Nachgerechnet Geldanlage so leicht wie Radfahren – aber teuer

Eine relativ neue „Basisanlage“ der Deka-Gruppe verspricht Anlegern rasches Vorwärtskommen. Sie können dabei zwischen unterschiedlichen Depotstrukturen wählen. Doch die Gebühren bremsen den Wertzuwachs.
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Wenn die Rendite nicht für die Gebühren reicht

Düsseldorf„Geldanlegen so einfach wie Radfahren“, so werben die Sparkassen und die Deka-Fondsgruppe für ein relativ neues Produkt, bei dem Anleger je nach Risikoneigung 20, 40 oder 60 Prozent ihrer Einzahlungen in Aktien investieren können - je nachdem, welche Version der „Deka-Basisanlage“ sie wählen. Sparer, die dort investieren, müssen nicht darüber nachdenken, wo genau sie ihr Geld hinstecken.

Das erledigen die Profis der Deka für sie. Was nicht in der Werbung steht: Es handelt sich um die Anlage in Dachfonds mit dem Ziel, vor allem auch der Deka-Fondsgruppe neue Umsätze zuzuführen. „Ganz leicht vorwärts“ soll man da kommen.

Über 400 Millionen Euro haben Anleger schon in die verschiedenen Versionen der neuen „Basisanlage“ gesteckt. Besonders toll vorwärtsgekommen sind sie am Anfang natürlich nicht. Denn es sind Ausgabeaufschläge fällig: Bei der Basisanlage 40 etwa drei Prozent der Anlagesumme.

Die Manager dieser Version haben bislang allerdings gar nicht so schlecht gewirtschaftet. Sie hätte, ohne Nebenkosten, in der Zeit seit Auflage des Produkts Ende April 2012 eine aufs Jahr hochgerechnete Rendite von 5,72 Prozent erzielt.

Diese 5,72 Prozent lassen sich jedoch nur ermitteln, wenn man die aktuellen Fondsdaten auf der Website der Deka ausführlich studiert. Die „Bruttowertentwicklung“ des Fonds betrug danach 4,07 Prozent. Diese Bruttowertentwicklung, so steht es in der Fußnote, habe die auf Fondsebene anfallenden Kosten schon berücksichtigt. Dazu gehörten laufende Kosten von 1,29 Prozent und eine erfolgsbezogene Vergütung von 0,36 Prozent. Die laufenden Kosten wiederum bestehen zu 0,6 Prozent aus einer Verwaltungsvergütung.

Lieber direkt in Aktien und Anleihen investieren.
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15 Kommentare zu "Nachgerechnet: Geldanlage so leicht wie Radfahren – aber teuer"

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  • @Banker

    Ihre Darstellung in allen Ehren.

    Für alle Fonds, die zum Vertrieb in Deutschland offiziell zugelassen wurden, gelten identische Regeln.

    ETFs sind natürlich grundsätzlich auch Sondervermögen. Auf ausländische Fonds möchte ich nicht eingehen, diese sind auch nicht einfach zu erhalten („grauer Kapitalmarkt“).

    Es gibt ETFs, welche die Aktien oder Anleihen auch physisch – sprich als effektive Stücke - halten oder ETFs, welche nur einen Index durch Finanzprodukte nachbilden. Es ist Geschmackssache, welche Anlageform man bevorzugt. Letztere ist etwas kostengünstiger, erste etwas teuere.

    Aber eines ist auch klar: Im Gegensatz zur Deka schließen gerade Fondsgesellschaften, die ETFs aufgelegt haben und physisch Aktien/Anleihen halten, das Verpfänden von Wertpapieren (Stillhaltegeschäfte) aus oder schränken es deutlich ein. Auf Wunsch von Großanlegern.

    Verpfänden von Wertpapieren bedeutet Risiko und im Insolvenzfall Totalverlust.

    Eines ist auch klar: Langfristig hat es z.B. ein DekaFonds nicht annährend geschafft, den Vergleichsindex zu schlagen. Langfristig schafft das kaum ein DEKA Fonds. Über Fonds, die hinter dem Vergleichindex zurückbleiben – und dass sind nun einmal langfristig fast 80 % der Fonds – redet niemand. Diese werden umbenannt, fusioniert oder aufgelöst. Aus dem Blick der Anleger entzogen. Das ist bei der DWS oder der Union auch nicht anders.

