Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nachgefragt: Marc -A.Kniess "Die Kasse muss stimmen"

Marc-Alexander Knieß ist Fondsmanager bei DWS und betreut Total-Return-Fonds. Im Interview erklärt er, wie konservative Anleger ihre Aktien auswählen sollten.

Handelsblatt: Wie sollten konservative Anleger ihre Aktien auswählen?

Marc-Alexander Knieß:Basis jeder Aktienanlage ist, dass man das Geschäft des Unternehmens versteht. Ich erinnere mich an die Zeit des Neuen Marktes: Damals gab es nicht wenige, die beispielsweise bei der Bank „Tonline-Aktien“ zeichnen wollten, ohne zu wissen, was die gemeinte T-Online überhaupt macht. Dies sind klare Anzeichen von Kursblasen. Außerdem ist es aus Investorensicht ganz entscheidend, dass das betrachtete Unternehmen tatsächlich in der Lage ist, mit seinem Geschäftsmodell Geld zu verdienen. Ein Indikator hierfür ist zum Beispiel der freie Kapitalfluss, also das Geld, das am Ende des Jahres tatsächlich mehr oder weniger in der Kasse ist. Daneben ist ein Blick auf die Dividendenrendite wichtig.

Welchen Wert haben Kapitalfluss und Dividendenrendite idealerweise?

Die Dividendenrendite ist immer relativ zu dem zu sehen, was es für festverzinsliche Anlagen gibt. Außerdem sollte man die Dividende mit dem freien Kapitalfluss vergleichen. Wenn Firmen 130 Prozent vom Kapitalfluss als Dividende ausschütten, ist das sicher keine dauerhafte Strategie – denn dann verteilen sie mehr Geld, als sie in die Kasse bekommen haben. 30 bis 50 Prozent vom Kapitalfluss als Dividende scheinen gut zu sein. Damit bleibt noch genug Geld für Investitionen in das Geschäft übrig.

In welchen Branchen lassen sich solche Unternehmen finden?

Vor allem in Branchen, die mit ihren Kunden langfristige Verträge haben, aus denen sie regelmäßig Geld erhalten. Zum Beispiel die Versorger, vor allem die aus dem Dax, haben einen stabilen Kapitalfluss und oft hohe Renditen. Auch die Energiebranche ist geeignet. Diese Unternehmen sind erfahrungsgemäß stark, egal ob der Ölpreis bei 40 oder 50 Dollar pro Barrel liegt. Mit Einschränkungen auch die Telekommunikationsbranche mit ihren stabilen Erträgen – das können wir alle an den monatlichen Telefonrechnungen nachvollziehen.

Ganz sicher sind Aktien nie. Welche Risiken bleiben den Anlegern, wenn sie Ihre Ratschläge befolgen?

Zum einen das gesamtwirtschaftliche Umfeld. Wenn es der Wirtschaft insgesamt schlecht geht, können sich einzelne Unternehmen davon nur schwer befreien. Außerdem kann es auch bei solide geführten Unternehmen passieren, dass sie plötzlich in Schwierigkeiten kommen – aus den unterschiedlichsten Gründen, die teilweise erst mit einer gewissen Zeitverzögerung bekannt werden. Deshalb ist es wichtig, auf verschiedene Werte zu setzen und auf Veränderungen der Rahmenbedingungen zu achten.

Die Fragen stellte Patrick Bernau.

Startseite
Serviceangebote