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Riskant und teuer Stopp – bloß nicht investieren!

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Gerbermühle verschwunden

Eine der Gesellschaften, die laut S&K einst Lebensversicherungen aufgekauft hat, verfügt laut Handelsregister über ein Stammkapital in Höhe von einer Million Euro. Das Stammkapital einer GmbH gibt die Summe der Nennbeträge aller Geschäftsanteile an.

Laut einem notariellen Protokoll vom 27. August 2012, das beim Handelsregister hinterlegt ist, besteht diese Gesellschaft aber aus nur einem einzigen Geschäftsanteil über 25.000 Euro. Im Geschäftsbericht des Unternehmens von 2010 heißt es zudem, dass Einlagen in Höhe von 975.000 Euro noch ausstehen.

S&K erklärt hierzu, dass alle Angaben bezüglich des Stammkapitals in Höhe von einer Million Euro zutreffend seien.

Ob die Gesellschaften in der Lage sind, allein aus laufenden Erträgen ganz locker ihre Gläubiger zu bedienen, lässt sich nur schwer eruieren. Zur Gruppe gehören mehrere Dutzend Gesellschaften. Einen Konzerngeschäftsbericht, der Auskunft über die Ertragskraft der Gruppe geben könnte, gibt es nicht.

Mitte 2012 meldete S&K einen Immobilienbestand von 180 Millionen Euro. Aktuell „verwaltet“ die Gesellschaft laut Homepage angeblich Immobilien im Wert von 1,7 Milliarden Euro, ihr Anwalt sprach gegenüber der WirtschaftsWoche sogar von „mehreren Milliarden Euro“.

Ein Teil der Immobilien aus dem eigenen Bestand lässt sich im Referenzkatalog von S&K besichtigen. Die Version vom 30. April 2011 zeigt einen Bestand mit einem Verkehrswert von rund 127 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte des hier gezeigten Immobilienvermögens wirft beim näheren Hinsehen allerdings Fragen auf:

  • Auf den Seiten 114 und 115 der Printversion ist die Gerbermühle mit einem Verkehrswert von 7,3 Millionen Euro zu sehen. In der aktuell im Netz befindlichen Internet-Variante vom selben Tag – eine neuere Version gibt es nicht – fehlen die Seiten 114 und 115 und damit alle Angaben zur Gerbermühle, deren Kauf S&K in 2011 noch stolz verkündet hatte. Zu den Gründen wollte sich S&K nicht äußern. Auffällig ist jedenfalls, dass Familienmitgliedern der S&K-Chefs – bis auf 0,4 Prozent – eine Gesellschaft mit dem Namen „Gerbermühle Objekt GmbH“ gehört. Ob diese im Zusammenhang mit der gleichnamigen Immobilie steht, wollte S&K nicht beantworten.
  • Ein Büro- und Geschäftshaus in Karlsruhe, das sich laut Katalog „in sehr guter Geschäftslage“ befindet und 26,6 Millionen Euro wert sein soll, war nach Informationen der WirtschaftsWoche sogar nie im Eigentum der S&K, weil das Unternehmen zweimal vom Kaufvertrag zurücktrat. S&K erklärt hierzu, dass der erste Kaufvertrag vor dem 30. April 2011 geschlossen worden sei – und damit, bevor der Referenzkatalog erstellt wurde. Später habe es Schwierigkeiten mit der Verkäuferpartei gegeben.
Finance Briefing
Arglistiges Schweigen
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5 Kommentare zu "Riskant und teuer: Stopp – bloß nicht investieren!"

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  • So ist es. Genau die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. Viele sind beratungsresistent bis zum Abwinken, was soll man dazu noch sagen? Ich berate im Bereich Währungs- und Zinsmanagement KMUs und gelegentlich auch mal Kommunen oder Landkreise. Kann mich noch gut an einen Landrat erinnern, der vor ein paar Jahren ca. 150 Mio Kassenkredite in CHF finanzieren wollte und, entgegen meinem Rat auch hat. Die Kredite bestehen immer noch (Kassenkredite!), mehr brauche ich da wohl nicht zu erwähnen. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, danach sind sie dann wieder die armen Sparer, die nur ihr Geld GANZ sicher anlegen wollten und von dem BÖSEN Berater reingelegt wurden. Was den Landrat angeht, in diesem Falle konnte ich eindeutig belegen, dass ich dringend von der CHF-Finanzierung abgeraten hatte. Ist wohl einfach so, gegen Dummheit helfen auch keine Gesetze.

