Risikokapital Europas aktivster Geldgeber kommt aus Deutschland

Das verschlafene Europa wacht auf. Investitionen in High-Tech-Firmen erreichen neue Rekordmarken. Deutschland ist in der Spitzengruppe. Kaum einer dürfte erraten, wo das nächste europäische Start-Up-Paradies entsteht.
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San FranciscoEuropa ist besser als sein Ruf. Zwar ist keine Gründerszene so aktiv wie die im Silicon Valley. Doch steigt jetzt die Risikobereitschaft der Investoren auf dieser Seite des Atlantiks. Rund 5,7 Milliarden Dollar Risikokapital flossen nach Berechnungen der Marktbeobachter CBInsights 2014 in europäische Technologiefirmen. Das ist 78 Prozent Geld mehr als noch im Vorjahr – und so viel wie in vier Jahren nicht. 855 abgeschlossene Transaktionen hat der Marktbeobachter gezählt. Weil die Anzahl der Kapitalrunden weitgehend gleich bleibt, fließt außerdem mehr Geld pro Runde.

Dabei waren die Deutschen besonders fleißig dabei. 1,28 Milliarden Dollar statt 578 Millionen Dollar im Vorjahr haben deutsche Kapitalgeber 2014 investiert – damit schafften sie es sowohl in Sachen Volumen als auch, was den Anstieg der Förderung angeht, in die Spitzengruppe. Nur in Großbritannien flossen mit 1,69 Milliarden Dollar mehr Risikogelder in junge Unternehmen. Der aktivste Kapitalgeber stammt dennoch aus Deutschland: Es ist der High-Tech-Gründerfonds, ein Verbund aus öffentlichen und privaten Geldgebern, darunter das Wirtschaftsministerium, die KfW-Bank, Daimler, RWE Innogy und Tengelmann.

Der Fonds hat seinen Einsatz an Risikokapital im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Rund 250 Unternehmen fördert er derzeit, 2014 gab er 35 Mal Geld. Auf den Plätzen zwei und drei der wachstumsstärksten Geldgeber folgen laut CB Insights der in Genf beheimatete und auch im Silicon Valley extrem aktive Index Ventures Fonds und Accel Partners aus dem kalifornischen Palo Alto.

Innerhalb Europas zog wiederum ein deutsches Unternehmen am stärksten ausländisches Kapital an. Es handelt sich um das Berliner Unternehmen Lieferheld (Delivery Hero). In drei Runden sammelte der Lieferservice 2014 523 Millionen Dollar ein, insgesamt 1,22 Milliarden Dollar. Anfang diesen Jahres ging es weiter, da steckte Rocket Internet weitere 500 Millionen Euro in den Pizza und Sushi-Lieferdienst.

Der Deutsche gibt sich bodenständig und businessorientiert
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  • "Copycats" ist ein generischer Begriff für Nachahmer von Geschäftsmodellen, häufig mit dem Focus, später vom größeren Orginal aufgekauft zu werden. Keine Bezeichnung speziell für die Samwers.

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