Starke Marken, stolzer Preis Nichts hält für die Ewigkeit

Nestlé, Coca-Cola oder McDonalds – diesen Unternehmen trauen Anleger mehr als den meisten Staaten. Die Großkonzerne locken mit ansehnlichen Renditen. Aber Vorsicht: Der Tag rückt näher, an dem die Blase platzt.
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Börsenweisheit: Wenn alle glauben, dass etwas ohne Risiko ist, wird es gefährlich. Quelle: ap

Börsenweisheit: Wenn alle glauben, dass etwas ohne Risiko ist, wird es gefährlich.

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Warren Buffett ist nicht gerade dafür bekannt, zu viel für eine Sache zu bezahlen. Der Milliardär hält sein Geld zusammen. Er kauft gerne günstig ein. Bislang zumindest. Jetzt macht er mal eben mehr als 20 Milliarden Dollar locker, um H.J. Heinz, einen Ketchup-Konzern, zu übernehmen. Was die Fachwelt verblüfft: Heinz gilt nicht als Schnäppchen, die Aktie ist an der Börse sehr hoch bewertet, und Buffett bietet sogar noch einen Aufschlag von 20 Prozent auf den Marktwert.

Was denkt sich der Investor dabei? Ist er von allen guten Geistern verlassen? Vielleicht. Vielleicht hat er aber auch einfach nur ein gutes Gedächtnis.

Egal ob Großinvestor oder Kleinanleger, alle haben im Moment dasselbe Problem: Wer Geld halbwegs sicher anlegen will, bekommt dafür kaum noch Rendite. Seitdem die Notenbanken in der Finanzkrise den Zins praktisch abgeschafft haben, ist mit Zinspapieren nichts mehr zu holen, nicht mit Staatsanleihen, nicht mit erstklassigen Firmenbonds, selbst riskantere Rentenpapiere aus den Schwellenländern werfen wenig ab. Aus der Not heraus („Wohin mit dem Geld?“) trauen sich die Anleger langsam, aber sicher an eine Anlageklasse, die schon als erledigt galt: die Aktie.

Aber bitte, zu viel Risiko soll es dann doch nicht sein. Deshalb suchen alle nach einer „sicheren“ Aktie, von Unternehmen, die bislang alle Krisen überstanden haben und die Zukunft noch gutes Geld verdienen werden.

„Ich bin auf der Suche nach Unternehmen, die in ihrem Markt so stark sind, dass sie Preise diktieren können, die schuldenfrei sind und deren Geschäftsmodell in zehn und in 20 Jahren noch funktioniert“, sagt etwa Jürgen Meyer, Fondsmanager bei SEB Asset Management.

Auf seiner Suche ist Meyer nicht allein. Fragt man einen Vermögensverwalter, welche Aktie er für besonders sicher hält, dann lautet die Antwort mit ziemlicher Sicherheit: Nestlé. Der Lebensmittelkonzern mit Sitz in der Nähe von Lausanne gilt als mindestens so verlässlich wie der Schweizer Staat. Seit 1923 hat Nestlé in fast jedem Jahr eine Dividende bezahlt, und seit 30 Jahren in fast jedem Jahr die Dividende erhöht. Auch für Meyer zählt das Unternehmen zu den Favoriten. Ebenfalls nennen Geldmanager gerne: Coca-Cola, McDonalds oder Procter & Gamble.

Dass solche Aktien nicht mehr ganz billig sind, scheint niemanden zu stören. Die sogenannten Qualitätsaktien sind jetzt schon mit dem zigfachen eines Jahresgewinns bewertet. Die Aktie von Heinz kostete bereits das 20-fache des Jahresgewinns, als Buffett sein Angebot auf den Tisch legte. Nicht gerade ein Schnäppchen. Im Durchschnitt lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für den US-Markt seit dem Jahr 1900 bei 14.

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11 Kommentare zu "Starke Marken, stolzer Preis: Nichts hält für die Ewigkeit"

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  • yup

  • leihe die aktien (z.b. von fonds) verkaufe aktien (leer), kaufe sie nach fallenden kursen auf dem kassamarkt und gib sie zurueck. so einfach geht das.

  • Und der Author spricht jetzt von welchem Zeitpunkt ? In dreißig Jahren ? Ich denke das Risiko, bei den hier genannten Aktien ist um ein vielfaches kleiner oder sagen wir besser: bescheidener als bei so manch anderer Anlage, deren Halbwertszeit bis zum Kollabieren bei der augenblicklichen Lage im Minutenbereich liegt...

    Aber danke für die Warnung.

  • wer zahlt Sie ?

  • Der Autor hat keine Ahnung von Unternehmensbewertung. Das KGV alleine sagt nicht viel aus!

    Beispiel: Eine Coca-Cola mit KGV= 20 ist günstiger als Daimler mit 15.

  • Wie definiert der Autor eine Blase? Welche Höhe der Bewertung deutet auf eine Blase hin?

  • Zitat:"... verkauften Soros und ich bei Quantum die hochkapitalisierten Aktien leer.."

    Es gibt die Instrumente, Aktien wieder auf den Boden der Realität zurück zu holen, respektive ihr Börsenwert.

    Moment mal, ich verkaufe Aktien die ich nicht habe und drücke den Kurs nach unten. Dann kaufe ich Aktien die es nicht gibt, und gebe sie dem wieder, der sie genau genommen ja nie weggegeben hat.

    Ich habe Kopfschmerzen ....

  • Sollte die Bevölkerung mehr über die Machenschaften von Nestle erfahren, dann würde es einen Massenboykott geben.

  • Bei CocaCola gehört es zum Geschäftsmodell, dass die Blasen platzen. Ich mache mir da keine Sorgen.

  • van dale

    auf "schienen" mag vieles laufen sogar "cola".
    auf sand gesetzt wirkt es dennoch - irgendwann vlt werden die Menschen erkennen, dass sie mit glasperlen abgespeist werden, die nichts mit einem irgendwie gearteten glasperlenspiel zu tun haben.

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