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Reprivatisierungen Diese deutschen Firmen haben die Börse verlassen – oder wollen es vielleicht tun

In Deutschland gibt es im Vergleich zu den USA immer noch wenige Übernahmen durch Privatinvestoren. Eine Übersicht der wichtigsten Transaktionen.
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Für das Wohnungs- und Häuserprotal wurden 5,7 Milliarden Euro geboten. Quelle: argum / Falk Heller
Scout 24

Für das Wohnungs- und Häuserprotal wurden 5,7 Milliarden Euro geboten.

(Foto: argum / Falk Heller)

Während im angelsächsischen Kapitalmarkt die Reprivatisierungen fast schon zum Tagesgeschäft zählen, sind solche Transaktionen in Deutschland rar gesät. Laut einer Analyse der Bank of America Merrill Lynch gab es im vergangenen Jahr weltweit 64 Public-to-Private-Transaktionen (P2P).

Im Jahr 2007 und damit unmittelbar vor der letzten Finanzkrise waren es sogar 100 Deals dieser Art. Die Investmentbank Goldman Sachs hat seit 2003 aber nur neun solcher Transaktionen im deutschen Markt gezählt, bei denen Finanzinvestoren aktiv waren und bei denen das Volumen mindestens 500 Millionen Euro betragen hat. Die wichtigsten Transaktionen im Überblick.

Celanese

Der Kronberger Chemiekonzern war eines der ersten großen Delistings im deutschen Markt. Der US-Finanzinvestor Blackstone nahm das Unternehmen im Dezember 2003 vom Kurszettel. Erleichtert wurde die Transaktion durch die Zustimmung des damals einzigen Großaktionärs, der Kuwait Petroleum Corporation, die 29 Prozent der Anteile hielt.

Pro Sieben Sat 1

Die Private-Equity-Gesellschaften KKR und Permira wickelten 2006 die zweite große P2P-Transaktion ab. Für rund 3,1 Milliarden Euro erwarben sie einen Mehrheitsanteil an der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1. Eine vom US-Medienunternehmer Haim Saban geführte Investorengruppe verkaufte 88 Prozent der Stammaktien und 13 Prozent der stimmrechtslosen Vorzugsaktien. In den Folgemonaten wurden weitere Anteile erworben.

Hugo Boss

Der Finanzinvestor Permira stieg über die Muttergesellschaft bei dem deutschen Modekonzern ein: Die Beteiligungsmanager sicherten sich die Mehrheit an der römischen Valentino Fashion Group. Den Aktionären des MDax-Wertes Hugo unterbreiteten sie ein Übernahmeangebot.

Techem

Die australische Bank Macquarie übernahm nach einem heftigen Bietergefecht vor gut zehn Jahren den börsennotierten Eschborner Energiedienstleister. Der Heizungs- und Wasserableser wurde im vergangenen Jahr für 4,6 Milliarden Euro an ein Konsortium unter Beteiligung des Finanzinvestors Partners Group weitergereicht.

Douglas

Nach zähen Verhandlungen hatte sich im Herbst 2012 die Douglas-Gründerfamilie Kreke mit dem Finanzinvestor Advent und den Großaktionären Oetker und Erwin Müller auf ein Übernahmeangebot für den Handelskonzern verständigt. Den außenstehenden Aktionären wurden damals 38 Euro je Aktie geboten. Advent versprach damit eine Prämie von knapp zehn Prozent. Das Angebot bewertete den Handelskonzern mit 1,5 Milliarden Euro.

GfK

Der Finanzinvestor KKR engagierte sich im Dezember 2016 bei den Marktforschern. Nach Ablauf der Angebotsfrist im Februar 2017 hielten der GfK-Verein und der Finanzinvestor als sein neuer Partner zusammen etwas mehr als die angestrebten 75 Prozent. KKR allein sammelte rund 19,3 Prozent der Anteile ein.

Stada

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven griffen 2017 nach dem Arzneimittelhersteller aus Bad Vilbel bei Frankfurt. Ihre Offerte bewertete das Unternehmen mit 5,3 Milliarden Euro. Am Ende mussten sie jedoch drauflegen und gut 5,6 Milliarden inklusive Schulden hinblättern. Der aktivistische Investor Elliott und andere Minderheitsaktionäre trennten sich erst nach Aufstockung der Offerte von ihren Anteilen.

Scout24

Die Finanzinvestoren Blackstone und Hellman & Friedman bieten für den Betreiber von Deutschlands größtem virtuellen Wohnungs- und Häuserportal ImmobilienScout24 insgesamt 5,7 Milliarden Euro inklusive Schulden. Die beiden US-Fonds zielen zunächst nur auf 50 Prozent plus eine Aktie, wollen das Münchener Unternehmen also nicht komplett von der Börse nehmen. Das Investorenduo hatte es vor sechs Jahren mehrheitlich von der Deutschen Telekom übernommen und 2015 selbst an die Börse gebracht.

Osram

Ob es zu einem Delisting beim Lichtkonzern durch Finanzinvestoren kommt, ist derzeit eine spannende Frage. Die ehemalige Siemens-Tochter hatte im Februar „vertiefte Gespräche“ mit den Beteiligungsfirmen Bain Capital und Carlyle bestätigt, die erwägen, den Konzern zu übernehmen. Ob die Private-Equity-Manager tatsächlich ein Angebot abgeben, ist offen.

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