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Trotz Niedrigzins Bei diesen Geldanlagen gibt's vier Prozent auf alles

Wer mehr als ein Prozent Rendite mit seiner Geldanlage erzielen will, muss bei Aktien, Anleihen und Fonds ins Risiko. Vier konkrete Beispiele zeigen, worauf sich Investoren dabei einlassen.
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Wer mit seiner Anlage vier Prozent Rendite erzielen will, hat nur noch wenige Investitionsmöglichkeiten. Quelle: dpa

Wer mit seiner Anlage vier Prozent Rendite erzielen will, hat nur noch wenige Investitionsmöglichkeiten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Vier Prozent Rendite pro Jahr – so viel versprachen zwischen 1994 und 2000 Lebensversicherungen ihren Neukunden auf das tatsächlich angelegte Kapital. Garantiert, bombensicher über 20 oder 30 Jahre. Lange ist es her. Heute gibt es bei der Assekuranz noch 1,25 Prozent garantiert – vor Gebühren, Absenkung wahrscheinlich. Wer heute noch vier Prozent will, bekommt sie nicht mehr von Allianz oder Deutscher Bank. Anleger müssen höhere Risiken und längere Laufzeiten akzeptieren.

Doch für risikobereite Anleger gibt es immer noch die Aussicht auf vier Prozent – an der Börse, bei Anleihen, Immobilien und mit Fondsanlagen. Worauf sich Investoren dabei einlassen, zeigen vier konkrete Beispiele.

Mit einem Sparbrief von einer seriösen Bank schaffen Anleger maximal 1,5 Prozent, etwa bei der Targobank. Anleihen an der Börse bieten deutlich mehr. Wer in Anleihen investiert, sollte wissen, dass sich angesichts des aktuell sehr niedrigen Zinsniveaus rasch Kursverluste einstellen können. Je länger die Restlaufzeit der Anleihe ist, desto höher – falls die Zinsen steigen. So verliert etwa eine noch zehn Jahre laufende Euro-Staatsanleihe 9,97 Prozent an Wert, wenn die langjährigen Zinsen um einen Prozentpunkt steigen.

Diese Verluste sind jedoch nur temporär. Wer bis zum Ende der Laufzeit an seinem Papier festhält, bekommt den Ausgabewert wieder zurück – vorausgesetzt, das emittierende Unternehmen oder der Staat bleibt zahlungsfähig. Kurzlaufende Anleihen von Top-Schuldnern minimieren dieses Zinsänderungsrisiko und die Ausfallgefahr, verzinsen sich aber nahe null. Eine BASF-Anleihe etwa bringt 0,3 Prozent bis Oktober 2018, dazu kommen noch Kaufgebühren.

Ein Papier der Münchner Constantin Medien (Filmverleih, TV-Sender, Vermarktung von Events wie Fußball Champions League) wirft dagegen 4,4 Prozent ab. Dafür müssen Anleger in Kauf nehmen, dass sie einem Unternehmen Geld leihen, dessen Eigenkapital mit nur 14,7 Prozent der Bilanzsumme sehr dünn ist (gut wären 30 Prozent) und das 91,4 Millionen Euro Nettofinanzschulden hat. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Die Verschuldung wurde 2014 um mehr als ein Drittel zurückgefahren. Gemessen an den operativen Mittelzuflüssen 2014, könnte Constantin seine Nettoschulden binnen neun Monaten auf null fahren, theoretisch.

Bei der kurzlaufenden Constantin-Anleihe (ISIN: DE000A1R07C3) verlieren Anleger rechnerisch rund 0,9 Prozent an Wert, falls die langjährigen Zinsen um einen Prozentpunkt ansteigen sollten. Macht nichts, denn das Papier notiert bei 107 Prozent, wird aber ohnehin 2018 nur zu 100 Prozent zurückgezahlt. Kursverluste gibt es also auf jeden Fall. Die Rendite ist trotzdem hoch, weil der Zins von sieben Prozent Kursverluste überkompensiert. Anleger verlieren je 1070 Euro 70 Euro im Kurs über die Laufzeit, sie erhalten aber dreimal 70 Euro Zins. Anleger dürfen das Papier bei einer Übernahme Constantins kündigen. Wenn dann mehr als 80 Prozent des Gesamtbetrags der Anleihe (65 Millionen Euro) zurückbezahlt werden müssen, dann darf Constantin selbst das Papier zu einem Kurs von 100 Prozent kündigen.

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