    Auch ist klar, dass gerade große, professionelle Anleger gerne in ETFs investieren. Warum: Weil diese langfristig sehr gute Ergebnisse erzielen. In fast allen Fällen – langfristig - bessere als gemanagte Fonds. Nur verdient da die Fondsgesellschaft und die Bank weniger. Viel weniger.

    Zu den Garantien: Sagen Sie mir doch bitte eine Fondsgesellschaft, die für eine Garantie auch zahlen musste? Diese sind oft so gestaltet, dass sie dem Anleger aufgrund der – extrem langen - Haltebedingungen nichts nützt.


  • @Banker:
    Bei ETFs handelt es sich nicht, wie bei Lehman Brothers, um Zertifikate. ETFs sind üblicherweise Sondervermögen wie komventionelle Fonds auch.
    Wenn Sie mehr wissen, dann teilen Sie uns doch mit, welche ETFs bzw. von welchen Gesellschaften keine Sondervermögen sind.

    Replikation vs. Swap sind ein ganz anderes Thema.

  • @Banker

    Danke für ihren Kommentar.

    Ein Fonds ist ein Sondervermögen. Ja und? Selbstverständlich kann das Management hier für das Sondervermögen auch Zertifikate usw. erwerben. Stillhaltegeschäfte sind auch erlaubt. Wertpapiere aus dem Sondervermögen können im Zuge von Stillhalte- und Optionsgeschäften verpfändet werden, sind im Insolvenzfall nicht verfügbar. Oh, die Deka hat diese Anlagepraxis nicht expliziert ausgeschlossen. Ist ja auch (zu) lukrativ fürs Management, Papiere auf dem "Blatt hin und her zu" schieben.

    Nun ja, es gibt beliebig viele Beispiele, dass Banken ihre Fonds-Töchter (oder Teile davon) verkauft haben. Schön. Das passiert schnell. Der Käufer sitzt, auch ja, im Ausland…. Wenn man das nicht will, warum wird es denn nicht ausgeschlossen?

    Vielen Dank für den Hinweis auf politische Regelungen und Erbschaft.

    Geerbt habe ich noch nie. Warum denn auch.

    Vielleicht sollten Sie sich mit dem Stiftungswesen beschäftigen. Auch ihre Kenntnis im Immobilienbereich erscheinen mir durchaus ergänzbar, denn Immobilien können gemeinnützigen, rechtlich unselbständigen Stiftungen mit Sitz im Ausland gehören, sind belastet mit Briefgrundschulden und werden verwaltet von einer rechtlich selbständigen Stiftung – auch gemeinnützig – im Inland. Die rechtsfähige Stiftung ist weisungsbefugt zu den rechtlich nicht selbständigen Stiftungen. Oh, Sie erkennen eine Verschachtelung wie bei manchem Fonds….. So ist es, aber der Banker verdient hier nicht mit. Die Familie verwaltet und bestimmt, für welchen gemeinnützigen Zweck Geld ausgegeben wird.

    Im Übrigen: Sehen Sie sich zB kirchliche Stiftungen an. Die Kirche hat durchaus bestes Geschick im Umgang mit Geld.

  • @Verbraucherschützer
    Im Prinzip stimme ich überein - allerdings müssen Sie bedenken, dass im Gegensatz zu einem Fonds bei dem Sie Anteile an einem Sondervermögen erwerben, bei einem ETF oder "Indexfonds" in der Regel kein Wert gegensteht. Ich weiß es gibt da einzelne Ausnahmen, aber meisten ist ein ETF lediglich über den Emmitenten abgesichert und innerhalb des ETF gibt es keinen Wert der im Konkursfall des Emmitenten dagegensteht. Es ist ein reines Finanzderivat - siehe Lehmann Brothers.
    Diese ETF sind so kalkuliert, dass für die Banken im Prinzip wesentlich mehr herauskommt als bei klassischen Fonds. Aufgrund der Einstufung als Derivat und der spekulativen Einstufung (im Prinzip Optionsschein ohne Hebel) kein Produkt für WP-Einsteiger sondern wirklich nur für Leute die Ahnung haben und auch Ausfallrisiken bis zum Totalverlust.
    Es gibt nicht DIE optimale Lösung die zu jedem passt!

