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Prüfung von Bilanzen Investoren fordern mehr Gewicht für Klimaschutz bei Buchprüfungen

In einem Brief an die Wirtschaftsprüfer kritisieren europäische Vermögensverwalter, der Klimawandel werde bei der Bewertung von Unternehmen ignoriert.
Update: 29.11.2019 - 19:53 Uhr Kommentieren
Einen Systemwandel fordern nicht mehr nur Anhänger von Fridays for Future. Quelle: dpa
Klimaproteste

Einen Systemwandel fordern nicht mehr nur Anhänger von Fridays for Future.

(Foto: dpa)

London Europäische Vermögensverwalter fordern eine größere Gewichtung des Klimaschutzes bei der Prüfung von Firmenbilanzen. Bei der Beurteilung von Unternehmen werde der Klimawandel ignoriert, kritisieren die Investoren, die ein Vermögen von insgesamt 1,2 Billionen Euro verwalten, in einem Brief an die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften EY, Deloitte, KPMG und PwC. Das Schreiben wurde von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehen.

„Wir wollen keine neue Finanzkrise, und dies könnte viel schlimmer werden“, warnte Natasha Landell-Mills, Chefin für Unternehmensverantwortung beim Vermögensverwalter Sarasin & Partners. Die Buchprüfer mäßen dem Umbau der Wirtschaft aus Umweltschutzgründen zu wenig Bedeutung bei.

Stattdessen müssten sie frühzeitig Alarm schlagen, wenn Manager nicht angemessen auf die Veränderungen reagierten, sagte sie Reuters. „Die Wirtschaftsprüfungsfirmen müssen uns dabei helfen, die Wirtschaft auf eine nachhaltigere Basis zu stellen“, betonte Ingrid Holmes, Chefin für Geschäftspolitik beim Vermögensverwalter Hermes.

EY betonte, sich weiterhin an die veränderten Bedürfnisse von Investoren, Unternehmen und der Allgemeinheit anpassen zu wollen. Deloitte erklärte, sich der Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel bewusst zu sein. Die eigenen Buchprüfer würden geschult, um dieses Thema angemessen zu berücksichtigen. KPMG und PwC antworteten zunächst nicht auf Reuters-Anfragen.

Auch die Notenbanken beobachten drohende Auswirkungen des Klimawandels auf die Wirtschaft mit Sorge. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann forderte die Rating-Agenturen dazu auf, Risiken aus dem Klimawandel in ihre Bewertungen einzubeziehen.

Sein Kollege Mark Carney von der Bank von England (BoE) warnte mehrfach von Kursstürzen, wenn Investoren den Klimawandel bei ihren Entscheidungen nicht angemessen berücksichtigten. Sein Haus unterzieht die britischen Banken und Versicherer einem Stresstest, um zu prüfen, ob sie den drohenden Belastungen eines raschen Klimawandels gewachsen wären.

Auch Frankreich plant im kommenden Jahr einen Stresstest zum Klimawandel bei großen Banken- und Versicherungsgruppen. Damit solle ein langfristiges Risiko identifiziert werden, teilte die Banque de France am Freitag auf Twitter mit. Die Aufsichtsbehörden beabsichtigten, „zwei oder drei negative Klimaszenarien“ zu definieren, sagte der Chef der französischen Notenbank, François Villeroy de Galhau, am Freitag anlässlich der Konferenz „Climate Finance Day“ in Paris der Nachrichtenagentur AFP zufolge.

Details sollten demnach im ersten Quartal 2020 bekanntgegeben werden. Die Szenarien werden Villeroy de Galhau zufolge im Laufe des Jahres auf alle großen französischen Banken und Versicherungen angewendet werden. Die Ergebnisse des Klima-Stresstests würden anschließend veröffentlicht. Der Vorgang sei sehr wichtig, um Klimarisiken besser einschätzen zu können, betonte der Notenbank-Chef dem Bericht zufolge.

Mehr: Die Bundesbank moniert: Schwammige Vorgaben bremsen den Markt für nachhaltige Finanzprodukte. Nicht nur sie fordert mehr Verbindlichkeit und Transparenz.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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