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Pensionsmanager Warum Unternehmen auf alternative Anlagen setzen

Manager von Pensionsvermögen versuchen, vergleichsweise stabile Erträge zu erzielen und investieren deshalb immer mehr Kapital in alternative Anlagen.
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Alternativen zu klassischen Aktienanlagen gesucht. Quelle: dpa
Arbeitnehmer bei Volkswagen

Alternativen zu klassischen Aktienanlagen gesucht.

(Foto: dpa)

Frankfurt Sie feilen an einem besseren Mix: Pensionsmanager großer Unternehmen suchen nach Alternativen zu den schwankenden Aktienmärkten. Anlagen wie Immobilien gehören ohnehin zu den Klassikern solcher sehr langfristig ausgerichteten Portfolios zur Finanzierung künftiger Betriebsrenten. Hinzu kommen zunehmend nicht börsennotierte Beteiligungen, Private Equity genannt, Infrastruktur- und Kreditportfolios sowie Hedgefonds.

Dax-Firmen legen zwischen null und 20 Prozent ihres Pensionsvermögens in alternativen Anlagen an. Der Durchschnitt liegt bei zehn Prozent. Allein vier Prozent entfallen auf Immobilien. Das ergibt sich aus einer Auswertung der Unternehmensberatungen Mercer und Willis Towers Watson (WTW).

In der Regel lagern diese Firmen ihre Vermögen in spezielle Treuhandgesellschaften aus, als CTA bekannt. „Bewegung“ erkennt Investmentberater Jeffrey Dissmann von Mercer in der Struktur dieser Pensionsvermögen. Vor allem Unternehmen mit größerem Anlagebedarf schichten seit einigen Jahren zunehmend Kapital in alternative Bereiche um, wie er sagt.

Der Grund: Die Manager wollen stabilere Erträge als an den schwankenden Aktienmärkten erzielen. Zugleich können sie es sich als sehr langfristige Investoren leisten, solche wenig liquiden Investments einzugehen. Das verschafft ihnen einen Vorsprung vor Fonds, die kurzfristige Erfolge ausweisen müssen.

Im Schnitt legen Dax-Firmen das Pensionsgeld mehr als 20 Jahre an, bevor daraus Renten bezahlt werden. Da könne ein Anteil schon mal bis zu zehn Jahre fest investiert werden, sagt Dissmann. Mit diesem Mix versuchten die Pensionsmanager, stabilere Portfolios aufzubauen, um ihre Rentenzahlungen besser planen zu können und für verschiedene Situationen an den Märkten gewappnet zu sein, sagt Heinke Conrads, Leiterin Altersvorsorge Deutschland bei WTW.

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Denn die Pensionsvermögen aus dem Dax „haben 2018 insbesondere infolge der gesunkenen Aktienkurse im letzten Quartal abgenommen“, erklärt Dissmann. Die Dax-Pensionsvermögen sind den Beratern zufolge um gut fünf Prozent oder rund 13 Milliarden Euro geschrumpft auf rund 245 Milliarden Euro.

Neben Kursverlusten von knapp zwei Prozent fielen hier der geplante Verkauf von Innogy durch RWE und der Aufstieg von Covestro und Wirecard für Commerzbank und Pro Sieben Sat 1 in den Dax ins Gewicht. Zudem haben die Firmen 2018 laut WTW knapp zwölf Milliarden Euro neues Kapital für künftige Betriebsrenten eingezahlt.

Das angesparte Vermögen finanziert großenteils die von den Dax-Konzerne Ende 2018 mit rund 365 Milliarden Euro ausgewiesenen Pensionsverpflichtungen. Laut WTW werden sie mit einem Rechnungszins von 1,91 Prozent auf den Barwert abgezinst. Weil der Zins 2018 leicht gestiegen ist, sind die Verpflichtungen im Gegenzug rechnerisch etwas gesunken.

Die Pensionslasten sind zu zwei Dritteln durch CTA-Vermögen gedeckt. Die Differenz bis zu 100 Prozent Deckung finanzieren die Firmen über Rückstellungen. Schwankungen im Deckungsgrad des CTA-Vermögens schlagen so indirekt aufs Eigenkapital durch, gefährden aber nicht die Betriebsrenten. Mit stabileren alternativen Anlagen wollen Pensionsmanager somit auch stabilere Bilanzen erreichen.

Bei alternativen Anlagen sind laut Dissmann zudem höhere Erträge von sechs bis neun Prozent im Jahr nach Kosten möglich – je nach Portfolio. Ein typisches Aktienportfolio dürfte in den nächsten zehn Jahren vier bis sieben Prozent Rendite pro Jahr abwerfen, schätzt er.

Allerdings sei es wichtig, sich mit den Risiken genau zu befassen, um die Anlagen zu verstehen, mahnt der Berater. So brauche es interne Ressourcen, um das durchaus vorhandene Risiko solcher Anlagen zu steuern. Üblicherweise investieren Dax-Konzerne in Fonds und streuen damit ihre Anlagerisiken über viele Projekte.

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