Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Musterdepots Der letzte Samba in Rio?

Seite 2 von 3:
Was sagen die Fundamental-Daten?
Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

In den letzten Tagen haben die Aktienmärkte ihre Korrektur beschleunigt, und viele Rohstoffpreise fallen derzeit schneller als im Krisenjahr 2008. Ist das nun eine irrationale, temporäre Verwerfung, oder aber der Anfang einer größeren Krise?

Große Krisen zeichneten sich in der Vergangenheit dadurch aus, dass sich die fundamentalen Daten in den USA und in Europa deutlich verschlechtern. Das ist jedoch im Moment nicht der Fall. So haben sich die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone zuletzt verbessert, und in den USA steht eine Leitzinserhöhung auch deswegen vor der Tür, weil die Wirtschaft einen vergleichsweise guten und robusten Eindruck macht.

Die Verunsicherung kommt derzeit aus einer anderen Ecke: In China und Brasilien trüben sich seit vielen Monaten diverse konjunkturrelevante Zeitreihen ein, und eine größere Zahl von Schwellenländern kämpft mit Währungsproblemen. Aus unserer Sicht sind das noch nicht die Zutaten für einen perfekten Sturm an den Finanzmärkten, allerdings gilt es in den kommenden Wochen die weitere Konjunkturentwicklung genau zu analysieren.

Die realwirtschaftlichen Verflechtungen der jetzigen Krisenländer mit Europa und den USA sind trotz der Globalisierung nicht so groß, dass auf den ersten Blick aus fundamentaler Sicht Grund zur Panik besteht. Auf der anderen Seite orientieren sich Kapitalmärkte in ihrem Verhalten nicht an volkswirtschaftlichen Durchschnittsgrößen. Für Kapitalmärkte ist eher relevant, was fundamentale Veränderungen für große Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung bedeuten.

Und hier gibt es dann doch ein wenig Grund zur Beunruhigung. Wenn Unternehmen fast die Hälfte ihres Umsatzes in China erzielen, ist es für die Bewertung eines Unternehmens eben doch von Bedeutung, ob das Land mit sieben oder mit vier Prozent Wirtschaftswachstum wächst. Und aus einer Währungskrise unbedeutender Länder kann sich schnell auch eine größere Währungskrise entwickeln, wie das Jahr 1998 gezeigt hat. Immerhin ist viel Kapital in die Entwicklungsländer geflossen, dass nun vor dem Hintergrund diverser Enttäuschungen sowie möglicher Zinserhöhungen in den USA diese Region wieder verlässt. Der kontraktive Effekt dieses Kapitalabflusses auf die Realwirtschaft dieser Länder darf dabei nicht unterschätzt werden. Panik ist immer ein schlechter Ratgeber, aber erhöhte Aufmerksamkeit ist sicher angebracht.

Meine Taktik: spezielle Hebelprodukte
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Musterdepots: Der letzte Samba in Rio?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote