Musterdepots Gegen den Abwärtstrend

Der Dax schlingert ins Minus und es sieht so aus, als stünden nun endlich alle Zeichen auf Korrektur. Unsere Autoren stemmen sich gegen den Abwärtstrend und suchen Aktien, die dennoch gut performen.
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Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die europäischen Aktienmärkte befanden sich am Donnerstag in einem klaren Rückwärtsmodus. Zu den positiven Ausnahmen gehörte die Aktie unseres Depotmitglieds Michelin. Der französische Reifenhersteller hat am Vortag eine Umsatzsteigerung für das erste Quartal des laufenden Finanzjahres bekannt gegeben, was leicht über den Analystenerwartungen lag, und seine Jahresziele bekräftigt.

Der schwache Euro hat einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Franzosen geleistet. Neben dem gestiegenen Umsatz kündigte Michelin ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von etwa 750 Millionen Euro an. Dies war eine positive Überraschung für die Marktteilnehmer. Die Aktie des Reifenherstellers war stark nachgefragt und notierte im Tageshandel bis zu sieben Prozent über dem Schlusskurs des Vortages.

 

Als Reaktion auf die Meldungen von gestern haben beinahe alle großen Investmentbanken ihre Kursziele für die Michelin-Aktie angehoben. Wir sind bei Michelin Ende Februar aufgrund der laut unseren Analysen vorhandenen Unterbewertung des Titels eingestiegen und haben seitdem einen Zwischengewinn von rund 20 Prozent eingefahren. Die Aktie bleibt weiterhin im Depot.

Konjunktur steigt, Stimmung fällt

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Konjunkturdaten in den USA haben in den vergangenen Wochen überwiegend enttäuscht. So sind viele Frühindikatoren teils deutlich gefallen, was sich mittlerweile auch in den Zahlen zum BIP und auch den US-Auftragseingängen widerspiegelt. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Abschwächung auf einem nach wie vor soliden Niveau. Im Gegenzug hatten sich die konjunkturellen Signale in Europa in den vergangenen Monaten deutlich verbessert, so dass die Wachstumsprognosen zuletzt angehoben wurden.

Konträr zu dieser positiven Tendenz wurden gestern die europäischen Einkaufsmanagerindizes für den Monat April veröffentlicht. Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor ist der Konjunkturoptimismus rückläufig, mit einem Niveau beider Indizes über der Marke von 50 aber noch im expansiven Bereich. Nach dem Motto „eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ halten wir das Ausrufen einer Trendwende für verfrüht, beobachten aber die weitere Konjunkturentwicklung dies- und jenseits des Atlantiks mit Argusaugen.

Positive Nachrichten zur europäischen Konjunktur gab es derweil von der EZB. So zeigt sich aktuell, dass die Kreditnachfrage in der Eurozone wieder anzieht und damit der langjährige Negativtrend mit einem rückläufigen Kreditwachstum sich umkehren könnte. Da es sich bislang aber nur um eine sehr moderate Erholung handelt, sollten sich aber die positiven Wachstumseffekte in Grenzen halten. Dies spricht allerdings dafür, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm wie geplant durchsetzen wird.

Defensive Strategie zahlt sich aus

Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

In knapp zwei Monaten wird mein defensives Dax-Bonuszertifikat zurückgezahlt, das einen Ertrag mehr als von sechs Prozent eingefahren hat. Ich halte Ausschau nach einem ähnlichen Produkt, das auch dann eine attraktive Rendite ermöglicht, wenn es an den Aktienmärkten nicht nur bergauf geht.

Auf meiner Beobachtungsliste ganz oben steht derzeit ein Zertifikat der Commerzbank, das einen Bonusertrag von momentan rund zehn Prozent bis Mitte Dezember erzielen kann (WKN: CR9D67). Einzige Voraussetzung: Der deutsche Leitindex darf bis dahin nie auf die Schwelle von 10.400 Punkte zurückfallen. Sonst geht der Schutzmechanismus verloren und das Zertifikat fährt einen ähnlich hohen Verlust ein wie der Dax - aber auch nicht mehr, denn bei der Auswahl habe ich auf ein möglichst niedriges „Aufgeld” geachtet. Der Preis für die Seitwärtsrendite zahlt der Käufer daher lediglich über eine Gewinndeckelung: Mehr als zehn Prozent Plus ist mit dem Derivat auch bei einer stärkeren Dax-Rally nicht drin.

Mit dem Aufbau dieser Position werde ich beginnen, sobald der deutsche Aktienindex demnächst noch weiter Richtung 11.000 Zähler abrutscht. Mit dieser Investition will ich sicherstellen, dass auch in Zukunft genug Anlageprodukte im Portfolio enthalten sind, die selbst bei einer Stagnation an den Aktienmärkten ausreichend Rendite erwirtschaften. Gegen einen heftigeren Börseneinbruch ist das Depot ohnehin durch andere Finanzinstrumente nahezu vollständig abgesichert. Selbst wenn der Dax um mehr als Drittel abstürzen sollte, wären meine Anlageziele nicht gefährdet.

Absolut übergeordnetes Ziel des defensiv ausgerichteten Musterdepots ist es, bei deutlich geringeren Schwankungen als an den Aktienmärkten eine möglichst kontinuierliche Rendite von im Schnitt sechs bis acht Prozent jährlich zu erreichen. Und seit Auflegung Ende Januar vergangenen Jahres hat das Portfolio bisher eine Per-annum-Rendite von 8,5 Prozent erzielt. Der Wert liegt damit sogar leicht oberhalb der angepeilten Ertragsspanne. Gleichzeitig ist die Volatilität des Portfolios durchgängig niedriger als an den Börsen. Das soll auch in den kommenden Monaten so bleiben.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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2 Kommentare zu "Musterdepots: Gegen den Abwärtstrend"

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  • Dabei muss man nur knappe Calls kaufen...am besten VOR Xetrastart...denn dann gibt es immer die besten Kurse....wird alles nur noch von FUTUREmaschinen gemacht...es handelt doch kein Mensch mehr im Selbstbedienungsladen der Reichen

  • @Herr Kokolores: Fragen Sie sich nicht selber, wer nun recht hat, Sie oder die HB-Redaktion? Oder sollte ich lieber fragen, wer ehrlicher ist?

    Lt. der Performance-Darstellung Ihrer Redaktion haben Sie gerade mal 0,57% Rendite eingefahren bislang. Wirklich toll ist das nicht...Für mich sind Sie mittlerweile ein antizyklischer Signalgeber: Wenn Kokolores schreibt, alle Aktien verkaufen, ich habe wieder einen Analysten gefunden, der meinen Konfirmation-Bias teilt. Und den zitiere ich. Die 394, die anderer Meinung sind, werden gar nicht erwähnt.

    Wer weiß, wie viele Leser, die Ihren Tipps (es gibt auch wirklich durchdachte) vertrauten kräftig Geld verloren haben...

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