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Dax-Kurve

Die große Anzeige in der Börse zeigt die Dax-Kurve und verschiedene Börsenkurse.

(Foto: dpa)

Umfrage des Fondshauses Legg Mason Aktienanteil mehr als verdoppelt – Deutsche bringen ihr Image als Börsenmuffel ins Wanken

Deutsche Anleger werden immer mutiger. Fast ein Drittel ihres Anlagekapitals stellen Aktien inzwischen. Ihren Bargeldbestand reduzieren sie dagegen.
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Frankfurt Da sag' einer, die deutschen Anleger mögen keine Aktien! Gut, die Bundesbank hat erst wieder festgestellt, dass die Deutschen ihr Erspartes mit Vorliebe in bar oder auf Konten horten: immerhin satte 2,37 Billionen Euro, das sind knapp 40 Prozent ihres Geldvermögens. Und bei Weitem nicht alle Deutschen sind Anleger – besitzen also ein Depot: Gerade mal jeder Vierte hält im Durchschnitt Wertpapiere.

Aber eine dem Handelsblatt exklusiv vorliegende Umfrage des US-Fondshauses Legg Mason unter 1.000 Investoren in Deutschland zeigt, dass deutsche Anleger immer mutiger an Aktien herangehen. Demnach halten sie in diesem Jahr 27 Prozent ihres Anlagekapitals in Aktien. Das ist mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, als Anleger hierzulande nur zehn Prozent ihres Vermögens in Dividendentiteln steckten.

Heute aber stellen Aktien in ihren Depots die gewichtigste Anlageklasse. Allenfalls der Anteil Liquidität ist minimal höher. Alle anderen bedeutenden Anlagearten wie Immobilien, Anleihen, alternative Anlagen und Gold sind mit Abstand weniger stark im Depot vertreten.

Seit 2017 haben die deutschen Investoren nicht nur ihren Cash-Anteil deutlich reduziert von 38 auf 28 Prozent. Auch Bonds, die im vergangenen Jahr noch fast ein Viertel des Anlagekapitals ausmachten, wurden auf 15 Prozent heruntergestutzt. Gerade diese Anpassungen lassen darauf schließen, dass sich die Investoren sehr wohl Gedanken darüber machen, welche Renditechancen ihre Anlagen bieten.

In der zumindest in Europa noch anhaltenden Phase rekordtiefer Zinsen werfen Bonds, und erst recht Spar- und Tagesgeldkonten fast keinen Ertrag mehr ab. Bei einigen Banken zahlen Kontobesitzer für sehr hohe Vermögen sogar Negativzinsen.

Der Anteil von Immobilien, alternativen Anlagen und Gold ist der Umfrage zufolge dagegen mehr oder weniger konstant geblieben bei 16 Prozent, sieben und sechs Prozent.

„Deutsche Anleger öffnen sich verstärkt den Chancen des Aktienmarktes“, resümiert denn auch Stephan Bannier, Deutschland-Chef von Legg Mason. Interessant: Besonders ältere Anleger ab 71 Jahren halten der Umfrage zufolge die meisten Aktien im Depot mit einem Anteil von 37 Prozent.

Millenials sind immer noch vorsichtig

Dagegen sind die um die Jahrtausendwende geborenen „Millennials“ deutlich vorsichtiger und investieren gut ein Fünftel ihres Anlagekapitals in Dividendentitel. Dabei könnten gerade sie zumindest wegen ihres jungen Alters einen langen Anlagehorizont haben und damit die typischen kurzfristigen Kursschwankungen von Aktien leichter aussitzen.

Wer Aktien zwanzig Jahre lang im Depot hält, geht nahezu kein Risiko mehr ein, mit Dividendentiteln einen Verlust zu erleiden. Das ergeben Zahlen des Verbands der börsennotierten Unternehmen in Deutschland, des Deutschen Aktieninstitutes, für die Aktien des Deutschen Aktienindex Dax für rollierende Zeiträume ab 1948.

Die Rendite betrug den Berechnungen zufolge im Durchschnitt gut neun Prozent im Jahr. Das eingesetzte Vermögen verdoppelt sich bei einer solchen Wertentwicklung etwa alle 8 Jahre. „Selbst bei anfänglich ungünstigen Einstiegszeitpunkten können über die Jahre gesehen somit durchaus gute Renditen mit einer Geldanlage in Aktien erzielt werden“, resümiert das DAI.

Solche Renditen sind mit anderen klassischen Anlagearten schwer zu erreichen. Allerdings beunruhigen die teils heftigen Kursschwankungen, die auch in der vergangenen Woche wieder an den Aktienindizes rund um den Globus abzulesen waren, viele Anleger.

Interessant ist, dass ein gewichtiger Teil der deutschen Anleger offenbar auch mit den gefürchteten Kursschwankungen umgehen kann, wie die Umfrage von Legg Mason ergibt: Demnach sehen 30 Prozent der Befragten „Marktvolatilität“ als positiv an, weil sie für höhere Rendite sorgen könne.

Und Marktturbulenzen wollen demnach 27 Prozent der Anleger nutzen, um Aktienfonds nachzukaufen. Rund ein Drittel von ihnen gibt allerdings an, dann eher auf andere Anlagen wie Immobilien zu setzen. Und ein Fünftel der Anleger parkt in solchen Phasen eher mehr Kapital etwa auf Konten, um Risiken zu vermeiden.

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