Trader Das sind doch alles Zocker! Oder?

Seite 3 von 4:
„Viele wissen gar nicht, wie Kurse entstehen“

Freie Trader - spekulieren auf eigene Gefahr

Wie steht es also um das Wissen der Messebesucher? Rein äußerlich wirken die Besucher ziemlich heterogen: Hier einige im Anzug, dort ein paar im Schlabberpulli oder auch in Jeans mit Sakko. Häufig sind sie jenseits der 40. Ihre größte Gemeinsamkeit ist jedoch: Die meisten sind männlich. Und ihre Trading-Kentnisse? Bei den Ausstellern sind mitunter kritische Töne zu hören. „Viele der Besucher sind sich der Risiken nicht bewusst, sie springen einfach rein“, sagt Malte Kaub vom Traders’ Leadership Council aus London, einem Unternehmen, das Expertenwissen an private CFD-Händler vermittelt. Auf der WOT berät er die Besucher am Stand des Brokers Activ Trades.

„Wir müssen viel Aufklärungsarbeit leisten, besonders, wenn es um Produkte mit Hebeln geht“, so Kaub. Außerdem habe eine Umfrage unter US-Brokern ergeben, dass 70 Prozent der Depots nicht profitabel sind und viele in den ersten sechs Monaten schon das gesamte Depotkapital verloren haben. „Auch das sage ich den Besuchern, das Problem ist nur, dass viele glauben, sie würden zu den profitablen 30 Prozent gehören“, sagt Kaub.

Auch Niklas Helmreich, Deutschland-Chef des CFD-Brokers CMC Markets, will aufklären: „Unsere frühere Strategie, bei der wir CFDs auch als Investment für Mum und Dad beworben haben, haben wir aufgegeben.“ Wer ein Depot eröffnen wolle, müsse wie bei anderen Banken und Brokern auch, einige Fragen beantworten. „Wir haben die Hürde jedoch sehr hoch gesetzt, damit der Kunde tatsächlich versteht, worauf er sich einlässt.“

Bei den Direktbanken klingt das schon optimistischer, wobei deren Kerngeschäft auch nicht bei den höchst spekulativen Produkten liegt. „Im Vergleich zur Anlegermesse in Stuttgart sind die Besucher hier sehr viel besser über Trading informiert“, meint Astrid Gross von der DAB-Bank. Dem pflichtet auch Stefan Müller von Cortal Consors bei: „Hier trifft sich die Trading-Szene, es ist ein Sehen und gesehen werden.“

Längst nicht jeder Trade lässt den Kontostand steigen. Selbst bei Profis liegt die Erfolgsquote niemals bei 100 Prozent. Häufig ist von einer Erfolgsquote von etwa 40 Prozent die Rede. „Mistrades gehören dazu“, sagt auch der Berufshändler und Erfolgsautor Michael Voigt, dessen Seminar an diesem Tag großen Andrang findet.

Er hat unter anderen „Das große Buch der Markttechnik“ verfasst. Seine Beobachtung: „Viele wissen gar nicht, wie Kurse entstehen.“ Schließlich sei der Trader nicht alleine an der Börse, am gleichen Markt tummeln sich Tausende Kleinanleger, große institutionelle fundamental agierende Anleger, ebenso wie sogenannte Arbitrageure und Hedger. In diesem Umfeld könne es passieren, dass ein Strategie hinter einem spekulativen Trade fachlich absolut sauber sei und trotzdem nicht zum Erfolg führt.

Nicht jeder Tag bietet eine gute Gelegenheit
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

15 Kommentare zu "Trader: Das sind doch alles Zocker! Oder?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Weltweit steigende Maerkte aufgeblasen von der Nullzinspolitik produzieren als Nebeneffekt eine zunehmende Zahl von Daytradern.Diese Spezies sterben bei fallen Maerkten noch schneller weg, als sie zuvor enstanden sind.Es ist dies keine Fragen des "ob", sondern nur des genauen " wann? ".

    History does repeat !

    Gmaxxx

  • Auf jeden Fall mit einer GUTEN online-community (findet man wie die Stecknadel im Heuhaufen, und auch eher in Amerika als in Deutschland) oder mit einem privatem Coach. Ich habe Jahre gebraucht, und bin dann in Amerika fündig geworden, seither sehr zufrieden. Aber 5 Jahre Fehlversuche hinter mir, "Zweitsemester coacht Erstsemester"-Typen, teure Chatrooms, sinnlose Bücher und anderes. [...]