  • Kommt mir sehr bekannt vor. ich habe auch mal bei einer bank gearbeitet. Kann mich an Zeiten vor der Finanzkrise erinnern: Meine KUnden waren zinsgeil wie nur was. Bei 3% p.a. schmissen sie das Angebot mir vor die Füße. Einige haben ihr Geld in Island angelegt, nicht wenige davon waren nach Zusammenbruch des BAmkensystems aufeinmal ganz arme kleine Anleger, die ja nur ihr Geld vernünftig anlegen wollten. Ich habe kein Mitleid mit solchen Zinsjägern.

  • Alles recht "interessante" Geschäftsideen. Ich bekomme speziell die Anziehungskraft der Prokon Genussrechte beinahe täglich mit.

    Ich arbeite als Berater in einer Bank. Lassen wir an dieser Stelle bitte kurz außer Acht, dass das ja das letzte ist, ich sämtliche Kunden nur über den Tisch ziehe, mich schämen sollte und meine Seele sowieso verloren ist.

    Sonst sehr zurückhaltende und konservative Kunden, oftmals zwischen 50 und 70 Jahren alt, die ihr Geld für unter 0,5% auf dem Tagesgeldkonto vorhalten, denen jedes Wertpapier außer einer Bundesanleihe zu riskant ist und die mir (ich weiß, ich weiß, zurecht...) reserviert bei jeglichen Anlagevorschlägen entgegenkommen gehören zu meiner Kundschaft.

    Neuerdings kommen einige dieser Kunden auf mich zu, fragen nach den Zinssätzen für Tages- und Festgeld und werfen mir dann entweder eine Prokon-Anzeige direkt auf den Tisch oder erzählen mir zumindest davon. Mehrmals fiel dann tatsächlich der Begriff des "Öko-Sparbuchs" bzw. "Erneuerbare-Energien-Sparbuchs" oder aber "Wind-Sparbuchs". (Wobei letzterer Begriff, wenn auch anders gemeint, fast wieder passt). Der Versuch zu erklären, dass es sich hier um Genussrechte handelt und welche Risiken dahinter stecken wird oftmals eher belächelt und beantwortet mit dem Argument, dass erneuerbare Energien doch DIE Zukunft sind. Wenn ich dann erwidere, ob dazu auch Solar gehört (was natürlich bejaht wird) und ob sich die Herrschaften einmal das Schicksal der meisten deutschen Solarunternehmen angeschaut haben kommt dann oftmals: "Ja, aber hier geht es doch um Wind!".

    Hier tickt mit Sicherheit die nächste Bombe, die bald etliche, meist Kleinanleger um ihr Geld bringt. Und mit Sicherheit wird auch meine Kundschaft dann mit Sicherheit aufschreien: "Hätten wir das gewusst!!"

    Ich erinnere mich da z.B. auch noch an die unglaublich tollen Zinssätze, die isländische Banken offerierten...Aber das ist eine andere Geschichte

  • Logisch, man sollte nur dort investieren wo nachweislich auch die Sachgüter existieren!
    Man sollte sich vorher auch Auskünfte über die Geschäftsleitung besorgen.

  • +++ Steinbrück und die WINDIGEN GESCHÄFTE ++++++++

    Allerdings hat Steinbrück eine andere, finstere Seite, die das zarte Pflänzchen sozialdemokratischen Selbstbewusstseins zu zerhäckseln droht.

    Steinbrück hatte mit dem jetzt schon wieder zurückgetretenen Roman Maria Koidl einen Berater geholt, der die windigen Finanzgeschäfte macht, welche die SPD einhegen will.

    Daraus spricht eine Geringschätzung des politischen Kerngeschäfts und eine große Ferne zur eigenen Partei.
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    Wie in der Honoraraffäre ist Steinbrück unfähig, die Wirkung seiner Entscheidungen einigermaßen solide zu kalkulieren. Das ist eine Instinktlosigkeit, die keinem Mangel an Intelligenz, sondern einem allzu großformatigen Selbstbewusstsein geschuldet ist. Taugt so ein Ego-Shooter, dessen Lernfähigkeit offenbar enge Grenzen hat, als Kanzlerkandidat? Oder sogar als Kanzler? Die SPD hat zwei Probleme: Merkel und Steinbrück.

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