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Musterdepots Eine unangemessene Freude

Das Minsker Abkommen löst bei vielen Börsianern Freude aus. Alexander Kovalenko findet das unangemessen. Es sollten nicht die steigenden Kurse gefeiert werden, sondern das baldige Ende eines blutigen Bürgerkrieges.
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Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die wichtigste Nachricht des Donnerstags kam aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Nach mehrstündigen Verhandlungen verständigten sich die Staatspräsidenten von Russland, Frankreich und der Ukraine, sowie die deutsche Bundeskanzlerin auf eine umfassende Waffenruhe in der Ukraine, die ab Sonntag gelten soll.

Das unterzeichnete Friedensabkommen sieht das Abziehen der schweren Waffen aus den Kampfgebieten, eine größere Autonomie der Donbass-Region und gleichzeitig die Souveränität und Integrität der Ukraine vor. Darüber hinaus müssen alle ausländischen Militärkräfte das ukrainische Territorium verlassen.

Dies ist zwar ein riesengroßer Schritt zur Lösung des blutigen Konfliktes, es ist aber abzuwarten, ob echter Frieden bald erreicht werden kann. Denn die beiden Seiten – die Regierungstruppen und die Separatisten – haben die früheren Abkommen in der Vergangenheit mehrmals und regelmäßig verletzt.

Die europäischen Börsen haben mit Erleichterung auf die Ergebnisse des Verhandlungsmarathons reagiert. In diesem Fall ist es aber fast unangemessen, über die Börse zu sprechen. Hauptsache ist, dass ein blutiger Bürgerkrieg mitten in Europa, der bereits über 50.000 Menschenleben gekostet hat, zum baldigen Ende gebracht werden kann.

Stada profitiert von baldiger Waffenruhe

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Ergebnisse des Krisengipfels von Minsk wurden an den Börsen positiv aufgenommen. So konnten viele internationale Aktienmärkte kräftige Kursgewinne verzeichnen. Insbesondere westliche Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in Russland, die in den vergangenen Monaten unter den Sanktionen und der allgemeinen Unsicherheit gelitten hatten, wurden stark nachgefragt. Auch wenn nach dem Krisengipfel noch viele Fragen offen geblieben sind und es gemäß unserer Bundeskanzlerin noch große Hürden zu überwinden gilt, ist dies doch ein Hoffnungsschimmer auf das Ende des Krieges in der Ostukraine.

Aus unserer Sicht könnte dies auch ein Startschuss für eine zunehmende Entspannung in den Beziehungen mit Russland sein. Wir haben daher in unserem Depot Aktien der Stada Arzneimittel AG zugekauft, die sich aufgrund ihres starken Standbeins in Russland zuletzt schwach entwickelt haben.

Russland macht bei Stada etwa 20 Prozent des Umsatzes mit einer überdurchschnittlichen Profitabilität aus. Trotz des starken Kursverfalls des Rubels hatte sich das Management von Stada in den vergangenen Monaten konstruktiv gezeigt, die Krise ohne größere Blessuren zu überstehen.

Das organische Wachstum im russischen Geschäft ist weiterhin ordentlich, die Hauptbelastung kommt nach wie vor über den schwachen Rubel. Auch wenn die Unsicherheit bezüglich des Wechselkurses anhalten sollte, halten wir das Chance-/Risikoprofil derzeit für attraktiv.

Investoren sollten Risiken reduzieren

Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

Die Kursausschläge an den Börsen werden demnächst deutlich zunehmen. Davor warnen jetzt Strategen der Man Group. Die europäische Politik sei wieder auf die Bühne getreten und die Zentralbanken hätten begonnen, schwer kalkulierbar zu handeln, schreiben Experten des Hedge-Fonds-Giganten in einer aktuellen Studie.

 Die jüngsten Marktbewegungen seien entsprechend volatil gewesen. Doch das sei nur ein Vorgeschmack auf das künftige Umfeld. Hintergrund: Nachdem der europäische Aktienmarkt im Januar zunächst um fast fünf Prozent gefallen war, setzte ab Mitte des Monats eine bis heute anhaltende Aktienrally ein. Investoren sollten nach Einschätzung der Profis ihre Risiken reduzieren – auch wenn das geldpolitische Lockerungsprogramm dazu führen könnte, dass die Kurse zunächst weiter kletterten.

Ich schließe mich der Einschätzung an. Ein Grund: Nachdem sich ab Oktober die EZB-Pläne zur neusten Marktmanipulation konkretisierten, hat sich allein der Börsenwert der sechshundert größten Unternehmen in Europa bis heute um über 1,2 Billionen Euro aufgebläht.

Schon das übersteigt die gesamte Liquidität, die EZB-Chef Mario Draghi bis September 2016 zusätzlich in das Finanzsystem pumpen will. Und das obwohl das angekündigte Wertpapierkaufprogramm zum einen erst im kommenden Monat startet - und zum anderen in erster Linie auf die Anleihemärkte abzielt.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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