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Musterdepots Vorsicht vor zu viel Optimismus

Aktuelle Indikatoren machen einen guten Eindruck, der schwache Euro und der niedrige Ölpreis lassen hoffen. Doch warnt Georgios Kokologiannis für zu großer Euphorie. Die guten Nachrichten sind nämlich nicht neu.
1 Kommentar
Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die deutsche Industrie scheint ihre Durststrecke hinter sich zu lassen. Nachdem sich in den vergangenen Monaten schon die wichtigsten Frühindikatoren, wie der Ifo- oder der ZEW-Index, deutlich erholt haben, kommen nun auch von der realwirtschaftlichen Seite Signale, die diese Tendenz bestätigen. So sind die deutschen Auftragseingänge im Dezember um 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat angestiegen.

Dabei gingen sowohl aus dem Inland (plus 3,4 Prozent) als auch aus dem Ausland (plus 4,8 Prozent) mehr Bestellungen ein. Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, dass vor allem aus der Eurozone mehr Aufträge eingingen – und das zum zweiten Mal in Folge. Insofern sieht es so aus, als ob der konjunkturelle Tiefpunkt durchschritten wurde und sich die konjunkturelle Dynamik in der nächsten Zeit wieder verbessert.

Unsere Prognose für das Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes in Deutschland von 1,6 Prozent lassen wir derzeit noch unverändert, aber dank des gesunkenen Ölpreises und des niedrigeren Euro könnte das Wachstum in diesem Jahr auch eine Rate von zwei Prozent erreichen.

Mit den letzten Transaktionen haben wir die Aktienquote in unserem Depot wieder in Richtung 70 Prozent erhöht. Dies spiegelt unsere nach wie vor positive Sicht auf die Aktienmärkte wider. Ein gutes Drittel der Aktienquote fällt dabei auf deutsche Unternehmen, so dass wir unsere konstruktive Meinung zur deutschen Konjunktur auch konsequent im Depot abbilden.

Die restlichen Zweidrittel der Aktien teilen sich wie folgt auf: 30 Prozent US-amerikanische Aktien, 30 Prozent europäische Aktien ex Deutschland und etwa 6 Prozent asiatische Aktien.

Seit Wochen die gleichen guten Nachrichten

Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

Immer mehr Experten zeigen sich inzwischen davon überzeugt, dass der europäische Aktienmarkt in diesem Jahr positiv überraschen könnte. Auch Anlagestrategen des Fondshauses Fidelity Worldwide Investment glauben, dass es derzeit gute Gründe gibt, um optimistisch zu sein.

Dazu zähle die Abwertung des Euros, welche die exportorientierte Wirtschaft Europas unterstütze sowie dem niedrigen Ölpreis, der wie eine Steuersenkung wirke. Die Erfahrungen früherer Ölpreisschocks hätten gezeigt, dass ein Ölpreisverfall um zehn Prozent die Gewinne europäischer Unternehmen um zwei Prozent erhöhe.

Was ebenfalls für europäische Dividendentitel spreche, seien etwa die die im Vergleich zu US-Aktien günstigeren Bewertungen. So liege das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) an der Wall Street bei über 19 und weltweit durchschnittlich bei mehr als 18. Dagegen betrage es in Europa nur 16,8. Auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank erhöhe die Nachfrage nach Aktien.

Zudem seien europäische Aktien in den Portfolios der Investoren unterrepräsentiert. Derzeit machten sie nur neun Prozent des globalen Anlagekapitals in Aktienfonds aus. Im historischen Vergleich sei das wenig.

So stichhaltig dies alles auch sein mag: Unterm Strich wiederholen sich die Argumente der Optimisten seit Wochen. Vieles dürfte meines Erachtens in den Aktienkursen bereits eingepreist sein. Ich teile daher nicht den grenzenlosen Optimismus der meisten Experten.

Mit dem Internet punkten

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Ende letzter Woche befanden sich zwei wikifolios aus unserem Musterdepot in der Nähe der jeweiligen All-Zeit-Hochs bzw. haben diese bereits erreicht. Es geht um das „Dividende und Eigenkapital Deutschland“-wikifolio von Holger Degener, über das wir bereits Anfang letzter Woche ausführlich berichtet haben, sowie um das „ETF-Werte des ICAX“-wikifolio von Uwe Freier.

Herr Freier investiert bei seinem wikifolio in Unternehmen der Internet Content Economy. Es handelt sich dabei um Firmen, die ihre Umsätze und Profite über das Medium Internet als Marketing- und/oder Absatzkanal erzielen. Derzeit besteht das Portfolio aus 21 Einzeltiteln, die etwa gleichgewichtet sind, dazu wird 15 Prozent Liquidität gehalten.

Zu den größten Positionen gehören Goggle, Twitter, Linkedin, Zooplus etc. Seit Auflage im September 2012 hat das „ETF-Werte des ICAX“-wikifolio eine Performance von etwa 85 Prozent verzeichnet. Bei unserem Musterdepot sind wir in ein Zertifikat auf Basis dieses wikifolios investiert und freuen uns über einen Performancebeitrag von über 22 Prozent.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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1 Kommentar zu "Musterdepots: Vorsicht vor zu viel Optimismus"

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  • Soeben habe ich für einen kleinen sechsstelligen Betrag (<1% meines Vermögens) einen ETF auf griechische Aktien gekauft.

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