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Private Equity Beteiligungsfonds öffnen sich Privatanlegern

Weil institutionelle Investoren das Interesse verlieren, werben Beteiligungsfonds um Kleinanleger. Wer einsteigen will, sollte auf die Kosten achten.
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Anleger können sich jetzt direkt beteiligen. Quelle: AFP/Getty Images
Immobilienfirma Foncia

Anleger können sich jetzt direkt beteiligen.

(Foto: AFP/Getty Images)

Frankfurt Die erfolgsverwöhnten Private-Equity-Manager müssen einen Gang zurückschalten. Bei den institutionellen Investoren sitzt das Geld nicht mehr so locker wie im Rekordjahr 2017. Dafür nehmen die Angebote für private Anleger weiter zu. In dem Bereich gilt es aber, sorgfältig auszuwählen und auf die Gebühren zu achten.

Nach vorläufigen Zahlen des Analysehauses Preqin sanken die neu eingesammelten Mittel für die Beteiligungsfonds im vergangenen Jahr auf 426 Milliarden Dollar nach dem Höchststand von 566 Milliarden im Jahr zuvor.

Christopher Elvin, Leiter des Bereichs Private Equity bei Preqin, sieht eine wachsende Zweiteilung des Markts. Die Mega-Fonds seien regelmäßig überzeichnet, die kleineren und mittelgroßen Fonds spürten dagegen die Ängste vor einer Korrektur im Markt.

Diese Entwicklung werde sich 2019 noch verstärken, glaubt Elvin. Schon jetzt entfallen 62 Prozent des „Fundraisings“ auf Fonds, die mindestens eine Milliarde Dollar auf die Waage bringen.

Die Abkühlung im Markt war überfällig, weil der Berg nicht investierter Mittel immer größer wurde. Mit sinkenden Bewertungen und einer Abkühlung im überhitzten Markt sollte es aber wieder mehr Chancen für neue Beteiligungen geben.

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Private-Equity-Fonds übernehmen Mittelständler oder kaufen Unternehmen und Konzernteile, um sie zu restrukturieren. Im vergangenen Jahr erwarben Finanzinvestoren beispielsweise den Spezialchemiebereich von Akzo Nobel und den deutschen Energiedienstleister Techem.

Nach durchschnittlich drei bis sieben Jahren werden die Firmen aus dem Besitz der Finanzinvestoren dann weitergereicht an Strategen aus der Industrie, andere Private-Equity-Häuser oder aber, es kommt zum Börsengang.

Wie die Profis investieren

Der Markt wird von institutionellen Investoren dominiert. Zunehmend gibt es aber auch Angebote für private Investoren. Die schweizerische Partners Group bietet jetzt beispielsweise ein Produkt an, das den direkten Zugang zu langfristigen Beteiligungen ermöglicht. Und das nicht auf dem herkömmlichen Weg über Dachfonds, die wiederum ihr Geld in viele Einzelfonds stecken.

„Der private Anleger investiert parallel zu den Profis der Partners Group für institutionelle Investoren, nur mit einem geringeren Kapitaleinsatz, der aktuell mindestens 125.000 Euro beträgt. So ist der Kleinanleger etwa beim Heizkosten- und Energiemanager Techem sowie beim französischen Immobiliendienstleister Foncia beteiligt“, sagt Markus Pimpl, Senior Vice President im Bereich Kundenlösungen bei der Partners Group, dem Handelsblatt.

Mit dem Produkt „Partners Group Direct Equity Eltif“ könnten Privatanleger sich erstmals direkt an Unternehmen beteiligen. Es fallen somit keine zusätzlichen Kosten für beispielsweise Dachfonds an. Allerdings gibt es andere Kosten. Die Managementgebühr beträgt einschließlich laufender Vertriebskosten 1,95 Prozent, die Organisationsgebühr auf Basis der gesamten Kapitalzusage liegt bei einem Prozent.

Als Performancegebühr werden 20 Prozent des Gewinns ab einer Rendite von acht Prozent berechnet. „Die Netto-Zielrendite sollte sich nach allen Kosten auf einen niedrigen zweistelligen Betrag belaufen“, erläutert Pimpl. Die Basis für die Öffnung hin zu Privatanlegern steckt in der Abkürzung Eltif. Sie steht für ein Regelwerk, das für „European Long Term Investment Funds“ gilt.

Eltifs unterliegen beispielsweise der Finanzmarktaufsicht und klar definierten Investitionsstandards mit dem Ziel, den Anlegerschutz zu stärken. Der Fokus liegt auf Direktinvestitionen. Das endgültige Zielvolumen für das Eltif-Produkt der Partners Group liegt bei etwa 150 Millionen Euro und soll Ende des ersten Quartals erreicht sein.

Das Angebot wird breiter

In den vergangenen Jahren wurde das Angebot an Produkten für Privatanleger breiter, weil die Investoren angesichts der Niedrigzinsen nach Alternativen suchen. Der Spezialist RWB legte im vergangenen Sommer seinen 30. Private-Equity-Dachfonds auf. Dort können Privatanleger schon mit 2.500 Euro einsteigen. Der Newcomer Moonfare bietet den direkten Zugang zu Megafonds über eine virtuelle Plattform an.

Private Equity kann immer nur eine Beimischung sein, denn das Kapital bleibt relativ lange gebunden, und die Risiken sind in einem Konjunkturabschwung recht hoch. „Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld sollten sich Anleger im Bereich der ‚Real Assets‘ – ohne Aktien – an bis zu 20 Prozent orientieren. Private Equity sollte daran einen Anteil von mindestens 25 Prozent haben“, meint Alexander Binz, Partner bei Circle Eleven.

Seine Gesellschaft bündelt die Gelder der Privatanleger ab einer Summe von 200.000 Euro und ermöglicht so den Zugang zu Private-Equity-Fonds.

Für Reinhard Panse, Geschäftsführer und Chefanlagestratege bei HQ Trust, ist Private Equity im Abschwung eine gute Alternative: „Die Outperformance von Private Equity ist in Jahren unterdurchschnittlicher oder sogar schwacher Aktienperformance besonders hoch.“

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