Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Start der Motorrad-Saison Warum Biker jetzt auch ihre Versicherungen prüfen sollten

Vor Beginn der Motorrad-Saison lohnt es sich, auch das finanzielle einmal durchzuchecken. Denn: Die Unterschiede zur Autoversicherung sind groß.
Kommentieren
Die Versicherungen zwischen PKW und Motorrad weisen einige Unterschiede auf. Quelle: BMW
Motorrad

Die Versicherungen zwischen PKW und Motorrad weisen einige Unterschiede auf.

(Foto: BMW)

MünchenDie Sonnenstrahlen der vergangenen Tage haben die ersten Biker bereits auf die Straßen gelockt. In den kommenden Wochen dürfte ein Vielfaches an Motorradfahrern folgen. Immerhin liegt die Zahl der motorisierten Zweiräder und Roller in Deutschland bei rund sechs Millionen. Die meisten werden als Saisonfahrzeuge nur vom Frühjahr bis zum Herbst bewegt. Nach dem langen und vielerorts schneereichen Winter beginnen die Biker nun im März damit, ihre Maschinen auszupacken.

Doch nicht nur der Lack muss poliert werden – auch die Absicherung für Unfälle sollte geklärt sein. Das Handelsblatt hat die wichtigsten Antworten rund um die Motorradversicherung zusammengestellt. Wobei klar ist: Auf ihre Erfahrungen bei der Kfz-Versicherung sollten sich Biker nicht verlassen.

Begriffswirrwarr: Was unterscheidet Krafträder, Kraftroller, Leichtkrafträder und Leichtkraftroller?

Motorräder und Roller sind durch ihr Aussehen und die unterschiedlich großen Räder meist auf den ersten Blick auseinanderzuhalten. Die leichteren Modelle von Krafträdern und Rollern haben gewöhnlich einen Motor mit einem Hubraum von 125 Kubikzentimetern.

Sie dürfen bereits ab 16 Jahren mit einem Führerschein der Klasse A 1 gefahren werden. Erstaunlich dabei ist: Viele Jugendliche haben nach Jahren des Desinteresses das Motorrad wiederentdeckt. Die Einführung der neuen Führerscheinklasse im Jahr 2013 war ein voller Erfolg. Die Zulassungszahlen steigen seit Jahren, fast jeder fünfte Führerscheinneuling ist weiblich.

Fahranfänger auf flottem Leichtkraftrad: Ist bei dieser Kombination die Versicherung nicht sehr teuer?

Das lässt sich kaum bestreiten. Ein Lichtblick ist allerdings, dass die zur Prämienbemessung herangezogenen Kaufpreise in diesem Segment recht gering sind: 3500 bis 5000 Euro kostet eine neue Maschine. Große Motorräder sind in der Anschaffung deutlich teurer. Wenn die Eltern das Leichtkraftrad auf sich anmelden und das Kind als Fahrer eintragen, spart das zwar Geld.

Dafür kommen dann für den Fahranfänger aber keine Schadenfreiheitsrabatte über die Jahre zusammen. Schließlich hegt so mancher Jungbiker den Traum, mit 18 Jahren auf eine größere Maschine umzusteigen. Eine gute Idee ist auch, auf dem reich bestückten Markt für Gebrauchtfahrzeuge zuzuschlagen. Die gibt es häufig für die Hälfte des Neupreises. Dann reicht eine günstige Haftpflichtversicherung mit dem Jugendlichen als Halter.

Sollten Halter zur Haftpflicht-, Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung greifen?

Die Systematik gleicht derjenigen der Autoversicherung. Die Haftpflicht zahlt die verschuldeten Fremdschäden, die Teilkasko deckt zudem Diebstahl und Wildschäden ab, die Vollkasko auch noch den eigenverschuldeten Schaden. Deutliche Unterschiede ergeben sich bei den Prämien: So ist der preisliche Abstand zwischen Teilkasko- und Vollkaskoversicherung beim Motorrad sehr viel höher als beim Auto. Vollkasko ist gewöhnlich nur dann ratsam, wenn die Maschine neu und teuer war. Ist sie dazu noch fremdfinanziert, führt wegen des hohen Unfallrisikos auf Zweirädern kein Weg an einer Vollkaskoversicherung vorbei.

Wie können Biker Kosten sparen?

Motorräder oder Roller sind in der Regel nur bei gutem Wetter im Einsatz. Wer sie per Saisonkennzeichen zulässt, zahlt auch nur anteilig von März, April oder Mai bis September, Oktober oder November. Halter müssen zum An- und Abmelden auch nicht mehr zur Zulassungsstelle, das spart Zeit und Gebühren. Ab dem ersten Stichtag ist die Maschine wieder angemeldet, am letzten automatisch abgemeldet.

Einen Rabatt bekommt häufig derjenige, der Auto und Motorrad beim gleichen Versicherer unter Vertrag hat. Ähnlich wie beim Auto machen sich ein kleiner Kreis von Fahrern, eine Garage oder eine geringe jährliche Kilometerleistung positiv bei der Prämie bemerkbar.

Ich will wechseln. Wann komme ich aus dem Altvertrag raus?

Bei der Autoversicherung ist der 30. November der Stichtag für den Wechsel zum darauffolgenden Jahr. Beim motorisierten Zweirad ist die Lage nicht so eindeutig. Die einzige Parallele ist, dass mit einer Frist von einem Monat zur sogenannten Hauptfälligkeit gekündigt werden kann. Wann deren Stichtag ist, unterscheidet sich aber je nach Anbieter.

Bei Saisonkennzeichen beginnt die „Hauptfälligkeit“ häufig am Saisonstart. Wessen Maschine also ab dem 1. März zugelassen ist, der muss bis Ende Januar kündigen. Bei manchen Anbietern ist der Stichtag der 30. November, manchmal auch der 30. September. Details zur „Hauptfälligkeit“ finden Biker in ihren Versicherungsunterlagen. Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn der Versicherer den Beitrag anhebt.

Was ändert sich bei einem Fahrzeugwechsel?

In diesem Fall kann der Anbieter gewechselt werden. Da kein Versicherer einen Kunden verlieren will, ist es ratsam, beim bisherigen Versicherer ein frisches Angebot einzuholen.

Werden angehäufte Rabatte bei einem Wechsel übertragen?

Ja. Der neue Versicherer erkundigt sich hier beim bisherigen Anbieter. Die Anzahl der schadenfrei gefahrenen Jahre wird übertragen. Sogar bei unterschiedlichen Fahrzeugarten, etwa beim Wechsel vom Auto aufs Motorrad, ist eine Anrechnung für gewöhnlich möglich.

Welche Variablen können Halter nicht beeinflussen?

Wie beim Auto gibt es auch beim Motorrad Regionalklassen, die über die Höhe des Beitrags mitbestimmen. So gehen die Unfallhäufigkeit und die Anzahl der Diebstähle je nach Region in die Berechnung ein. Wenn der eigene Wohnort besonders gefährlich ist, zahlen Halter leider drauf. Am meisten sparen ließe sich natürlich mit einer kleineren Maschine. Der Fan eines sportlichen Motorrads wird sich jedoch sicherlich keinen gemütlichen Chopper zulegen, nur weil damit die Versicherungsprämie sinkt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Start der Motorrad-Saison: Warum Biker jetzt auch ihre Versicherungen prüfen sollten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.