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Perspektiven für US-Aktien höchst umstritten Wall Street entzweit Experten

Konträr wie selten zuvor diskutieren europäische und amerikanische Aktienstrategen derzeit die Entwicklung der US-Börsen im kommenden Jahr. Während die Europäer dem größten Aktienmarkt der Welt geringe Chancen zubilligen und Anlagen in Europa und in Japan bevorzugen, sind ihre US-Kollegen äußerst optimistisch.

FRANKFURT. "Die Europäer sind aus zwei Gründen skeptisch: Zum einen ist die Euro-Dollar-Entwicklung nach wie vor schwer einzuschätzen. Des weiteren sind die Bewertungen in Europa noch unter denen in den USA", begründet Tobias Levkovich, oberster Aktienstratege der Citigroup, die unterschiedliche Wahrnehmung.

Nach Meinung von Levkovich spricht die Anlegerpsychologie ("Behavioral Finance") auch für weitere Zugewinne an der Wall Street. Sowohl der Index zum Verbrauchervertrauen von State Street Global Advisers als auch das Citigroup-eigene Panic-Euphoria-Model stünden in der Nähe historischer Tiefs. Der Pessimismus der Anleger liege inzwischen trotz zuletzt gestiegener Kurse in der Nähe des Börsencrashs von 1987. Dies spreche für einen Anstieg: "Mit 80 Prozent historischer Wahrscheinlichkeit haben die Märkte in den anschließenden drei bis sechs Monaten spürbar zugelegt", sagt er.

Den marktbreiten Index S&P 500, der stets als Indikator für die Entwicklung der Wall Street herangezogen wird, sieht Levkovich im kommenden Jahr bis auf 1 400 Punkte steigen. "Und das ist noch konservativ", sagt er. Aktuell notiert der Index bei rund 1 260 Punkten. Auch Abby Joseph Cohen von Goldman Sachs hat 1 400 Punkten als Ziel ausgegeben.

Als gemeinsames Argument für ihre Zuversicht nennen die Analysten die günstige Bewertung von US-Aktien, die rund 25 Prozent unterhalb des historischen Durchschnitts liegt. Besonders auffällig ist dieser Trend bei den so genannten Mega-Caps, den 25 größten Werten im S&P 500. Werte wie AIG, Amgen, Cisco oder Dell sind so niedrig bewertet wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Teun Draaisma von Morgan Stanley zieht deshalb und wegen der Aussicht auf schwächeres Wachstum in Europa US-Aktien sogar europäischen vor.

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