Neue Stellvertreter Warren Buffett leitet den Generationswechsel ein

Warren Buffett bereitet Berkshire Hathaway auf seine Nachfolge vor. Am Mittwoch verkündete die 87-jährige Investorenlegende, dass es neben seinem langjährigen Partner Charly Munger zwei weitere Stellvertreter geben wird.
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Warren Buffett: Starinvestor ernennt zwei neue Stellvertreter Quelle: AP
Warren Buffett

Die Investorenlegende ist mit seiner Firma zu einem der reichsten Menschen der Welt geworden.

(Foto: AP)

DüsseldorfSeit Jahren macht Warren Buffett ein Geheimnis um seine Nachfolge. Bekannt war lediglich, dass es vier Kandidaten in der engeren Auswahl gibt und sein ältester Sohn Howard als Verwaltungsratschef für die Erhaltung der Firmenkultur zuständig sein soll. Nun jedoch gibt der 87-jährige Star-Investor einen deutlichen Hinweis. Er hat die beiden Berkshire-Manager Greg Abel und Ajit Jain zu stellvertretenden Verwaltungsratschefs gemacht.

Abel leitet die Energiesparte Berkshire Hathaway Energy, Jain, der Cousin des früheren Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain, verantwortet das Versicherungsgeschäft. Beides sind wichtige Sparten für Buffetts Konglomerat Berkshire Hathaway.

Apple, Bank of America und weniger IBM – das Portfolio von Warren Buffett

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
L&S

+0,89 +0,55%
+162,21€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
1 von 45

Aufgestockt (1/3)

Warren Buffetts Konglomerat Berkshire Hathaway ist seit dem ersten Quartal 2016 Aktionär des Technologiekonzerns Apple – und das, obwohl Buffett als Skeptiker gegenüber Technologiewerten gilt. Bereits im vierten Quartal 2016 hatte der Star-Investor seine Beteiligung aufgestockt. Im ersten Quartal des laufenden Jahres griff er noch einmal kräftig zu: zum 31. März lagen im Vergleich zum Vorquartal mehr als doppelt so viele Apple-Anteilsscheine im Portfolio und auch im zweiten Quartal 2017 hat Buffett minimal zugekauft. Offenbar ist der Investor zufrieden mit dem Technologiekonzern aus dem Silicon Valley. Im dritten Quartal 2017 stockte er seinen Anteil um knapp drei Prozent auf.

Buffetts Anteile: 134,1 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: plus 2,99 Prozent
Wert der Beteiligung: 20,7 Milliarden Dollar

Quelle aller Angaben:13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das dritte Quartal 2017 (nur US-Aktien). Stand: 30. September 2017, veröffentlicht am 14.November 2017.

SYNCHRONY FINANCIAL REGISTERED SHARES DL -,001

WKN
ISIN
US87165B1035
Börse
L&S

+0,09 +0,32%
+27,77€
Chart von SYNCHRONY FINANCIAL REGISTERED SHARES DL -,001
Synchrony Financial
2 von 45

Aufgestockt (2/3)

Der US-Großinvestor Warren Buffett setzt verstärkt auf den Kreditkartensektor. Im ersten Quartal 2017 hat er erstmals Anteile an Synchrony Financial erworben. Im zweiten Quartal wurde die Beteiligung deutlich ausgebaut und auch im dritten Quartal verlor Berkshire nicht den Appetit auf Aktien des Finanzdienstleisters: die Anteile wurden um knapp 20 Prozent aufgestockt. Das Unternehmen wurde Mitte 2014 vom General Electric an die Börse gebracht. Berkshire gehört bereits ein Sechstel des Kreditkartenunternehmens American Express.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: plus 19,12 Prozent
Wert der Beteiligung: 645,9 Millionen Dollar

MONSANTO CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US61166W1018
Börse
L&S

-0,93 -0,85%
+108,17€
Chart von MONSANTO CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Monsanto
3 von 45

Aufgestockt (3/3)

Der Zeitpunkt war günstig: Kurz vor der geplanten Übernahme durch den deutschen Chemieriesen Bayer stieg Buffett im vierten Quartal 2016 bei dem US-Saatgutkonzern Monsanto ein. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway kaufte acht Millionen Papiere des Konzerns. Obwohl die Übernahme durch Bayer wohl frühestens Anfang 2018 in trockenen Tüchern sein wird, erhöhte Berkshire im dritten Quartal seine Beteiligung um gut zehn Prozent.

Buffetts Anteile: 8,9 Millionen Stück

Veränderung im dritten Quartal 2017: plus 10,3 Prozent

Wert der Beteiligung: 1,1 Milliarden Dollar

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
L&S

-3,12 -2,43%
+124,31€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
4 von 45

Reduziert (1/3)

Gemessen am Investmentvolumen gehörte der Software-Hersteller IBM einst zu den Lieblingen im Buffett-Portfolio. Doch dann reduzierte der Anleger im ersten Quartal 2017 die Beteiligung um gut ein Fünftel und legte im zweiten Quartal noch einmal nach. Im dritten Quartal trennte sich Buffett von einem weiteren knappen Drittel der Anteile.

