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Neuemissionen Emissionsvolumen von Börsengängen bricht weltweit ein

Im ersten Quartal gibt es weltweit kaum Newcomer auf dem Kurszettel. Besonders traurig ist die Bilanz für den deutschen Markt.
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Die Glocke, die traditionell bei Börsengängen geläutet wird, könnte 2019 seltener zum Einsatz kommen. Quelle: dpa
Börse in Frankfurt

Die Glocke, die traditionell bei Börsengängen geläutet wird, könnte 2019 seltener zum Einsatz kommen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDas Jahr 2019 startet mit einer verheerenden Bilanz bei den Börsengängen. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) brach das Emissionsvolumen in den ersten drei Monaten um 74 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar ein. Die Zahl der Newcomer fiel gegenüber der Vergleichszeit 2018 um 41 Prozent auf 199.

Besonders traurig ist die Bilanz für den deutschen Markt für Initial Public Offerings – abgekürzt IPOs. Von Januar bis März traute sich kein einziger nennenswerter Kandidat auf das Parkett, damit fällt der heimische Finanzplatz weiter zurück im europäischen und im internationalen Vergleich. Zuletzt hatte der Autobauer Volkswagen den Börsengang seiner Nutzfahrzeugsparte unter dem Kunstnamen Traton abgesagt. Vor Ostern rechnen Beobachter nicht mehr mit neuen Ankündigungen hier zu Lande.

Zu den Gründen zählen die Experten von EY vor allem die geopolitischen Risiken, insbesondere den Brexit, der zunehmend in immer kürzeren Abständen für negative Schlagzeilen sorgt. Außerdem machte sich die Haushaltssperre in den USA bemerkbar, die auch die für Börsengänge zuständige Aufsichtsbehörde SEC betraf, die zeitweise ihre Arbeit einstellen musste.

„Der weltweite IPO-Markt verharrte in den ersten Monaten des Jahres in Wartestellung. Größere Transaktionen blieben fast ganz aus“, sagt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Eine Mischung aus Konjunktursorgen, Handelskonflikten und politischen Unsicherheiten wie dem Brexit hat viele Börsenkandidaten dazu veranlasst, zunächst abzuwarten und zu schauen, ob sich in den Folgequartalen wieder IPO-Fenster öffnen.“

Im Vergleich zum Totalausfall auf dem deutschen Markt kam es in China immerhin noch zu 65 IPOs, Europa schaffte 23 Erstnotierungen und die USA kamen auf 20 Börsengänge. „Die derzeitige Hängepartie beim Brexit ist Gift für das Klima im Kapitalmarkt – das Risiko eines harten Brexit besteht nach wie vor, und IPO-Kandidaten dies- und jenseits des Ärmelkanals warten dringend auf eine Klärung. Erst wenn sich dieser Nebel der Unsicherheit verzogen hat, kommen der deutsche und der europäische IPO-Markt wieder auf die Beine“, glaubt Steinbach.

Jetzt ruhen die Hoffnungen vor allem auf den US-Technologiewerten und auf den chinesischen Börsenplätzen. Der US-Fahrdienst Lyft erfreut sich beim IPO offenbar reger Nachfrage und könnte eine Unternehmensbewertung von über 20 Milliarden Dollar erreichen.

Die bisherigen US-Börsengänge 2019 waren vergleichsweise kleiner. Zu den größten Emissionen im ersten Vierteljahr zählten der Personaldienstleister Alight und der Jeanshersteller Levi Strauss mit Größenordnungen von 750 Millionen und 550 Millionen Dollar.

Selbst für den heimischen Markt gibt sich zumindest die Deutsche Bank optimistisch. Trotz des Rückziehers von Traton sei der Kapitalmarkt durchaus offen für IPOs. Mit genügend Fingerspitzengefühl bei der Preis- und Volumensfindung könne man den einen oder anderen Kandidaten auf die Straße bringen, meint Patrick Frowein, Co-Chef für den Bereich Corporate Finance im deutschsprachigen Raum.

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