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Scope Alternative Investment Awards Alternative Anlagen: Preisträger profitieren vom Zinstief

Scope und das Handelsblatt haben die besten Anbieter für alternative Investments ausgezeichnet. Sachwerte bleiben gefragt. Doch die Erfolgsgeschichte hat einen Haken.
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Scope und das Handelsblatt haben die besten Anbieter für alternative Investments ausgezeichnet.
Scope Award

Scope und das Handelsblatt haben die besten Anbieter für alternative Investments ausgezeichnet.

Frankfurt Eine Immobilie wie die Alte Oper in Frankfurt – architektonisch wertvoll, zentrale Lage – hätten vermutlich alle geladenen Gäste des Alternative Investment Awards von Scope gern im Portfolio. Doch auch wenn das Gebäude nicht zum Verkauf steht, gab es für die Gäste Grund zum Feiern. Das Ratinghaus zeichnete gemeinsam mit dem Handelsblatt die besten Fondshäuser für alternativen Anlagen wie Immobilien, Infrastruktur oder Zertifikate aus.

Vor allem die Anbieter offener Immobilienfonds, der milliardenschwere Stützpfeiler der Branche, haben Grund zur Freude. Pünktlich zum 60-jährigen Jubiläum dieser Produktkategorie liefern die Anleger Geschenke frei Haus: 8,3 Milliarden Euro flossen im ersten Halbjahr 2019 in offene Immobilienfonds, so viel wie nie zuvor. Dabei sind Abflüsse schon berücksichtigt. Insgesamt haben Anleger nun 107 Milliarden Euro in offene Immobilienfonds investiert, mit denen sie sich am Gewerbeimmobilienmarkt beteiligen können. Ebenfalls Rekord.

Alles sieht nach einem anhaltend positiven Marktumfeld für die Fonds aus. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist weiterhin locker, die Zinsen für Anleihen stecken im Keller. Sachwerte wie Immobilien bleiben in diesem Umfeld gefragt. Nur einen Haken hat die Erfolgsgeschichte: Das Angebot an guten Immobilien wird knapper, die Kaufpreise dafür umso teurer. „Eine selektive Ankaufstrategie ist heute wichtiger denn je“, sagt Sonja Knorr, Analystin und Immobilienexpertin bei Scope. Wer jetzt zu Hochpreisen einsteigt, läuft Gefahr, in einer Abschwungphase Verluste zu erleiden.

Auch Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer von Deka Immobilien, betont: „Wir stehen vor der anspruchsvollen Aufgabe, in diesem Umfeld die Nettomittelzuflüsse unserer Anleger kontinuierlich zu investieren, ohne dabei die konservative Ausrichtung unserer Fonds zu beeinträchtigen.“ Aber auch die Nachhaltigkeit und die Digitalisierung sind Themen, die für die Branche immer wichtiger werden.

Warum die Fonds so beliebt sind, zeigt sich an der Rendite. Scope hat die durchschnittliche Rendite von 14 offenen Immobilienfonds mit der Rendite von einjährigen Bundesanleihen verglichen. Derzeit liegt die Differenz bei satten 3,8 Prozentpunkten. Nur einmal, im ersten Quartal 2009, war sie in den vergangenen 15 Jahren höher. Dieser Mehrertrag der Fonds sei zwar nicht der einzige, aber ein „gewichtiger“ Grund für die anhaltend hohen Zuflüsse.

Wer in den vergangenen Jahren Anteile des Wertgrund-Fonds „WohnSelect D“ gekauft hat, konnte überdurchschnittlich stark profitieren: Nicht zuletzt Verkäufe resultierten in einer auch für offene Immobilienfonds hohen Fünf-Jahres-Rendite von neun Prozent pro Jahr. „Investments in Regionen mit Wachstums- und in Immobilien mit Mietsteigerungspotenzialen sind wesentliche Gründe für die exzellente Performance“, begründet Scope-Analystin Knorr den Preis für Wertgrund in der Kategorie Retail Real Estate Residential.

