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Recycling von Kinderserien Reich werden mit Teletubbies

Viele Pädagogen lehnten sie ab – doch Anleger könnten mit ihnen Kasse machen: den Teletubbies. Glaubt zumindest Fondsmanagerin Debra Fine. Sie investiert in DHX Media, eine Firma, die Kinderserien aufkauft und recycelt.
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Seit 1997 sind die bunten Wesen im Kinderprogramm anzutreffen. Quelle: AFP
Teletubbies 2007 in der Grand Central Station in New York

Seit 1997 sind die bunten Wesen im Kinderprogramm anzutreffen.

(Foto: AFP)

New York Sie waren der Hit: kleine, tapsige Figuren mit Antennen auf dem Kopf. Während Kritiker darin eher den Beweis für die ultimative mediale Verblödung sahen, fanden die Teletubbies, in England erfunden, in vielen Ländern Anklang bei Vorschulkindern. Und die Vermarktung war auch ein gutes Geschäft. Allerdings tapsten die Teletubbies zunächst nur von 1997 bis 2001 mit neuen Folgen über die Bildschirme, danach ließ das Interesse nach. Aber seit 2015 erleben sie eine Wiedergeburt.

Nach Meinung von Debra Fine steckt in Serien wie den Teletubbies ein ungeheures wirtschaftliches Potenzial. Sie empfiehlt daher die Aktie der kanadischen Mediengesellschaft DHX Media. Die kauft Kinderserien wie die Teletubbies oder auch „Bob der Baumeister“ auf und vermarktet sie neu. Sie bezeichnet sich selbst als „weltweit führende, unabhängige, auf Kinder-Inhalte spezialisierte Gesellschaft“. Die Aktie notiert unter sechs Dollar, hat aber laut Fine das Potenzial, in den kommenden vier Jahren 20 bis 30 Dollar zu erreichen. Eine starke Ansage.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

(Foto: Imago)
Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)

Fine ist mit ihrer gleichnamigen Investment-Gesellschaft auf abgelegene, stark unterbewertete Aktien spezialisiert und behält sie meist drei bis sechs Jahre lang. Sie definiert sich also als Value-Investorin. Auf der Sohn-Konferenz in New York, wo bekannte Hedgefonds-Manager ihre Ideen preisgeben, war sie die einzige Frau mit einer eigenen Präsentation. Ihr Fonds hat nach Aufstellung von Whale-Wisdom rund 1,5 Milliarden Dollar Volumen, davon ist gut eine Milliarde in Firmen investiert. Die größten Positionen sind Whiting Petroleum mit mehr als 13 Prozent des Portfolios, sowie Assured Guaranty, Evertec, Shutterfly und Scientific Games. DHX-Aktien haben einen Anteil von rund 2,8 Prozent. Fine hat die Gesellschaft 2004 gegründet, die Finanzkrise überstand sie recht gut, danach war die Wertentwicklung schwankend.

Ein bisschen Nerven braucht man schon, um sich mit der Teletubbies-Firma anzufreunden. Deren Aktienkurs hat sich von einem Niveau von rund zehn Dollar aus in den letzten Jahren vor allem abwärts bewegt. Aber zur Value-Strategie gehört eben auch zuzulangen, wo andere die Finger davon lassen. Fine ist überzeugt, dass vor allem neue Angebote wie Netflix oder der Streaming-Dienst von Amazon die Nachfrage nach den Inhalten von DHX stärken. „Kinder-Serien veralten nicht so schnell, manchmal suchen die Eltern für Kinder das aus, was sie selber früher gesehen haben“, glaubt sie. Und weist daraufhin: „Kinder-Filme sind in der Produktion relativ billig, weil sie keine Stars oder teuren Drehorte benötigen.“

Wie interessant die Aktie wirklich ist, hängt davon ab, ob man Fines These glaubt, dass dieser Bereich einen starken Aufwärtstrend bei den Preisen erleben wird. Nach ihrer Prognose wird die Digitalisierung dazu führen, dass der Anteil der Kinder an den Zuschauern von 20 Prozent auf 35 Prozent wächst, bei den damit verbundenen Erlösen sieht sie sogar eine noch höhere Steigerung voraus.

Die Aktie ist hauptsächlich an der Börse Toronto und an der Nasdaq notiert, die Wertpapier-Kennnummer lautet 252406608. Die Marktkapitalisierung liegt bei 728 Millionen kanadischen Dollar. Der Gewinn je Aktie lag laut Nachrichtenagentur Reuters im Geschäftsjahr zur Mitte 2016 bei 0,22 Cent und soll im laufenden Geschäftsjahr laut Schätzung 0,49 Cent erreichen. Der Gewinn ist, anders als der Kurs, in den letzten Jahren stetig gestiegen. Das Papier ist sicher nicht als Kern einer soliden Aktienanlage geeignet, eher für Investoren, die mal außerhalb der ausgetretenen Pfade herumtapsen wollen.

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