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Musterdepots Fällt der Dax unter 11.000 Punkte?

Daniel Hupfer blickt auf die überraschend starken US-Konzernbilanzen, Alexander Kovalenko favorisiert den österreichischen Aktienmarkt und Georgios Kokologiannis schützt sein Depot vor Extremszenarien. Die Musterdepots.
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Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Berichtssaison in den USA verläuft erneut positiv: Bislang haben 356 Unternehmen aus dem S&P-500 Zahlen für das erste Quartal vorgelegt, 252 Unternehmen meldeten höhere Gewinne als erwartet. Dies entspricht einem sogenannten „Surprise-Ratio“ von 71 Prozent und ist mit den ebenfalls guten Werten der Vorquartale vergleichbar. Wir hatten im Vorfeld gewarnt, dass insbesondere Unternehmen aus dem US-Technologiesektor unter der Stärke des US-Dollar leiden könnten, da in diesem Sektor überdurchschnittlich hohe Umsatz- und Gewinnanteile auf das Ausland entfallen.

Tatsächlich haben die Technologieunternehmen, die im Nasdaq-100 notiert sind, gemessen an den Erwartungen etwas weniger gut abgeschnitten als der breite US-Aktienmarkt – das „Surprise-Ratio“ im Nasdaq-100 liegt bis dato bei 63 Prozent.

Wir rechnen damit, dass der starke US-Dollar auch in den kommenden Monaten Spuren in den Unternehmensbilanzen hinterlassen wird. In unserem Portfolio haben wir diesen Effekt über einen etwas geringeren Anteil an US-Aktien bereits berücksichtigt. Zudem prüfen wir bei der Titelselektion, inwieweit negative Effekte aus dem starken US-Dollar die Gewinnentwicklung beeinträchtigen könnten.

Auch in Europa ist die Berichtssaison in vollem Gange. Dabei scheint sich der Trend der Vorquartale fortzusetzen, dass die Gewinne der europäischen Unternehmen ebenfalls positiv überraschen. Fundamental halten wir dies für gut unterstützt.

Die Zinsen liegen außerordentlich niedrig, so dass sich besonders große Unternehmen sehr günstig refinanzieren können, der schwache Euro stützt; und schließlich rechnen wir unverändert damit, dass die europäische Wirtschaft 2015 deutlich stärker als im vergangenen Jahr wachsen wird, was der Gewinnentwicklung der Unternehmen ebenfalls zugutekommen wird. Daher halten wir an dem hohen Anteil europäischer Aktien im Portfolio unverändert fest.

Österreich ist einer der günstigsten Märkte Westeuropas

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die österreichische Wirtschaft und der dortige Aktienmarkt mussten im vergangenen Jahr viel wegen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland aushalten. Die Alpenrepublik ist traditionell wirtschaftlich sehr eng mit Osteuropa verbunden. Dementsprechend groß war der Druck auf den Aktienmarkt, als die Sanktionsspirale von Brüssel aus zum Drehen gebracht wurde. Rund 15 Prozent hat der Leitindex ATX 2014 verloren, während beispielsweise der Dax oder der europäische Euro Stoxx 50 zwischen 2,5 und fünf Prozent (als Total Return) Wertzuwachs verzeichnen konnten.

Bereits vor 2014 waren die Aktien aus Österreich moderat bewertet, nun sind sie im Durchschnitt zu einem richtigen Schnäppchen geworden. Bewertungstechnisch gehörte Österreich zu den günstigsten Märkten West-Europas. Seit Anfang 2015 und vor allem im zweiten Quartal begann der ATX seine Aufholjagd. Wir gehen davon aus, dass die österreichischen Dividendentitel ein überdurchschnittliches Kurspotential für die nächsten Jahre bergen.

Derzeit befinden sich die Aktien des Öl- und Gas-Konzerns OMV sowie des Stahlkonzerns Voestalpine in unserem Musterdepot. Lange Zeit wiesen die Positionen ein Minus-Zeichen bei der Performance auf, welches natürlich nicht nur mit den länderspezifischen Risiken Österreichs, sondern auch stark mit den Rohstoffpreisen beziehungsweise der Konjunkturentwicklung zusammenhing. In den letzten Monaten und Wochen scheint sich aber das Blatt zu drehen: Seit Jahresanfang liegen die OMV mit über 35 Prozent und die Voestalpine mit rund 20 Prozent im Plus.

Mit Zertifikaten das Depot vor Extremszenarien schützen

Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

Ich gehe davon aus, dass der Dax demnächst wieder deutlich unter die 11.000er-Marke zurückfallen wird. Das hört sich zwar äußerst pessimistisch an, weil es den aktuellen Einschätzungen der meisten Anlagestrategen widerspricht. Was sich Anleger aber in Erinnerungen rufen sollten: Es ist keine sechs Monate her, da gaben knapp drei Dutzend Bank-Analysten in ihrer Jahresprognose im Schnitt noch an, dass der Aktienindex bis Ende Dezember vorübergehend sogar bis auf 8680 Punkte einbrechen dürfte.

Selbst solch ein Extremszenario würde das Musterdepot praktisch schadlos überstehen. Dafür habe ich durch den Einsatz spezieller Derivate gesorgt, die auch in Abwärtsphasen an den Börsen für Rendite im Portfolio sorgen. Dazu zählen meine Reverse-Bonuszertifikate. Zum Beispiel eine Variante, die sich auf den Dax bezieht (WKN: XM07NV): Diese Anlageprodukte erzielen einen Ertrag von rund 14 Prozent, wenn der deutsche Leitindex bis Mitte Dezember unterm Strich nur noch seitwärts läuft - oder sogar einbrechen sollte.

Während der Laufzeit entwickeln sich die Reverse-Zertifikate tendenziell entgegengesetzt zum Börsenbarometer. Zu dauerhaften Verlustbringern können die Zertifikate nur werden, wenn der Dax auf die Marke von 12.800 Punkten hochschießt und damit den Bonusmechanismus der Zertifikate zerstört.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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