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Pensionseinrichtungen Immer mehr Nachhaltigkeit ins Portfolio

Manager großer Pensionsvermögen achten immer stärker auf Umwelt- und soziale Kriterien – aber vor allem, weil sie dazu gedrängt werden.
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Wenn Pensionseinrichtungen langfristig attraktiv bleiben wollen, müssen sie mehr in Nachhaltigkeit investieren. Quelle: dpa
Großdemonstration für Klimaschutz

Wenn Pensionseinrichtungen langfristig attraktiv bleiben wollen, müssen sie mehr in Nachhaltigkeit investieren.

(Foto: dpa)

Frankfurt Ohne nachhaltige Anlagen geht es bei den meisten Pensionseinrichtungen in Europa nicht mehr. Gut ein Drittel mehr als noch im vergangenen Jahr achtet bei der Anlage ihres Vermögens zur Finanzierung von Betriebsrenten auf Umwelt- und soziale Kriterien und eine gute Unternehmensführung, kurz ESG genannt. Dabei geht es den Großanlegern nicht vorranging um ihr gutes Gewissen: Der Hauptgrund für den Sinneswandel sind schärfere Vorschriften. Aber die Investoren sorgen sich auch über Auswirkungen auf ihre Renditen und ihren Ruf.

Den Klimawandel nennen sie erst an vierter Stelle als Motivation für eine nachhaltigere Strategie. Generell haben die Großinvestoren ihre Aktienquote reduziert, vor allem zugunsten von alternativen Anlagen. Damit wollen sie ihre Erträge verstetigen. Das ergibt eine Umfrage des Beratungshauses Mercer unter 876 Großanlegern in 12 europäischen Ländern, die insgesamt ein Pensionsvermögen von einer Billion Euro managen.

„Der Fokus auf Nachhaltigkeit wird sich weiter verstärken und bald schon ein integraler Bestandteil der Investmentstrategie und des Risikomanagements sein“, erwartet Jeffrey Dissmann, Co-Chef Investmentstrategien bei Mercer Deutschland. Inzwischen berücksichtigt eine Mehrheit von 55 Prozent der von Mercer untersuchten Pensionseinrichtungen in Europa ESG-Kriterien bei der Anlage von Pensionsvermögen. Das ist im Vergleich zu 2018 ein gutes Drittel mehr.

Als Hauptgrund dafür nennt mehr als die Hälfte der institutionellen Investoren Druck von den Regulierern. Seit 2017 schreibt eine EU-Richtlinie Pensionseinrichtungen vor, Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagestrategie einfließen zu lassen. Je rund ein Viertel erklärt zudem, dass das Thema Einfluss auf die Rendite ihrer Anlagen haben dürfte und sie Reputationsrisiken ausschließen wollen. Gerade mal 14 Prozent der Pensionsmanager, und damit sogar etwas weniger als 2018, gaben an, dass ihre Entscheidung mit den Herausforderungen durch den Klimawandel zu tun hat.

Grundsätzlich haben die Investoren ihre Aktienquoten leicht reduziert von im Durchschnitt 28 auf 25 Prozent. Im Gegenzug haben sie alternative Anlagen und Anleihen erhöht, auf 19 und 53 Prozent. Davon versprechen sich die Pensionsmanager stetigere Renditen, die sie brauchen, um regelmäßig Betriebsrenten zahlen zu können.

In der Phase anhaltend niedriger Kapitalmarktzinsen hoffen die Großinvestoren immer stärker darauf, auch über alternative Anlagen wie Immobilien, Infrastruktur- und Waldinvestments, Private Equity oder Hedgefonds ihre benötigte Rendite von 3,5 bis vier Prozent im Jahr zu erreichen. Im europäischen Durchschnitt machen Immobilien rund drei Prozent der Pensionsvermögen aus, andere alternative Anlagen 16 Prozent.

Deutsche Pensionseinrichtungen investieren der Mercer-Studie zufolge dort aber deutlich mehr in diese Anlageklassen: Demnach halten deutsche Versorgungswerke und Pensionskassen im Durchschnitt 14 Prozent des Vermögens in Immobilien und ein Viertel in anderen alternativen Anlagen. Und Vermögen von speziellen Treuhandgesellschaften für extern gemanagtes Pensionskapital großer Firmen, den CTA, steckt laut Mercer zu rund fünf Prozent in Immobilien und zu knapp einem Viertel in anderen alternativen Anlagen.

Mehr: Auch die große Mehrheit der institutionellen Investoren berücksichtigt inzwischen Nachhaltigkeitskriterien bei ihrer Anlagestrategie.

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