„Portfolio Institutionell Awards 2008“ Profi-Investoren im Stresstest

Zusammen mit dem Handelsblatt hat das Fachmagazin "Portfolio Institutionell" zum zweiten Mal Preise für die besten deutschen institutionellen Anleger vergeben. Besonders im Kontext der weltweiten Finanzkrise war ein zentrales Bewertungskriterium das erfolgreiche Abschirmen gegen Stresssituationen.

FRANKFURT. Die Verwerfungen an den Anleihemärkten stellen institutionelle Investoren vor große Schwierigkeiten. Sie müssen deutlich beweglicher reagieren als früher. "Die Herausforderungen ist, sich gegen solche Stresssituationen abzuschirmen", sagt Gabriele Kellermann, Leiterin Eigenhandel bei der BB Bank.

Welche Investoren für diese neuen Herausforderungen am besten gerüstet sind, hat das Finanzfachmagazin "Portfolio Institutionell" jetzt ermittelt. Das Magazin vergab mit dem Handelsblatt als Medienpartner zum zweiten Mal Preise für die besten institutionellen deutschen Anleger in insgesamt zwölf Kategorien.

Diese "Awards" sind die einzigen ihrer Art. In der Regel sind derartige Preisverleihungen auf die hauptsächlich an Privatanleger gerichteten Investmentfonds bezogen und berücksichtigen Wertentwicklung und Risiken der Einzelprodukte. Portfolio Institutionell geht anders vor. Die Auszeichnungen gehen an Investoren wie beispielsweise Versicherungen, Banken, Versorgungswerke, Stiftungen, die innovativ und nach vorne gerichtet ihre Kapitalanlagen managen und dafür auch intern überzeugende betriebliche Strukturen geschaffen haben. Der Auswahlprozess wird von Gremien aus Consultants, den Beratern für institutionelle Kunden, und Akademikern aus der Finanzszene begleitet.

Anleihen sind für die institutionellen Investoren essentiell. "In Deutschland haben die Investoren schätzungsweise 60 bis 75 Prozent ihrer Gelder hier investiert, deshalb sind Renditebewegungen und Spread-Veränderungen für sie besonders wichtig", sagt Dirk Lepelmeier, Geschäftsführer bei der Nordrheinischen Ärzteversorgung. Das 8,5 Mrd. Euro verwaltende Versorgungswerk wurde gleich in drei Disziplinen ausgezeichnet.

In der Kreditkrise, die nun schon ein Dreivierteljahr dauert, sind die Investoren Profiteure und Leidende zugleich. Der Run auf erstklassige Staatsanleihen sorgte für Kursgewinne in diesen Teilen des Portfolios. Die Verluste in allen Kreditsegmenten wie Unternehmensanleihen oder den heiklen forderungsbesicherten Anleihen dagegen sorgten für hohe Verluste. In beiden Marktsegmenten haben die Börsianer nach Ansicht von Fachleuten übertrieben. Der Ansturm auf erstklassige Staatsanleihen hat die Kurse über ihren fairen Wert hinaus schießen lassen. "Mit Blick auf die Inflationserwartungen sind Bundesanleihen jetzt zu teuer", sagt etwa Markus Altenhoff von der mehr als acht Mrd. Euro verwaltenden Ärzteversorgung Westfalen-Lippe.

BB-Bank-Managerin Kellermann hat einen kleinen Teil ihres drei Mrd. Euro großen Anleihenportfolios in erstklassige forderungsbesicherte Bonds investiert. Auch sie waren von den Hypothekenproblemen in USA belastet. "Aber das kann man aussitzen", sagt sie. Laut Altenhoff wurde in diesen Segmenten nach unten übertrieben. "Die Ausweitungen der Renditevorsprünge gegenüber Staatsanleihen haben wir zu selektiven Käufen bei Unternehmensanleihen und Bankschuldverschreibungen genutzt", sagt er.

Lepelmeier hatte sich bereits vor knapp zwei Jahren aus allen Anleihebereichen mit Kreditrisiken verabschiedet. Ihm scheinen die niedrigen Renditen und niedrigen Zinsaufschläge wenig interessant. Die frei werdenden Mittel steckte er in drei Segmente. Der Großteil wanderte in den Geldmarkt. Mit den übrigen Geldern engagiert er sich am Termin- und Derivatemarkt. "Wir wollen von steigenden und fallenden Zinsen und Renditeaufschlägen profitieren können" argumentiert Lepelmeier.

Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%