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Studie Anleger fordern stärkere Einmischung der Fondsgesellschaften

Nach einer aktuellen Studie der Deka-Bank finden 71 Prozent der Wertpapierbesitzer die aktive Treuhänderrolle von Fondsgesellschaften wichtig.
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Dem Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann wurde zuletzt das Vertrauen entzogen. Quelle: dpa
Bayer-Hauptversammlung

Dem Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann wurde zuletzt das Vertrauen entzogen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDas Druckmittel der Fondsgesellschaften zur Durchsetzung ihrer Interessen sind die gebündelten Stimmrechte ihrer Anleger. Damit können sie auf den Hauptversammlungen ihre Opposition sichtbar machen, wenn ihnen Vorschläge der Unternehmensführung missfallen. In der zurückliegenden Hauptversammlungs-Saison wurde dies besonders deutlich beim Aktionärstreffen von Bayer.

Zum ersten Mal wurde dem amtierenden Vorstandschef eines Dax-Konzerns das Vertrauen entzogen. Nur 45 Prozent der Aktionäre stimmten für Werner Baumann und sein Führungsteam. Es war die Quittung für massive Kursverluste nach der Übernahme des US-Konzerns Monsanto.

Das aktive Engagement wie etwa im Fall von Bayer wird von den Privatanlegern begrüßt, wie eine aktuelle Studie der Dekabank zeigt. Rund 71 Prozent der befragten Wertpapierbesitzer finden es laut der Befragung durch YouGov wichtig, dass Fondsgesellschaften die Rolle als Treuhänder ihrer Anleger wahrnehmen und sie auf den Hauptversammlungen aktiv vertreten.

Über die Hälfte der Befragten – nämlich 56 Prozent – ist davon überzeugt, dass durch dieses Engagement der Aktienkurs des betroffenen Unternehmens langfristig steigt. Für 41 Prozent der privaten Anleger ist es sogar ein Kaufargument, wenn sie sich für einen Aktienfonds entscheiden müssen.

Die Anleger in Deutschland haben auch klare Vorstellungen, für welche Themen ihre Fondsgesellschaft vor allem eintreten sollte. Mit einer deutlichen Mehrheit von 58 Prozent steht an erster Stelle das Hinwirken auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Governance). An zweiter Stelle folgen mit 43 Prozent die sozialen Kriterien – die zum Beispiel ein Verbot von Kinderarbeit, bessere Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz umfassen können.

40 Prozent der befragten Anleger wollen, dass ökologische Kriterien auf den Hauptversammlungen thematisiert werden, etwa Klimawandel-Strategien oder umweltverträgliche Produktion. Klassische Erfolgsfaktoren wie Bilanz und Finanzkennzahlen stehen für die Befragten mit 31 Prozent deutlich weniger im Fokus. Auch die Angemessenheit von Vorstandsgehältern spielt eine im Vergleich untergeordnete Rolle – nur 27 Prozent finden das Thema richtig wichtig.

Aus Sicht der Profi-Investoren wird auch der schnell wachsende passive Investmentmarkt – der beispielsweise Indexfonds umfasst – Lösungen beinhalten, die auf ESG (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) ausgerichtet sind. Laut einer vom Vermögensverwalter DWS geförderten Umfrage halten 60 Prozent der befragten Pensionskassen „Stewardship für sehr wichtig“. Stewardship bedeutet, dass die Aktionäre ein Interesse daran haben, die Unternehmen, in die sie investiert haben, durch aktives Engagement zu führen. Dazu zählen auch Abstimmungen in Hauptversammlungen.

Mehr: Von Bayer bis Deutsche Bank: Aktionärstreffen werden immer öfter zum Tribunal für das Management. Dahinter stecken unbekannte, aber mächtige Berater – und Fondsgesellschaften.

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