Trader Das sind doch alles Zocker! Oder?

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„Unter 500.000 Euro Startkapital ist es schwierig“

Und wer Trading als Beruf betreiben will, brauche schon ein ordentliches Startkapital. „Unter 500.000 Euro ist es schwierig“, sagt Vittner. „Wenn man in einer Verlustserie steckt und noch dazu Geld vom Konto nimmt, wird das Kapital quasi doppelt dezimiert. Der Zinseszinseffekt könnte durch die ständigen Entnahmen bei kleinem Konto nicht ausreichend greifen.“

Den Sprung zum Berufstrader haben Valentin Rossiwall und Philipp Schröder längst geschafft. Entgegen des Klischees handeln sie allerdings nicht allein, sondern betreiben gemeinsam mit Marc Düffelmeyer als „Next Level Trader“ einen Trading-Room. Jeden Tag sitzen sie von acht bis 22 Uhr vor ihren Bildschirmen, mindestens einer ist immer da. Sie handeln und lassen sich dabei von anderen Trading-Begeisterten über die Schulter schauen. Ihre Kunden zahlen quasi Eintritt dafür, dass sie im Trading-Room jede Aktion live verfolgen können.

Wie sehr sie das schnelle Handeln in den Bann zieht, merkt man, als während ihres Seminars am Freitagmorgen der Dax unter die 7.000-Punkte-Marke fällt. Eigentlich wäre Philipp Schröder jetzt an der Reihe, den Vortrag fortzuführen, aber erst muss er noch an seiner Order basteln: „Schade, dass wir heute keine Live-Trading-Veranstaltung haben“, sagt er und überlässt den Laptop seinem Kollegen Düffelmeyer. Während Schröder über die Bedeutung eines persönlichen Handelsstils referiert, gelingt es Düffelmeyer prompt, beinahe am Tiefststand des Dax zu kaufen.

Wenig später ist der Index wieder einige Punkte gestiegen, zack, verkauft – und schon wieder 600 Euro verdient. Es sieht so einfach aus. Doch genau dieser Trugschluss ist es, der vielen Trading-Anfängern zum Verhängnis wird. „Ich schätze, dass von allen, die es einmal mit Traden versuchen, etwa 99 Prozent scheitern“, sagt Thomas Vittner. „Es hat schon seinen Grund, dass so viele Broker an ihren Messeständen mit Neukundenangeboten werben“, mein Vittner. „Oder haben Sie schon von einem Bestandskundenangebot gehört? Es gibt einfach wenige Bestandskunden.“

Tatsächlich werben viele Aussteller mit Messepreisen: Jetzt Gutschein für ein Demokonto sichern und bald richtig einsteigen. Manche versuchen die Aufmerksamkeit gar mit hübschen Hostessen in kurzen Röcken zu erregen. Ein Austeller hat einen Rennwagen aufgestellt, in den sich die Besucher hineinsetzen und ein Videospiel spielen können. „Ich finde es erschreckend, wie schnell sich die Leute für einen Broker oder überhaupt für das Trading entscheiden“, sagt Vittner. „Wenn sie einen Fernseher kaufen wollen, suchen sie monatelang das beste Angebot und beim Traden lassen sie sich ganz schnell über den Tisch ziehen.“

„Viele wissen gar nicht, wie Kurse entstehen“
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15 Kommentare zu "Trader: Das sind doch alles Zocker! Oder?"

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  • Weltweit steigende Maerkte aufgeblasen von der Nullzinspolitik produzieren als Nebeneffekt eine zunehmende Zahl von Daytradern.Diese Spezies sterben bei fallen Maerkten noch schneller weg, als sie zuvor enstanden sind.Es ist dies keine Fragen des "ob", sondern nur des genauen " wann? ".

    History does repeat !

    Gmaxxx

  • Auf jeden Fall mit einer GUTEN online-community (findet man wie die Stecknadel im Heuhaufen, und auch eher in Amerika als in Deutschland) oder mit einem privatem Coach. Ich habe Jahre gebraucht, und bin dann in Amerika fündig geworden, seither sehr zufrieden. Aber 5 Jahre Fehlversuche hinter mir, "Zweitsemester coacht Erstsemester"-Typen, teure Chatrooms, sinnlose Bücher und anderes. [...]

