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Onkologie-Fonds So können Anleger den Kampf gegen Krebs unterstützen

Der Vermögensverwalter Candriam legt zum Weltkrebstag einen Fonds zur Bekämpfung der Krankheit auf. Experten sehen solche Produkte als Depot-Ergänzung.
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Erste Anlagefonds fokussieren sich auf dieses Segment der Pharma-Industrie. Quelle: Science Photo Library/Getty Images
Krebs-Forschung

Erste Anlagefonds fokussieren sich auf dieses Segment der Pharma-Industrie.

(Foto: Science Photo Library/Getty Images)

FrankfurtEs gibt keine Erfolgsgarantien am Kapitalmarkt. Zu den schwierigen Anlageprodukten zählen Fonds, die auf bestimmte Trends und Themen setzen – und damit mitunter auch noch für die Menschen oder die Gesellschaft Positives bewirken wollen.

Ein Beispiel sind Fonds, die das Thema Gleichstellung aller Geschlechter fördern wollen. Grundsätzlich ist das Segment angekommen im Markt, in 35 speziellen Fonds wurden bis Mitte 2018 rund 2,4 Milliarden Dollar gemanagt, nach nur 100 Millionen Dollar vier Jahre zuvor.

Allerdings konnten sich längst nicht alle Produkte trotz hehren Ansatzes durchsetzen wie ein Themenfonds zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen, der L&G Future World Gender in Leadership Fund, auch „Girl Fund“. Die Anleger haben seit dem Frühjahr 2018 gerade mal eine gute Million Pfund investiert.

Pünktlich zum Weltkrebstag Anfang dieser Woche hat nun der Asset-Manager Candriam den thematischen Aktienfonds Candriam Equities L Oncology Impact aufgelegt. Er investiert in Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen zur Diagnose und Behandlung von Krebs entwickeln.

„Wir sehen uns hier als Pionier. Aber es geht nicht um eine Marketing-Masche, dafür ist das Thema viel zu ernst. Vielmehr wollen wir auf breiter Basis den Kampf gegen den Krebs führen“, sagt Fondsmanager Rudi Van den Eynde im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Um diese Absicht zu unterstreichen, wird ein Teil der Einnahmen gespendet, was selten ist in der Fondsbranche. Zehn Prozent der Verwaltungsgebühren des Fonds gingen an Forschungszentren in Europa, etwa für La Ligue contre le Cancer in Frankreich.

Aktuell liege die Gebühr für Großanleger bei 0,8 Prozent der verwalteten Mittel, für Privatanleger sind es 1,6 Prozent. Längerfristig will er drei bis vier Milliarden Euro Kapital einsammeln. Der Fonds soll Rendite erzielen, aber auch bei der Krebsbekämpfung mitwirken, ist Van den Eyndes Ziel.

Hauptrisiko Gesundheitspolitik

Zum Anlageuniversum des Onkologie-Fonds zählen bekannte Firmen wie etwa Lonza als biopharmazeutischer Hersteller, Merck und Roche sowie Bristol-Myers Squibb im Pharmasektor, Siemens Healthineers in der Medizintechnik, aber auch IBM für Big Data und Künstliche Intelligenz (KI). Aber auch weniger verbreitete Namen wie Seattle Genetics oder Genmab sowie Charles River Labs stehen zur Auswahl.

Zu den Risiken zählten staatliche Eingriffe in die Gesundheitspolitik und Preisgestaltung – vor allem auf dem US-Markt, sagt Van den Eynde.

Fondsanalysten sehen solche Themenfonds allenfalls als Ergänzung fürs Depot: Solche Nischenstrategien seien oft schwankungsanfälliger als breitere Ansätze, meint Analyst Martin Fechtner von Scope. Chancen böten Themen, die dank ihres strukturellen Wachstumspfades oft konjunkturunabhängiger seien als globale Fonds.

Zu solchen Wachstumsthemen zählt Fechtner auch die Gesundheit, ferner Elektromobilität, Industrie 4.0, Big Data, Infrastruktur oder den demografischen Wandel. „Ein Thema sollte nicht nur einem nachhaltigen und profitablen Wachstumstrend unterliegen, sondern auch über ein genügend großes Universum investierbarer Titel verfügen“, sagt Fechtner.

Eher kritisch sieht dagegen Jan Richter, Analyst beim Beratungshaus Fonds Consult, die Themenfonds, die seiner Erfahrung nach langfristig schwerlich Mehrwert erzielen. Der Analyst rät daher eher zu etablierten Sektorfonds – etwa für Biotechnologie oder Technologie, die solche Themen mit abdeckten.

Mit Themenfonds könnten sich Investoren aber leichter identifizieren: „Onkologie, Robotics und so weiter, das klingt einfach mehr sexy als ‚globale Value-Aktien‘“, meint Richter.

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