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Riskant und teuer Stopp – bloß nicht investieren!

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Weitverzweigte Netzwerke

Derzeit werden die Anteile an den Blockheizkraftwerken der Bio Block Kraft von Neckermann SynEnergy aus Ilshofen bei Schwäbisch Hall verkauft. Geschäftsführerin ist Claudia Bahle. Bis Ende vergangenen Jahres firmierte der Finanzvertrieb noch unter SynEnergy.

Laut eigenen Angaben ist Neckermann SynEnergy „der größte Finanzvertrieb Europas für erneuerbare Energien“. Ähnlich wie bei einem Versicherungsvertrieb kurbeln Regionalleiter und ihre Mitarbeiter den Verkauf der grünen Investments an.

SynEnergy verkauft weitere Produkte aus einem weitverzweigten Netzwerk. Dazu gehören neben Bio Block Kraft auch Solar9580, die Solarparks in Kroatien und Serbien errichtet, sowie das Berliner Unternehmen Sunrise Energy, das Solarparks in Italien betreibt. Zumindest bei Bio Block Kraft beteiligen sich die Anleger über partiarische Darlehen.

Die drei Unternehmen sind eng personell verknüpft. Andreas Brandl ist sowohl Geschäftsführer der Bio Block Kraft in München als auch von Sunrise Energy und Solar9580 GmbH & Co. KG in Bremen. Reiner Hamberger ist Inhaber der Solar9580 e.K. in Ilshofen, die mit Solaranlagen handelt. Brandl und Hamberger sind laut Handelsregister zu je 50 Prozent an Sunrise Energy beteiligt. Beiden gehört auch jeweils die Hälfte der Solar9580 GmbH & Co. KG.

Bio Block Kraft, Solar9580 und Sunrise Energy, für die der Finanzvertrieb Neckermann SynEnergy Geld einsammelt, betreiben Projekte mit erneuerbaren Energien in Italien, Kroatien und Serbien. Stehen Blockheizkraftwerke oder Solarparks im Ausland, ist die Hemmschwelle der Anleger zu überprüfen, ob die Anlagen tatsächlich im Betrieb sind, deutlich höher.

Sich vor Ort zu informieren kann sich lohnen. So will Bio Block Kraft ein Blockheizkraftwerk in Gattinara in der norditalienischen Region Piemont betreiben. Es soll „zukunftsorientierte Energie für das dritte Jahrtausend“ erzeugen, so BBK.

Ein Projekt stockt

Wann das sein wird, ist jedoch offen. Gattinaras Bürgermeister Daniele Baglione bestätigt zwar, dass Bio Block Kraft einen Antrag auf ein entsprechendes Projekt eingereicht habe, die Provinz aber noch über eine Genehmigung entscheiden müsse. Bio Block Kraft war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auch bei Sunrise Energy stockt ein Projekt. Die Solaranlage sollte laut Internet-Seite von Sunrise in Castenedolo nahe Brescia Ende Juli vergangenen Jahres ans Netz gegangen sein. Bisher steht dort lediglich ein Transformatorenhäuschen, wie der für Bauprojekte in der Gemeinde zuständige Architekt Giuliano Filippini auf Anfrage bestätigte.

Auffällig ist, dass einige Sunrise-Projekte nicht im italienischen Register für geförderte Anlagen auftauchen. Nur kleine Anlagen mit bis zu zwölf Kilowatt Leistung sind in Italien derzeit von der Registrierungspflicht ausgenommen. Bis zum 26. August lag das Limit bei 200 Kilowatt Leistung.

Ausnahmen gab es bis Ende vergangenen Jahres nur für Dachanlagen und Solaranlagen auf öffentlichem Grund. Die nach Angaben von Sunrise Energy 2012 ans Netz angeschlossenen Dachanlagen in Reggiolo, Lonato, Castenedolo und Borgoforte fielen demnach nicht unter die Registrierungspflicht.

Der Sunrise-Solarpark auf einer Freifläche in Fresagrandinaria in den Abruzzen dagegen sollte 996 Kilowatt leisten, wäre also registrierungspflichtig, sofern es sich nicht um eine öffentliche Fläche handelt. Im offiziellen Register taucht die Anlage, die seit August vergangenen Jahres am Netz sein soll, jedoch nicht auf.

Im Register finden sich für die Gemeinde Fresagrandinaria nur Solarprojekte, die keinen Anspruch auf Förderung haben. „Ohne Registrierung aber gibt es für Anlagen, für die es keine gesetzlichen Ausnahmen gibt, auch keine Einspeisevergütung“, sagt Andreas Lutz, Geschäftsführer von New Energy Projects in München.