    Gruß tradingwoman

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ich bin professioneller Online Poker Spieler was die Probleme im mentalen Bereich gleichermassen hat. Ueber die Jahre entwickelt man eine derart gleichgueltige Einstellungen dass es einen nicht stoert ob man nun 10.000EUR gewonnen oder verloren hat, wichtig ist nur, dass man gut gespielt (getraded) hat.

    Ich hab auch Versicherungs- und Finanzmathe gehoert. Wo kann man denn ins Daytrading einsteigen? Macht man das lieber mit Mentor oder in einer online community? Ich geh mal davon aus man muss seine Nische selber finden, aber wo faengt man an?

  • Chart-technic or fundamentals are to be considered but most important in my point of view is the "mood of the day" or "the mood of the week" at markets. When we have dark clouds over the markets or political decisions unsolved thats the biggest driver. "Short term" is the only way to save your investments.

    Everybody wants make money an goes out with a good earnings - independent from chart or fundamentals. When you have 8-12 % earnings it's better to sell. ... and then again waiting at the sideline for days with bad mood to buy again.

  • Speculation is as old as the hills and the Big Sharks still eat the little fish..However, it is the plain fact that the new traders and the "new suits" really have no idea how to trade or invest. Charts are only there to give quick insight into a market, not to trade off..! That these so called "experts" still attempt to atttract new traders by selling them chart techniques as a road to riches shows how empty headed most new traders are in this business..

  • Immer wieder erstaunlich wie intelligente Menschen so arrogant sein koennen und basierend auf gnadenloser Ueberschaetzung den Glauen nicht aufgeben in einem "Cero-Sum-Game" langfristig als Sieger vom Tisch gehen zu koennen(minus Courtage, Slippage und B-S-diff. ist es sogar ein minus-sum-game).

    Wie die Juenger von den Zeugen Jehovas kann man diesen Leuten jedoch nicht mit Argumenten kommen.

    Und so springt er in die Tiefe, der junge Bursche weil er weiss, dass er im Gegensatz zu den 100 gesprungenen Burschen vor ihm, so schnell mit den Armen schlagen kann, dass laecherliche Dinge wie "Schwerkraft" keine Rolle spielen. Somit ist auch eine Erklaerung ueber physikalische Gesetze nutzlos.

  • Keine Ahnung: Exakt! Ich habe in meinem Leben eine Menge Trader kennengelernt. Das einzige, was diese von den Assis unterscheidet, die ihr Geld in Sportwetten investieren, ist der teurere Anzug! Mag sein, dass die derzeit vorherrschende Lehrmeinung davon ausgeht, dass die Welt nicht ohne Trader (zum Absichern von Währungsrisiken, blablabla...) nicht leben kann, aber das ist so wahr, wie das Märchen vom ewigen Wachstum. Horrido!

  • Sehr nett diese Kommentare zu lesen und allesamt haben davon zuviel wovon wir Trader nichts haben: Keine Ahnung. Wer von Ihnen setzt sich den wirklich mit den Märkten auseinander? Peinlich.

  • Der alte Kosto hat die Börsianer in zwei Kategorien unterteilt: Anleger, Spekulanten und Spieler. Anleger denken lang-, Spekulanten mittelfristig und Spieler kurzfristig. Sein Urteil über Spieler war vernichtend und ich schließe mich Kosto an. Trader sind Spieler.

  • Das Problem mit dem Traden ist: Es ist ganz einfach. Es gibt nur drei mögliche Handlungen: Long gehen, Short gehen oder gar nix machen.

    Zu wissen _wann_ man was davon macht, braucht Jahre.

    Und wenn man dann weiß wann man was machen muss, kommt der größte Feind des Traders: Die Psychologie. Also Angst, Gier, Hoffnung, Trauer, Neid. Das ganze dunkle was in einem Menschen so drin steckt.

    Und das ist das eigentlich spannende am Trading. "Viel Geld" ist nur der Einstieg. Erfolg kommt jedoch erst mit jahrelange psychischer Selbstanalyse und Selbstreflektion.

    Vom Grauen des eigenen Egos liest man natürlich nichts in Zeitungen... :)

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