Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Star-Investor Warren Buffett verdient mit Aktien von Kraft Heinz 1,2 Milliarden Dollar an einem Tag

Das „Orakel von Omaha“ hat an den Aktien von Kraft Heinz festgehalten und wird belohnt. Das kommt aus zwei Gründen zu einem günstigen Zeitpunkt.
Kommentieren
Der Kurssprung bei Kraft Heinz kommt für Buffett zu einem günstigen Zeitpunkt. Quelle: AP
Warren Buffett

Der Kurssprung bei Kraft Heinz kommt für Buffett zu einem günstigen Zeitpunkt.

(Foto: AP)

Düsseldorf Endlich wieder gute Nachrichten für Warren Buffett: Am Donnerstag legte die Aktie von Kraft Heinz 13,4 Prozent zu und bescherte dem Star-Investor einen Buchgewinn von 1,2 Milliarden Dollar. Gegen alle Kritik hatte das „Orakel von Omaha“ zuvor am Ketchup-Produzenten festgehalten.

Auslöser für den Kurssprung waren überraschend gute Quartalszahlen: Kraft Heinz meldete einen Nettogewinn von 899 Millionen Dollar – 45 Prozent mehr als im Vorquartal. Das bereinigte Ergebnis lag pro Aktie bei 0,69 Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 0,54 Dollar je Aktie gerechnet. Der Nettoumsatz lag mit 6,08 Milliarden Dollar allerdings etwas unter den erwarteten 6,13 Milliarden Dollar.

Für Buffett kommt die Entwicklung zur richtigen Zeit: Denn seitdem seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire 2015 die Fusion des Ketchupherstellers Heinz mit dem Nahrungsmittelkonzern Kraft orchestrierte, hat die Aktie knapp 60 Prozent an Wert verloren. Im Vergleich zum Allzeithoch von 96,95 Dollar aus dem Februar 2017 sind es fast 70 Prozent.

Trotzdem hielt Buffett unbeirrt an Kraft Heinz fest und ist mit einem Anteil von 27 Prozent der Aktien der größte Einzelinvestor. Erst im August bekräftige Berkshire, dass man die Absicht und Fähigkeit habe, die Investition bis zur Erholung zu halten.

Deshalb wuchs zuletzt die Kritik am Investment-Guru. Ein jahrzehntelanger Aktionär von Buffetts Konglomerat trennte sich zuletzt sogar von seinen Anteilen. Mit seiner Investition in Kraft Heinz habe sich Buffett verkalkuliert, kritisierte David Rolfe, Chief Investment Officer bei Wedgewood Partners, in einem Brief an seine Kunden. Frühzeitige Investments in Unternehmen wie Mastercard und Visa habe der 89-Jährige dagegen verpasst.

Tatsächlich ist Buffetts Bilanz im laufenden Jahr mäßig: Seit Jahresbeginn gewann die B-Aktie von Berkshire lediglich vier Prozent an Wert. Der S&P 500, der auch die Einzelwerte von Berkshire Hathaway umfasst, stieg im selben Zeitraum um mehr als 21 Prozent.

Der Kurssprung bei Kraft Heinz kommt für Buffett deshalb auch aus einem zweiten Grund zu einem günstigen Zeitpunkt: Berkshire bereitet sich aktuell auf die Veröffentlichung seines Ergebnisberichts für das dritte Quartal vor.

Seit dem vergangenen Jahr zwingt eine neue Bilanzierungsregel Berkshire dazu, sein Aktienportfolio zu aktuellen Kursen zu bewerten und in das Quartalsergebnis zu verbuchen. Doch in diesem Jahr hat Berkshire bislang davon abgesehen, den Buchwert der Kraft-Heinz-Aktien zu korrigieren, da der Lebensmittelproduzent seine Ergebnisse für das erste Halbjahr verspätet veröffentlichte. Berkshire schloss Kraft Heinz deshalb für das erste und zweite Quartal aus seinem Ergebnis aus.

Für das dritte Quartal, das am 30. September endete, dürften die Kraft-Heinz-Anteile zu aktuellen Kursen bewertet werden. Zum Ende des zweiten Quartals standen die 326 Millionen Anteile noch mit 13,5 Milliarden US-Dollar in den Büchern, Ende September war das Aktienpaket aber nur noch 9,3 Milliarden Wert. Es drohen also Abschreibungen in Milliardenhöhe.

Doch der jüngste Kurssprung könnte Buffett in seiner Argumentation stärken, dass bei Kraft Heinz die Talsohle bereits durchschritten ist. Im Juli kam in Miguel Patricio ein neuer CEO, die Aktie befindet sich seit Mitte August auf Stabilisierungskurs und legte seitdem mehr als 25 Prozent zu. Der derzeitige Wert des Aktienpakets liegt deshalb schon wieder bei 10,5 Milliarden Dollar.

Buffett selbst rät seinen Aktionären ohnehin dazu, den Aktienpaketen von Berkshire nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Er hält nichts von den neuen Bilanzierungsregel. Zu stark könnten die Werte von Quartal zu Quartal schwanken. „Weder Berkshires stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender, Charlie Munger, noch ich glauben, dass das eine sinnvolle Regel ist“, schimpfte Buffett im Februar in seinem Brief an die Investoren.

Mehr: Seit zehn Jahren ist Tracy Britt Cool Buffetts Frau für schwere Fälle. Jetzt hat die 35-Jährige eine Art „Mini-Berkshire“ gegründet.

Startseite

Mehr zu: Star-Investor - Warren Buffett verdient mit Aktien von Kraft Heinz 1,2 Milliarden Dollar an einem Tag

0 Kommentare zu "Star-Investor: Warren Buffett verdient mit Aktien von Kraft Heinz 1,2 Milliarden Dollar an einem Tag"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.