziert sind und neben der Öl- und Gas-Förderung, die logischerweise unter dem niedrigen Ölpreis leidet, zumindest das Raffineriegeschäft einschließen.

Bei der Ölverarbeitung stellt das Rohöl aber ein Input beziehungsweise einen Kostenfaktor dar. Die gestiegenen Gewinnmargen aus dem Raffineriegeschäft konnten dementsprechend den Druck aus dem Förderungsbereich deutlich abfedern.

Darüber hinaus waren die Unternehmen gezwungen, diverse Kostensenkungsprogramme und Optimierungsprozesse zu starten, die nun bereits die ersten Bilanzauswirkungen aufweisen. So hat beispielsweise unser Depotmitglied Eni letzte Woche starke Quartalsergebnisse geliefert, die die Markterwartungen deutlich übertroffen haben. Der italienische Konzern hat sein Kostenreduktions- und Free-Cash-Flow-Steigerungsprogramm teilweise noch vor dem massiven Ölpreiseinbruch gestartet. Dies war goldrichtig und hilft dem Konzern die aktuelle schwierige Phase zu überwinden.

Bundesanleihen überbewertet?

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Seit rund zwei Wochen hat sich die Welt am Staatsanleihemarkt der Eurozone signifikant verändert. Während es bis Mitte April nur eine Richtung zu geben schien – sinkende Renditen und positive Performance –, so hat sich dies aktuell ins Gegenteil verkehrt. Es scheint sich bei vielen vor allem ausländischen Marktteilnehmern die Meinung durchgesetzt zu haben, dass insbesondere Bundesanleihen, aber auch die anderen Staatsanleihen aus der Eurozone, deutlich überbewertet sind.

Dies hat dazu geführt, dass z.B. Bundesanleihen mit Restlaufzeiten von mehr als zehn Jahren seit dem 20. April bis zum 5. Mai mehr als acht Prozentpunkte an Performance verloren haben. Im selben Zeitraum haben sich hingegen europäische Unternehmensanleihen bemerkenswert stabil entwickelt.

Dabei stechen vor allem die risikoreicheren Segmente wie Nachranganleihen und High-Yield-Anleihen hervor. In diesen beiden Segmenten konnten die Investoren seit dem 20. April eine Performance von minus 0,4 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent verzeichnen.

Dabei profitieren diese Segmente zum einen davon, dass die Restlaufzeiten der Anleihen – bei den Nachranganleihen bezogen auf den ersten Call-Termin – im Durchschnitt wesentlich kürzer sind als zum Beispiel am Staatsanleihemarkt. Zum anderen werden Unternehmensanleihen auch vom weiterhin positiven Ausblick für die wirtschaftliche Entwicklung sowohl in der Eurozone als auch in den USA unterstützt. Wir sind in unserem Depot mit den Nachranganleihen der Aareal Bank, der Bayer AG und von Merck sowie dem US-High-Yield-ETF aus unserer Sicht gut aufgestellt und verändern hier aktuell nichts an unserer Positionierung.

Rohöl: Pessimisten wetten auf eine Rally

Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

Rund eintausend Euro Buchgewinn haben die Rohöl-Zertifikate im Musterdepot bisher eingefahren (WKN: DZ41QC). Einen Teil davon realisiere ich jetzt und verkaufe knapp ein Drittel der Papiere, mit denen ich von der Erholung der Ölpreise profitiert habe. Den Rest werde ich voraussichtlich bis zum regulären Rückzahlungstermin in zwei Wochen im Portfolio halten.

Diese defensiven Discountzertifikate können bis dahin noch maximal viereinhalb Prozent an Wert zulegen, falls der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte Western Texas Intermediate (WTI) auf 65 Dollar steigen sollte. Inzwischen hat die Notierung mit über 61 Dollar bereits den höchsten Stand seit Dezember vergangenen Jahres erreicht.

Zudem rücken immer mehr ehemals pessimistisch eingestellte Experten von ihrer ursprünglichen Prognose ab und erwarten nun plötzlich eine Fortsetzung der Ölpreis-Rally. Für mich ein möglicher Kontraindikator und Signalgeber für den schrittweisen Ausstieg aus meinem Rohstoff-Engagement. Mit dem freigewordenen Kapital steigt die Cash-Quote auf knapp ein Sechstel des Depotvolumens.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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