Buffetts Anteile: 37 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: minus 31,5 Prozent
Wert der Beteiligung: 7,4 Milliarden Dollar

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
L&S

+0,21 +0,44%
+47,94€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
5 von 45

Reduziert (2/3)

Die US-Bank Wells-Fargo sorgte in der Vergangenheit für viele schlechte Schlagzeilen, unter anderem mit einem ausgewachsenen Skandal rund um Scheinkonten, die Mitarbeiter auf Prämienjagd ohne Wissen der Kunden eröffnet hatten. Buffett ließ sich von den Negativschlagzeilen lange nicht beirren. Der US-Finanzdienstleister blieb ein Favorit des „Orakels von Omaha“, auch wenn er auf seiner Hauptversammlung das Krisenmanagement scharf kritisierte. Er hält rund ein Viertel des Konzerns. Bereits im zweiten Quartal 2017 reduzierte er seinen Anteil leicht – und tat dies auch im dritten Quartal.

Buffetts Anteile: 464,2 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2017: minus 0,8 Prozent
Wert der Beteiligung: 25,6 Milliarden Dollar

CHARTER COMMUNICATIONS INC. REG. SH. CLASS A DL-,001

WKN
ISIN
US16119P1084
Börse
L&S

+1,76 +0,68%
+244,56€
Chart von CHARTER COMMUNICATIONS INC. REG. SH. CLASS A DL-,001
Charter Communications
6 von 45

Reduziert (3/3)

Charter Communications ist der viertgrößte Kabelbetreiber in den USA. Zwischenzeitlich hatte Buffett im Jahr 2015 eine Beteiligung am Unternehmen komplett abgebaut – doch er entschied sich anders und kaufte immer mal wieder zu. Anders im dritten Quartal: Da trennte er sich von gut zehn Prozent der Anteile und verkauft 954.000 Aktien.

Buffetts Anteile: 8,5 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: minus 10,1 Prozent

BANK OF AMERICA CORP. REGISTERED SHARES DL 0,01

WKN
ISIN
US0605051046
Börse
L&S

-0,24 -0,92%
+25,55€
Chart von BANK OF AMERICA CORP. REGISTERED SHARES DL 0,01
Bank of America
7 von 45

Neu eingestiegen (1/1)

US-Banken verdienen wieder prächtig - anders als viele Konkurrenten in Europa. Offenbar glaubt auch Warren Buffett an die Geldhäuser in seiner Heimat. Im dritten Quartal des Jahres stieg er bei der Bank of America neu ein – und das gleich in ganz großem Stil: Er erwarb 679 Millionen Anteile im Wert von 17 Milliarden Dollar. Er scheint also große Hoffnungen in das Institut zu setzen, das nicht nur zu den weltweit größten Finanzinstituten gehört, sondern seit der Übernahme von Merrill Lynch im Jahr 2009 auch einer der größten Vermögensverwalter der Welt ist. Immerhin macht der Anteil der Bank-of-America-Aktien knapp zehn Prozent des Berkshire-Hathaway-Portfolios aus.

Buffetts Anteile: 679 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: plus 100 Prozent
Wert der Beteiligung: 17,2 Milliarden Dollar

Die beiden Namen sind nicht überraschend. Buffett und Geschäftspartner Charlie Munger, der bereits seit vielen Jahren Vize-Verwaltungsratschef ist, haben in der Vergangenheit regelmäßig in den höchsten Tönen von Jain und Abel gesprochen.

„Ajit hat Werte in zweistelliger Milliardenhöhe für die Berkshire-Aktionäre geschaffen“, schrieb Buffett 2017 in seinem Brief an die Aktionäre. „Sollte es jemals einen anderen Ajit geben, für den Sie mich auswechseln könnten, zögern Sie nicht.“ Auch für Abel hat Buffett nur Gutes übrig. „Er hält immer das, was er verspricht“, lobte Buffett Ende 2016. Abel, 55, hat die Aufgabe, das Energiegeschäft in den kommenden Jahren deutlich auszubauen und bekommt dafür auch Milliarden für Übernahmen zur Verfügung gestellt.

Beobachter halten Abel als den wahrscheinlicheren Buffett-Nachfolger, auch weil er jünger ist als der 66-jährige Jain. Der Versicherungsmanager hat außerdem den Ruf, am liebsten im Hintergrund zu arbeiten. Das würde es besonders schwer machen, Buffett zu ersetzen, der von seinen Aktionären bei der Hauptversammlung wie ein Rockstar gefeiert wird.

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2 Kommentare zu "Neue Stellvertreter: Warren Buffett leitet den Generationswechsel ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zwei weitere Stellvertreter sind noch keine Rentnerlegende.

  • Mit 87 kann man den Stab auch weiter geben.
    Ich hatte das auch mit 78 gemacht. Nur darf man danach nicht die viele frei Zeit unterschätzen. Ab dafür gibt es zum Glück auf vielen online Seiten die Kommentarfunktion.

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