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Stofftiere, Pferde oder Weine als anregende Geldanlage Die Teddy-Rendite

Die Titanic war gesunken, in London trauerten viele Familien um ihre ertrunkenen Verwandten. Schwarze Stoffteddybären wurden 1912 ein beliebtes Trostgeschenk. Um der Nachfrage gerecht zu werden, lieferte die Firma Steiff damals 600 „Trauerteddys“ nach England. Für einen dieser schwarzen Bären zahlte ein Sammler beim Auktionshaus Christie’s im Jahr 2000 über 150 000 Euro. Andere alte Steiff-Teddys mit einer spannenden Geschichte brachten mehr als 200 000 Euro, mehr als das Tausendfache des Neupreises.

DÜSSELDORF. Sammlerstücke, Wein oder Pferde können Alternativen zu Aktien oder Anleihen sein – aber nur für den, der sich damit auskennt und der ohnehin Geld im Überfluss hat. Dann aber bringen diese Investments noch zusätzlichen Gewinn: Spaß an der Sache.

Nicht nur nur seltene Kostbarkeiten mit hohem Liebhaberwert eignen sich als Geldanlage. Steiff bringt regelmäßig limitierte Sonderbären auf den Markt, beispielsweise vor zwölf Jahren das erste Teddy-Baby: „Davon hatten wir 8 500 Stück zum Preis von 250 Mark verkauft, heute kosten sie das Achtfache“, sagt Gabi Schöning von Steiff. Einige Sammler kaufen die seltenen Teddys ja auch im großen Stil. Daimler-Chrysler-Vorstand Jürgen Hubbert besitzt sogar einen eigenen Raum für seine Steifftier-Sammlung. Der Spitzenmanager sammelt jedoch nicht wegen des Gewinns, sondern aus Liebe zum Bär.

Liebe zum Pferd sollte mitbringen, wer sein Geld in Rennpferde stecken will – nicht als Glücksspiel, sondern als Investition in ein aussichtsreiches Tier. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: „Anleger können direkt Anteile an Rennpferden kaufen oder sich an Jährlingen in Form eines Fonds beteiligen“, sagt Philipp Graf von Stauffenberg, dessen Vollblut-Agentur Stauffenberg Bloodstock diese Investment-Produkte auch anbietet. In die sechs Jährlinge seines Fonds hat er bisher 300 000 Euro investiert, Anteile sind für je 3 000 Euro zu haben. Im Herbst bietet Graf Stauffenberg die Tiere auf einer Auktion an; der Gewinn geht an die Anteilseigner.

Die Rendite für die Mitbesitzer eines Rennpferds wie der Stute „Cliffrose“, zwei Jahre alt, hat eine andere Quelle: Die Pferde selbst behält der Züchter, aber er schüttet die Preisgelder der Rennen aus. Voraussetzung ist natürlich, dass das Pferd auch ab und zu gewinnt. Die Aussichten seien aber gut, versichert von Stauffenberg, denn seine Pferde stammten von erfolgreichen Rennpferden ab. An Sieg und Niederlage können die Anteilseigner auf der Rennbahn selbst teilnehmen, und sie haben die Möglichkeit, ihrer Geldanlage im Stall einen halben Apfel zu geben. Dennoch winken – mit etwas Glück – auch materielle Gewinne: „Wenn die Stuten annähernd so gut sind wie ihre Mütter, gibt es für jeden Anteil zu 3000 Euro etwa 15 000 Euro Ausschüttung“, sagt von Stauffenberg.

Die Qualität eines Wein-Jahrgangs lässt sich im Vorhinein gar nicht abschätzen. Dennoch kann sich ein Investment lohnen. Michael Unger von dem Weinauktionshaus Koppe & Partner in Bremen empfiehlt, selbst Weine zu kaufen und einzulagern. Das lohne ab einer Anlagesumme von 50 000 Euro. Fast ausschließlich Bordeaux-Lagen eignen sich dafür, denn nur diese Weine sind lagerfähig und haben den Namen, der spätere Spitzenpreise erst möglich macht. Mit einem Tropfen Glück waren so bei einigen Weinen des Jahres 2002 Wertsteigerungen von fünf bis zehn Prozent möglich. Vielleicht deshalb besitzt die Allianz-Tochter RAS Asset Management Weingüter in der Toskana.

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