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Riskant und teuer Stopp – bloß nicht investieren!

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Arglistiges Schweigen

Unter anderem habe die Pfandfreigabe durch die eingetragene Gläubigerin vom Verkäufer nicht erzielt werden können und der Verkäufer „entgegen der protokollierten Absprache“ einen Grundschuldbrief dem Notar nicht zur Verfügung gestellt. Des Weiteren seien schwere Mängel aufgetaucht. Das Fehlen einer CO2-Warnanlage sei „arglistig verschwiegen“ worden.

Daraus ergibt sich jedenfalls nicht, dass die Immobilie jemals S&K gehört hat.

  • Eine Immobiliengesellschaft aus dem Referenzkatalog ist insolvent: Sie gehört zum Multi Tec Park – ein Gewerbegebiet im Mainzer Stadtteil Hechtsheim, der laut S&K 34 Millionen Euro wert sein sollte.

S&K erklärt hierzu pauschal, dass die WirtschaftsWoche nicht gründlich recherchiert habe, weil es ansonsten nicht „derart falsche Angaben bezüglich des Vorgangs Gerbermühle oder MultiTecPark“ geben könne. Fragen zu den Objekten beantwortet das Unternehmen hingegen nicht.

Die Freude am süßen Leben lassen sich die beiden Gründer aber von solchen Ärgernissen nicht verdrießen. Ihre Partys, zu denen auch der eine oder andere Finanzberater eingeladen wird, gelten als legendär: Köller etwa mietete einmal einen Elefanten und wartete mit Promis wie Schauspieler Chuck Norris sowie vielen leicht bekleideten Frauen auf. Bei einer anderen Gelegenheit präsentierte er sich in Superman-Badehose, mit dem Ex-Börsenguru Thomas Kramer. In der Szene kursieren Unmengen an Fotos.

Einmal posierte er auch mit einer Blondine im Arm und einer Maschinenpistolen-Attrappe in der rechten Hand – über ihm der Spruch: „Get rich or die trying“.

Ökoenergie: Windige Investments in Italien

Wo andere den Nervenkitzel in der Achterbahn suchen, ließ sich Heinrich Grabl* in Geldsachen beraten. 2011 traf sich der Rentner aus Franken auf einem Jahrmarkt in Bayern mit einem Vertreter eines Fürther Finanzvertriebs.

Der Vermittler machte ihm ein Investment der Berliner Energiewert GmbH, inzwischen in Bio Block Kraft (BBK) umbenannt, schmackhaft. Ein Darlehen, das er an Energiewert zahlte, sollte in neue Solarparks in Italien fließen. Dafür versprach ihm der Vermittler eine hohe Gewinnbeteiligung. „Besser als Riester“, habe der Vermittler geschwärmt. Grabl ließ sich überzeugen und zahlte Energiewert 10.000 Euro.

Dafür sollte er bei einer Laufzeit von sieben Jahren 8.200 Euro Gewinnbeteiligung bekommen (8,9 Prozent Rendite pro Jahr). Seit Juli 2011 zahlt ihm Bio Block Kraft 200 Euro monatlich an Ausschüttung. Vorausgesetzt, die 200 Euro fließen weiter, bliebe für Grabl ein Gewinn von 6.800 Euro (7,7 Prozent Rendite). Dass er die 6.800 Euro tatsächlich erhält, ist allerdings fraglich.

Nachdem Grabl erfahren hatte, dass Bio Block Kraft auch in Blockheizkraftwerke in Italien investiert, wurde er misstrauisch und schaltete einen Anwalt ein. Blockheizkraftwerke erzeugen sowohl Strom als auch Wärme und nutzen damit die Energie aus dem Brennstoff, etwa Pflanzenöl, besonders gut aus. An sich eine umweltfreundliche Idee, jedoch tummeln sich in dem Markt eine Reihe schwarzer Schafe.

Grabl fürchtete, es könne ihm gehen wie etwa 200 Anlegern, die ihr Geld in Blockheizkraftwerke der RWI Real Wert Invest in Hofheim investierten. Inzwischen ist RWI insolvent.

Susanne Rheinberg*, 56, selbstständig, aus Sachsen, hatte 2010 etwa 55.000 Euro bei RWI investiert. Das Geld hat sie über einen Kredit finanziert. Jetzt müssen sie und ihre Familie 670 Euro monatlich für Zins und Tilgung zahlen. „Statt der regelmäßigen Ausschüttungen haben wir von RWI nur zwei Mal Geld bekommen, insgesamt nur wenige Hundert Euro“, sagt Anlegerin Rheinberg. „RWI hat nie so viele Kraftwerke zum Laufen bekommen, um die versprochenen Ausschüttungen leisten zu können“, sagt Christian M. Schulter, Anwalt aus Berlin. Der Preis für das Pflanzenöl, mit dem die Kraftwerke betrieben werden sollten, sei zu hoch gewesen.

Nach eigenen Angaben wollte die Energiewert GmbH, die spätere BBK, 2010 mit dem Produkt „Value Power 2011“ zehn Millionen Euro für Blockheizkraftwerke an drei Standorten in Italien einsammeln. Die Kraftwerke sollten mit Pflanzenöl betrieben werden. In Deutschland werden diese Anlagen nicht mehr gefördert, weil der Pflanzenölpreis zu stark schwanke, als dass sich die Anlagen wirtschaftlich betreiben ließen, so die Begründung der Bundesregierung.

