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Rekorde beim S&P 500 Die Bullen sind los

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Fachleute warnen vor extremen Bewertungen

Das aber macht Aktien im Vergleich dazu attraktiver und treibt deren Kurse. So profitieren US-Aktionäre indirekt von den Anleihekäufen der Europäer. Oder, wie David Bianco, Aktienstratege der Deutschen Bank, formuliert: „Die Bewertung der Aktien im S&P steht auf den Schultern der Anleihen.“
Bianco nennt ein paar Gründe, warum es sich trotz der ausgereizten Kurse immer noch lohnt, Aktien zu kaufen. Dazu gehören ein moderates, aber robustes Wachstum der US-Konjunktur, stabile und angemessene Bewertungen der Aktien gemessen an den Gewinnen und „Anleiherenditen von Null nach Abzug der Inflation“.

Anders gesagt: Allein schon die Verzweiflung sollte Anleger, die etwas Rendite brauchen, in Aktien treiben. Die Fortsetzung des Rekordlaufs an der Wall Street unterstützten am Dienstag auch die Quartalszahlen des Aluminiumkomzerns Alcoa, der traditionell als erstes Schwergewicht Einblick in seine Finanzkennzahlen gibt. Die Anteilsscheine legten über drei Prozent zu, nachdem das Unternehmen mit seinen Quartalszahlen am Vorabend die Erwartungen übertroffen hatte.

Nicht alle Experten teilen allerdings den Optimismus an den US-Börsen und zeigen sich vor allem angesichts der hohen Bewertungen skeptisch: Ob es zu einem nachhaltigen Ausbruch am US-Aktienmarkt kommt, dürfte nach Einschätzung der BNP Paribas besonders durch die US-Berichtssaison beantwortet werden. „Eng verbunden mit den Bilanzen ist auch die Frage, ob die hohen Bewertungen der amerikanischen Börsen fundamental untermauert sind“, geben die Analysten der französischen Bank zu bedenken.

Die Bewertungskennzahlen hätten inzwischen historische Dimensionen erreicht: So liege das Kursgewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 auf Basis der 2016er-Gewinnschätzungen bei knapp 18 und damit deutlich über dem mittel- bis langfristigen Durchschnitt von 14.

„Noch kritischer ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) zu sehen“, warnen die Fachleute. Denn während die Konzerne ihre Ergebnisse durch Sondereffekte beeinflussen könnten, sei die bei den Umsätzen nicht so einfach möglich. Im Klartext: Anleger sollten ihr Augenmerk lieber dieser verlässlicheren Kennzahl widmen, statt den oftmals künstlich niedrig gerechneten KGVs. Mittlerweile habe das KUV einen Wert von 1,9 erreicht und liege damit auf dem Niveau seines Allzeithochs aus dem Jahr 2000.

Auch die Strategen der DZ-Bank sehen die weitere Entwicklung der Unternehmenserträge als Risikofaktor für die Rally an der Wall Street: Für die jetzt angelaufene Berichtssaison zum zweiten Quartal, die mit den Alcoa-Zahlen begonnen hat, erwarteten Experten inzwischen einem durchschnittlichen Gewinnrückgang um 6,2 Prozent. Seit Jahresanfang, als noch ein geringes Plus von einem halben Prozentpunkt erwartet worden war, seien die Prognosen kontinuierlich gefallen.

„Wir gehen auch davon aus, dass die Erwartungen für das laufende Vierteljahr, für das zurzeit immerhin nur eine Stagnation vorausgesagt wird, schon bald in den Minusbereich abgleiten werden“, warnen die Fachleute der DZ Bank. Insgesamt sei von fundamentaler Seite keine Unterstützung für die Aktienkurse zu erwarten und die US-Geldpolitik dürfe für weitere Turbulenzen sorgen. Der amerikanischen Aktienmarkt sei anfällig gegenüber Störeinflüssen und die Bewertungen hoch. Man empfehle kurzfristig allenfalls selektive Engagements. Bis zum Jahresende dürfte nach Einschätzung der Analysten der S&P 500 Leitindex bei 2050 Punkten notieren - und damit knapp fünf Prozent tiefer im Vergleich zu seinem aktuellen Rekordniveau.

Startschuss für die Berichtssaison

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