    Gruß tradingwoman

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ich bin professioneller Online Poker Spieler was die Probleme im mentalen Bereich gleichermassen hat. Ueber die Jahre entwickelt man eine derart gleichgueltige Einstellungen dass es einen nicht stoert ob man nun 10.000EUR gewonnen oder verloren hat, wichtig ist nur, dass man gut gespielt (getraded) hat.

    Ich hab auch Versicherungs- und Finanzmathe gehoert. Wo kann man denn ins Daytrading einsteigen? Macht man das lieber mit Mentor oder in einer online community? Ich geh mal davon aus man muss seine Nische selber finden, aber wo faengt man an?

  • Chart-technic or fundamentals are to be considered but most important in my point of view is the "mood of the day" or "the mood of the week" at markets. When we have dark clouds over the markets or political decisions unsolved thats the biggest driver. "Short term" is the only way to save your investments.

    Everybody wants make money an goes out with a good earnings - independent from chart or fundamentals. When you have 8-12 % earnings it's better to sell. ... and then again waiting at the sideline for days with bad mood to buy again.

  • Speculation is as old as the hills and the Big Sharks still eat the little fish..However, it is the plain fact that the new traders and the "new suits" really have no idea how to trade or invest. Charts are only there to give quick insight into a market, not to trade off..! That these so called "experts" still attempt to atttract new traders by selling them chart techniques as a road to riches shows how empty headed most new traders are in this business..

  • Immer wieder erstaunlich wie intelligente Menschen so arrogant sein koennen und basierend auf gnadenloser Ueberschaetzung den Glauen nicht aufgeben in einem "Cero-Sum-Game" langfristig als Sieger vom Tisch gehen zu koennen(minus Courtage, Slippage und B-S-diff. ist es sogar ein minus-sum-game).

    Wie die Juenger von den Zeugen Jehovas kann man diesen Leuten jedoch nicht mit Argumenten kommen.

    Und so springt er in die Tiefe, der junge Bursche weil er weiss, dass er im Gegensatz zu den 100 gesprungenen Burschen vor ihm, so schnell mit den Armen schlagen kann, dass laecherliche Dinge wie "Schwerkraft" keine Rolle spielen. Somit ist auch eine Erklaerung ueber physikalische Gesetze nutzlos.

  • Keine Ahnung: Exakt! Ich habe in meinem Leben eine Menge Trader kennengelernt. Das einzige, was diese von den Assis unterscheidet, die ihr Geld in Sportwetten investieren, ist der teurere Anzug! Mag sein, dass die derzeit vorherrschende Lehrmeinung davon ausgeht, dass die Welt nicht ohne Trader (zum Absichern von Währungsrisiken, blablabla...) nicht leben kann, aber das ist so wahr, wie das Märchen vom ewigen Wachstum. Horrido!

  • Sehr nett diese Kommentare zu lesen und allesamt haben davon zuviel wovon wir Trader nichts haben: Keine Ahnung. Wer von Ihnen setzt sich den wirklich mit den Märkten auseinander? Peinlich.

  • Der alte Kosto hat die Börsianer in zwei Kategorien unterteilt: Anleger, Spekulanten und Spieler. Anleger denken lang-, Spekulanten mittelfristig und Spieler kurzfristig. Sein Urteil über Spieler war vernichtend und ich schließe mich Kosto an. Trader sind Spieler.

  • Das Problem mit dem Traden ist: Es ist ganz einfach. Es gibt nur drei mögliche Handlungen: Long gehen, Short gehen oder gar nix machen.

    Zu wissen _wann_ man was davon macht, braucht Jahre.

    Und wenn man dann weiß wann man was machen muss, kommt der größte Feind des Traders: Die Psychologie. Also Angst, Gier, Hoffnung, Trauer, Neid. Das ganze dunkle was in einem Menschen so drin steckt.

    Und das ist das eigentlich spannende am Trading. "Viel Geld" ist nur der Einstieg. Erfolg kommt jedoch erst mit jahrelange psychischer Selbstanalyse und Selbstreflektion.

    Vom Grauen des eigenen Egos liest man natürlich nichts in Zeitungen... :)

Alle Kommentare lesen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%