Die Anleger investierten, wie Rentner Grabl, über partiarische Darlehen in die Kraftwerke, das heißt, sie liehen Energiewert Geld, für das sie keine Zinsen bekommen, sondern Anteile am Gewinn. Partiarische Darlehen sind nicht einlagengesichert und werden bei Insolvenzen nachrangig behandelt. Geht der Anbieter pleite, droht den Anlegern der Totalverlust. „Zudem unterliegen diese Darlehen nicht der Finanzaufsicht, die Anbieter sind auch nicht verpflichtet, den Anlegern ausführliche Prospekte zur Verfügung zu stellen“, sagt Cristian Martin, Anwalt aus Nürnberg. Anleger Grabl habe nur einen Zeichnungsschein und später ein Zertifikat von Energiewert erhalten.

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5 Kommentare zu "Riskant und teuer: Stopp – bloß nicht investieren!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • So ist es. Genau die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. Viele sind beratungsresistent bis zum Abwinken, was soll man dazu noch sagen? Ich berate im Bereich Währungs- und Zinsmanagement KMUs und gelegentlich auch mal Kommunen oder Landkreise. Kann mich noch gut an einen Landrat erinnern, der vor ein paar Jahren ca. 150 Mio Kassenkredite in CHF finanzieren wollte und, entgegen meinem Rat auch hat. Die Kredite bestehen immer noch (Kassenkredite!), mehr brauche ich da wohl nicht zu erwähnen. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, danach sind sie dann wieder die armen Sparer, die nur ihr Geld GANZ sicher anlegen wollten und von dem BÖSEN Berater reingelegt wurden. Was den Landrat angeht, in diesem Falle konnte ich eindeutig belegen, dass ich dringend von der CHF-Finanzierung abgeraten hatte. Ist wohl einfach so, gegen Dummheit helfen auch keine Gesetze.

  • Kommt mir sehr bekannt vor. ich habe auch mal bei einer bank gearbeitet. Kann mich an Zeiten vor der Finanzkrise erinnern: Meine KUnden waren zinsgeil wie nur was. Bei 3% p.a. schmissen sie das Angebot mir vor die Füße. Einige haben ihr Geld in Island angelegt, nicht wenige davon waren nach Zusammenbruch des BAmkensystems aufeinmal ganz arme kleine Anleger, die ja nur ihr Geld vernünftig anlegen wollten. Ich habe kein Mitleid mit solchen Zinsjägern.

  • Alles recht "interessante" Geschäftsideen. Ich bekomme speziell die Anziehungskraft der Prokon Genussrechte beinahe täglich mit.

    Ich arbeite als Berater in einer Bank. Lassen wir an dieser Stelle bitte kurz außer Acht, dass das ja das letzte ist, ich sämtliche Kunden nur über den Tisch ziehe, mich schämen sollte und meine Seele sowieso verloren ist.

    Sonst sehr zurückhaltende und konservative Kunden, oftmals zwischen 50 und 70 Jahren alt, die ihr Geld für unter 0,5% auf dem Tagesgeldkonto vorhalten, denen jedes Wertpapier außer einer Bundesanleihe zu riskant ist und die mir (ich weiß, ich weiß, zurecht...) reserviert bei jeglichen Anlagevorschlägen entgegenkommen gehören zu meiner Kundschaft.

    Neuerdings kommen einige dieser Kunden auf mich zu, fragen nach den Zinssätzen für Tages- und Festgeld und werfen mir dann entweder eine Prokon-Anzeige direkt auf den Tisch oder erzählen mir zumindest davon. Mehrmals fiel dann tatsächlich der Begriff des "Öko-Sparbuchs" bzw. "Erneuerbare-Energien-Sparbuchs" oder aber "Wind-Sparbuchs". (Wobei letzterer Begriff, wenn auch anders gemeint, fast wieder passt). Der Versuch zu erklären, dass es sich hier um Genussrechte handelt und welche Risiken dahinter stecken wird oftmals eher belächelt und beantwortet mit dem Argument, dass erneuerbare Energien doch DIE Zukunft sind. Wenn ich dann erwidere, ob dazu auch Solar gehört (was natürlich bejaht wird) und ob sich die Herrschaften einmal das Schicksal der meisten deutschen Solarunternehmen angeschaut haben kommt dann oftmals: "Ja, aber hier geht es doch um Wind!".

    Hier tickt mit Sicherheit die nächste Bombe, die bald etliche, meist Kleinanleger um ihr Geld bringt. Und mit Sicherheit wird auch meine Kundschaft dann mit Sicherheit aufschreien: "Hätten wir das gewusst!!"

    Ich erinnere mich da z.B. auch noch an die unglaublich tollen Zinssätze, die isländische Banken offerierten...Aber das ist eine andere Geschichte

  • Logisch, man sollte nur dort investieren wo nachweislich auch die Sachgüter existieren!
    Man sollte sich vorher auch Auskünfte über die Geschäftsleitung besorgen.

  • +++ Steinbrück und die WINDIGEN GESCHÄFTE ++++++++

    Allerdings hat Steinbrück eine andere, finstere Seite, die das zarte Pflänzchen sozialdemokratischen Selbstbewusstseins zu zerhäckseln droht.

    Steinbrück hatte mit dem jetzt schon wieder zurückgetretenen Roman Maria Koidl einen Berater geholt, der die windigen Finanzgeschäfte macht, welche die SPD einhegen will.

    Daraus spricht eine Geringschätzung des politischen Kerngeschäfts und eine große Ferne zur eigenen Partei.
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    Wie in der Honoraraffäre ist Steinbrück unfähig, die Wirkung seiner Entscheidungen einigermaßen solide zu kalkulieren. Das ist eine Instinktlosigkeit, die keinem Mangel an Intelligenz, sondern einem allzu großformatigen Selbstbewusstsein geschuldet ist. Taugt so ein Ego-Shooter, dessen Lernfähigkeit offenbar enge Grenzen hat, als Kanzlerkandidat? Oder sogar als Kanzler? Die SPD hat zwei Probleme: Merkel und Steinbrück.

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