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Stimmungsbarometer Konjunkturrisiken lassen Finanzinvestoren vorsichtiger werden

Handelskonflikte und der Brexit setzen den Beteiligungsmanagern zu. Viele halten auch die Preise am Markt für zu hoch, wie eine Branchenumfrage zeigt.
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Der Handelsstreit lässt Beteiligungsmanager vorsichtiger werden. Quelle: AP
Donald Trump und Xi Jinping

Der Handelsstreit lässt Beteiligungsmanager vorsichtiger werden.

(Foto: AP)

Frankfurt Die Beteiligungsmanager im deutschen Markt bewerten ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als noch zum Jahresauftakt. Angesichts der globalen Konjunkturrisiken scheuen sie zunehmend grenzüberschreitende Zukäufe. Zudem beklagen sie die immer höher werdenden Einstiegspreise, wie das aktuelle German Private Equity Barometer (GPEB) zeigt, das von der Förderbank KfW und dem Branchenverband BVK erstellt wird.

Positiv beurteilen sie dagegen die Rahmenbedingungen für das Einsammeln neuer Gelder bei den Pensionskassen, Versicherungen und Versorgungswerken und die Möglichkeiten, die Portfoliounternehmen zu verkaufen.

Grenzüberschreitende Transaktionen leiden sowohl unter den Handelskonflikten als auch unter dem Brexit, also dem Versuch Großbritanniens, die EU zu verlassen.

Unternehmen und Private-Equity-Fonds agierten vorsichtiger, das heißt, es werde wohl weniger Megaabschlüsse geben, meint Stefan Brunnschweiler, Leiter der Corporate/M&A Practice Group bei der Kanzlei CMS. Es werde auch länger dauern, bis die Transaktionen unter Dach und Fach seien, da die Käufer sich mehr Zeit für die wirtschaftliche Detailprüfung ließen.

Besonders verschlechtert haben sich bei den Finanzprofis die Einschätzungen der Geschäftslage im sogenannten Later-Stage-Segment, das Investments und Übernahmen von etablierten Firmen oder Konzernteilen umfasst. Die GPEB-Umfrage gibt für das Spätphasensegment im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres um 2,7 Punkte auf 10,1 Punkte nach. In dem Barometer werden die besseren und schlechteren Beurteilungen der Private-Equity-Spezialisten gegeneinander aufgerechnet.

Geldgeber wollen bleiben

Das Geschäftsklima im reifen Segment des Marktes habe sich seit dem Höchstwert vor rund einem Jahr deutlich abgekühlt, meint Georg Metzger vom KfW Research. Man bleibe „noch gerade so im grünen Bereich“. Eine deutliche Mehrheit der institutionellen Investoren ist mittlerweile der Ansicht, dass Private-Equity-Investments überbewertet sind und 56 Prozent glauben, dass eine Korrektur der hohen Preise ins Haus steht. Jedoch erwarten die Geldgeber für die Beteiligungsfonds diese Korrektur erst im Jahr 2020 oder noch später.

Rund 90 Prozent der Geldgeber wollten trotzdem ihre Engagements in Private Equity beibehalten oder sogar aufstocken, um so einen Rückschlag an den Aktienmärkten abfedern zu können, erklärt Amy Bensted, Head of Data Products beim Analysehaus Preqin. Die Investoren sind mit ihren Engagements bei Private Equity überwiegend zufrieden, 88 Prozent haben sogar eine höhere Rendite erzielt, als ursprünglich erwartet worden war.

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Beteiligungskapital finde im Mittelstand als Finanzierungsinstrument immer mehr Zuspruch, meint Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim BVK. Es bleibe allerdings abzuwarten, „wie die Marktstimmung auf die deutlicher werdenden Rezessionsanzeichen reagiert“, ergänzt die Verbandsmanagerin.

Die Finanzinvestoren profitieren schon seit Längerem von der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die kreditfinanzierte Übernahmen verbilligt. In jüngster Zeit boten beispielsweise Bain und Carlyle für den Lichttechnikkonzern Osram, KKR wiederum stieg mit einem Milliardenbetrag beim Medienhaus Axel Springer ein. Übernahmeangebote von Finanzinvestoren für Unternehmen mit Börsennotiz in Deutschland und Europa blieben ein hochaktuelles Thema, man werde davon bald noch mehr im Markt sehen, meint ein Fusionsberater.

Im Venture-Capital-Segment, das Finanzierungen und Beteiligungen an jungen Technologiefirmen umfasst, stieg der Wert des GPEB-Barometers für das Geschäftsklima im zweiten Quartal auf 23,2 Punkte – ein Plus von 13,2 Punkten gegenüber dem ersten Vierteljahr. Die Einstiegspreise und Bewertungen bei den Start-ups und jungen Unternehmen werden allerdings als zu hoch empfunden.

Mehr: Deutschland investiert vergleichsweise wenig Wagniskapital. Die Konsequenz: Junge Unternehmen könnten in andere EU-Länder oder ins Silicon Valley flüchten.

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