Die gute Immobilienkonjunktur nutzen die Fondshäuser auch, um ihre Portfolien zu bereinigen. Nach Ansicht von Scope ist das in Europa der Deka besonders gut gelungen. Gesunkene Risiken bei zugleich steigenden Renditen sind die Gründe für den Preis in der Kategorie Retail Real Estate Europe. In der Kategorie Deutschland hat Union Investment Real Estate mit seiner Erfolgsbilanz die Jury überzeugt. Besonders beliebt war in den ersten neun Monaten des Jahres der Fonds „UniImmo Wohnen ZBI“, dem Anleger 1,5 Milliarden Euro anvertraut haben.

Neue Fonds angekündigt

Um der hohen Nachfrage nach Immobilien gerecht zu werden, legt die Branche neue offene Immobilienfonds auf. Vor drei Jahren wagte sich Swiss Life mit dem „Swiss Life Living and Working“, der sowohl in Gewerbe-, Wohn- als auch Gesundheitsimmobilien investiert, als einer der ersten Neuemittenten hervor. Realis, eine Tochter der Bayrischen Landesbank, will bald seinen ersten offenen Immobilienfonds mit Fokus Europa auf den Markt bringen.

Zuvor hatten KGAL und Credit Suisse ähnliche Produkte aufgelegt. Habona Invest managt einen Fonds mit Schwerpunkt Nahversorger, also mit Immobilien etwa für Lebensmärkte oder Kindertagessstätten, und hat damit den speziellsten offenen Immobilienfonds im Angebot. Und auch die Deka, der größte Anbieter offener Immobilienfonds, hat gleich drei neue Produkte angekündigt.

Wo Büroimmobilien, die mit 63 Prozent das beliebteste Segment der Fonds stellen, knapp und teuer werden, geht der Trend zu spezielleren Immobilien. „Angestrebt ist ein Ausbau der Nutzungsarten Logistik, Wohnen wie etwa Studentenwohnheime und Mikroapartments, sowie Hotels“, sagt Clemens Schäfer, Leiter des europäischen Immobiliengeschäfts bei der DWS.

Wohnimmobilien haben bereits an Bedeutung gewonnen, unter anderem durch Wohnfonds. Der Anteil an den Investitionen insgesamt ist aber nach wie vor gering: Nur 0,4 Prozent des Transaktionsvolumens flossen in Wohnimmobilien.

Doch nicht nur der Fondsmarkt mit Privatanlegern wächst. Auch der Markt mit institutionellen Investoren wird größer. In offenen Spezialfonds halten sie derzeit 98 Milliarden Euro, weitere acht Milliarden in geschlossenen Fonds. In diesem Bereich sind noch mehr Produkte zu erwarten: drei Viertel der Anbieter planen laut einer Scope-Umfrage in den nächsten drei Jahren neue Fonds.

Dass Sachwerte bei Großinvestoren gefragt sind, das zeigt sich auch bei Anlagen in die Bereiche Infrastruktur, Transport oder Energie. Fondsanbieter Commerz Real rechnet etwa damit, dass das Interesse an erneuerbaren Energien und Infrastruktur zunehmen wird.

Die Kategorie Transport konnte der Anbieter KGAL in diesem Jahr für sich entscheiden. Scope lobt die „hohe Transaktionskompetenz“. Das Fondshaus aus Grünwald bei München ist vor allem für seine Flugzeugfonds bekannt. Seit 1979 wurden laut KGAL bereits 7,9 Milliarden Euro in Flugzeuge angelegt.

Bei den Infrastrukturinvestments konnte Credit Suisse Energy Infrastructure Partners den Scope-Award gewinnen. Laut einer aktuellen Analyse von Preqin gestaltet sich der globale Infrastrukturmarkt im Moment schwierig. Im dritten Quartal sammelten 19 Fonds 8,4 Milliarden US-Dollar ein – ein deutlicher Einbruch gegenüber dem Rekordjahr zuvor, als im selben Zeitraum noch 44 Milliarden Dollar eingesammelt wurden.

Mehr: Offene Immobilienfonds sind begehrt wie nie. Das setzt die Fondsmanager unter Zugzwang. Sie müssen das Geld der Anleger in einem teuren Markt möglichst sicher anlegen.

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