Ob die Anleger, die in Solarparks von Sunrise investierten, später doch noch in den Genuss einer Einspeisevergütung kommen, bleibt offen. Sunrise war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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5 Kommentare zu "Riskant und teuer: Stopp – bloß nicht investieren!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • So ist es. Genau die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. Viele sind beratungsresistent bis zum Abwinken, was soll man dazu noch sagen? Ich berate im Bereich Währungs- und Zinsmanagement KMUs und gelegentlich auch mal Kommunen oder Landkreise. Kann mich noch gut an einen Landrat erinnern, der vor ein paar Jahren ca. 150 Mio Kassenkredite in CHF finanzieren wollte und, entgegen meinem Rat auch hat. Die Kredite bestehen immer noch (Kassenkredite!), mehr brauche ich da wohl nicht zu erwähnen. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, danach sind sie dann wieder die armen Sparer, die nur ihr Geld GANZ sicher anlegen wollten und von dem BÖSEN Berater reingelegt wurden. Was den Landrat angeht, in diesem Falle konnte ich eindeutig belegen, dass ich dringend von der CHF-Finanzierung abgeraten hatte. Ist wohl einfach so, gegen Dummheit helfen auch keine Gesetze.

  • Kommt mir sehr bekannt vor. ich habe auch mal bei einer bank gearbeitet. Kann mich an Zeiten vor der Finanzkrise erinnern: Meine KUnden waren zinsgeil wie nur was. Bei 3% p.a. schmissen sie das Angebot mir vor die Füße. Einige haben ihr Geld in Island angelegt, nicht wenige davon waren nach Zusammenbruch des BAmkensystems aufeinmal ganz arme kleine Anleger, die ja nur ihr Geld vernünftig anlegen wollten. Ich habe kein Mitleid mit solchen Zinsjägern.

  • Alles recht "interessante" Geschäftsideen. Ich bekomme speziell die Anziehungskraft der Prokon Genussrechte beinahe täglich mit.

    Ich arbeite als Berater in einer Bank. Lassen wir an dieser Stelle bitte kurz außer Acht, dass das ja das letzte ist, ich sämtliche Kunden nur über den Tisch ziehe, mich schämen sollte und meine Seele sowieso verloren ist.

    Sonst sehr zurückhaltende und konservative Kunden, oftmals zwischen 50 und 70 Jahren alt, die ihr Geld für unter 0,5% auf dem Tagesgeldkonto vorhalten, denen jedes Wertpapier außer einer Bundesanleihe zu riskant ist und die mir (ich weiß, ich weiß, zurecht...) reserviert bei jeglichen Anlagevorschlägen entgegenkommen gehören zu meiner Kundschaft.

    Neuerdings kommen einige dieser Kunden auf mich zu, fragen nach den Zinssätzen für Tages- und Festgeld und werfen mir dann entweder eine Prokon-Anzeige direkt auf den Tisch oder erzählen mir zumindest davon. Mehrmals fiel dann tatsächlich der Begriff des "Öko-Sparbuchs" bzw. "Erneuerbare-Energien-Sparbuchs" oder aber "Wind-Sparbuchs". (Wobei letzterer Begriff, wenn auch anders gemeint, fast wieder passt). Der Versuch zu erklären, dass es sich hier um Genussrechte handelt und welche Risiken dahinter stecken wird oftmals eher belächelt und beantwortet mit dem Argument, dass erneuerbare Energien doch DIE Zukunft sind. Wenn ich dann erwidere, ob dazu auch Solar gehört (was natürlich bejaht wird) und ob sich die Herrschaften einmal das Schicksal der meisten deutschen Solarunternehmen angeschaut haben kommt dann oftmals: "Ja, aber hier geht es doch um Wind!".

    Hier tickt mit Sicherheit die nächste Bombe, die bald etliche, meist Kleinanleger um ihr Geld bringt. Und mit Sicherheit wird auch meine Kundschaft dann mit Sicherheit aufschreien: "Hätten wir das gewusst!!"

    Ich erinnere mich da z.B. auch noch an die unglaublich tollen Zinssätze, die isländische Banken offerierten...Aber das ist eine andere Geschichte

  • Logisch, man sollte nur dort investieren wo nachweislich auch die Sachgüter existieren!
    Man sollte sich vorher auch Auskünfte über die Geschäftsleitung besorgen.

  • +++ Steinbrück und die WINDIGEN GESCHÄFTE ++++++++

    Allerdings hat Steinbrück eine andere, finstere Seite, die das zarte Pflänzchen sozialdemokratischen Selbstbewusstseins zu zerhäckseln droht.

    Steinbrück hatte mit dem jetzt schon wieder zurückgetretenen Roman Maria Koidl einen Berater geholt, der die windigen Finanzgeschäfte macht, welche die SPD einhegen will.

    Daraus spricht eine Geringschätzung des politischen Kerngeschäfts und eine große Ferne zur eigenen Partei.
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    Wie in der Honoraraffäre ist Steinbrück unfähig, die Wirkung seiner Entscheidungen einigermaßen solide zu kalkulieren. Das ist eine Instinktlosigkeit, die keinem Mangel an Intelligenz, sondern einem allzu großformatigen Selbstbewusstsein geschuldet ist. Taugt so ein Ego-Shooter, dessen Lernfähigkeit offenbar enge Grenzen hat, als Kanzlerkandidat? Oder sogar als Kanzler? Die SPD hat zwei Probleme: Merkel und Steinbrück.

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