  • So ein Schwachsinn, niemand muss sich einen Fonds selber basteln! Jeder kann Indexfonds bzw. ETF-Fonds kaufen (kosten minimale Gebühren, ein zehntel von klassischen Fonds) und performen genau deswegen besser! Diese Gebühren summieren sich auf unerträgliche Summen. Beispielsweise werden innerhalb von 10 Jahren bei einem Anlagevolumen von 10.000 Euro bei einem Durchschnitts Sparkassen-Fonds ca. 3.000 Euro an Gebühren fällig. Nur durch die Managementgebühren von ca. 2 Prozent jährlich bei positiver Entwicklung. Und diese Gebühr kann nicht dauerhaft durch "gutes" Management ausgeglichen werden! Finger weg von klassischen Fonds, eine mega-Gebührenfalle, damit immer neue Glaspaläste in den Innenstädten entstehen können, und der keine echte Gegenleistung gegenübersteht.

  • Endlich wird mal nicht auf einer Geldanlage rumgehakt! Find ich toll! Vielen Dank für diesen Kommentar. Die Gebühren für Aktienkäufe / Einzetitel dürfte wohl um einiges höher liegen! Und die Risikostreuung... naja, dazu brauch ich wohl nichts zu sagen!

  • ohje hier sind mit "derartikelisttoll" und "Verwalter" schon wieder gleich die Lobbyisten der Finanzindustrie am Start. Glauben sollte man denen nie! Wer Glauben will sollte in die Kirche gehen (..) In Wahrheit ist das wichtigste bei einer Geldanlage, die Kosten so gering wie möglich zu halten! Denn die Kosten entscheiden am Ende wesentlich! über Ertrag und Verlust. Und weil kein Verwalter in die Zukunft schauen kann ist auch kein Verwalter sein Geld wert. Liebe Leute achtet auf ein möglichst "provisionsfreies Geldanlegen". Alles andere wird euch teuer zu stehen kommen.

  • @Finanzhai
    Wirklich klasse, wenn Stammtischparolen ausgepackt werden, die überhaupt nichts mit dem Thema zu tun haben. Hauptsache rumgeifern ohne Substanz.
    Bei einem Fonds handelt es sich um Sondervermögen. Nicht mehr und nicht weniger.
    Herzlichen Glückwunsch zu Ihren Immobilien, wäre für mich persönlich auch eher die Variante. Bei einem Immobilienkauf fallen rund 11% Nebenkosten an. Dazu noch laufende Kosten wie Grundbesitzabgaben, Instandhaltungsrücklagen, Risikovorsorge (Mieter zahlt nicht), Rechtsberatungskosten usw. Soviel zu der günstigen Anlage...
    P.S. Lassen Sie hier im Handelsblatt Forum blos niemand hören dass Sie Immobilien geerbt haben - die Stimmung auf Grün/Roter Seite ist mitlerweile so gekippt, dass die ach so bösen Erben sogar noch eine Rangstufe unter Bankstern (komisch hab als Banker noch nie einen getroffen) stehen ;-)

  • Zitat "habe ich in jedem Fall schon mal die Verdienstspanne der Geld-Zwischenhändler eliminiert"

    Nicht jeder hat als Primärziel die Verdienstspannen _Anderer_ zu elimintieren. Manche machen Geldanlage ganz schlicht deshalb, weil _sie_selbst_ damit Geld verdienen wollen.

    Und was ist wohl besser: Eine Netto-Rendite von z.B. 10% im Jahr bei dem jemand anderes auch 10% verdient oder 1% im Jahr ohne das jemand anderes was dabei verdient?

    Übrigens: Die 1% kommen übrigens dadurch zustande, _dass_ jemand anderes Geld verdient und Ihnen nur 1% übrig lässt... :)

  • Ja klar, bei den Banken und in Sachen Geldanlagen lieber zum Profi.

    Im Zweifel kann der Profi den Politikern verkaufen, dass "sein" Institut systemrelevant ist und zu retten sei.

    Allein für die professionelle Arbeit im Bereich Lobby-Arbeit kann man nicht genug bezahlen....

    Nun, aber die Mietshäuser sind bei uns schon seit 6 Generationen im Familieneigentum, haben zwei Weltkriege überstanden (ach, Bombenkrieg, gut...), eine Inflation, mehrere Währungsreformen…..

    Und, warum nicht mal eine Nachzahlung zur gesetzlichen Rente, haben nicht (fast) alle Vertriebenen vom „Fremdrenten-Gesetz“ profitiert, in Griechenland wurden Rentenansprüche im Vergleich zu Staatsanleihen viel weniger beschnitten und außerdem sind ist ab 2040 gegen die Rentner keine Politik zu machen…..

    Ja, ja, die Fonds…..

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