US-Aktienmarkt Die Rally ist noch nicht am Ende

Die US-Börsen haben rasant zugelegt. Doch wann sind Aktien zu teuer? Experten sehen noch kein Ende der Rally. Die Verlagerung in Aktien habe gerade erst begonnen. Die Zahlen sehen in der Tat vielversprechend aus.
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Händler an der New York Stock Exchange freuen auf ein weiteres gutes Börsenjahr. Quelle: ap

Händler an der New York Stock Exchange freuen auf ein weiteres gutes Börsenjahr.

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New YorkDie US-Börsen sind im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie langem nicht mehr. Der S&P500 kommt auf ein Plus von 30 Prozent - das ist der größte Anstieg seit 1997. 460 von 500 Unternehmen in dem Index verzeichneten Kursgewinne - so viele zu zuletzt 1990. Die Frage ist: Wann sind US-Aktien zu teuer? 

„Ein Anzeichen dafür, dass Dinge beliebter werden, ist, dass sie teurer werden“, sagt Michael Shaoul, Chef von Marketfield Asset Management in New York in einem Interview mit Bloomberg News. Er sieht jedoch noch kein Ende der Rally. Auf dem derzeitigen Stand seien die Fundamentaldaten gut, die Unternehmensergebnisse dürften sich in einigen Schlüsselsektoren wahrscheinlich noch verbessern. „Es gibt Risiken in diesem Aktienmarkt, aber sie sind im Großen und Ganzen exogen. Ich wäre sehr überrascht, wenn dieser Bullen-Markt nicht noch zwei bis drei weitere Jahre andauern würde“, fügte er an. 

Aktieninvestmentfonds und börsengehandelte Aktienfonds (ETF) verzeichneten 2013 Zuflüsse von mehr als 160 Milliarden Dollar, während aus Anleihefonds rund 80 Milliarden Dollar abgezogen wurden. Das geht aus Daten von Bloomberg und dem Investment Company Institute in Washington hervor. In den vorangegangenen vier Jahren waren rund 260 Milliarden Dollar aus Aktienfonds abgeflossen und mehr als eine Billion Dollar in Anleihefonds gepumpt worden.

Die Party an der Börse wird weitergehen
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Hauptthema am Markt wird die Fed bleiben

„Kaum etwas dürfte so sehr über den weiteren Verlauf der Aktienmärkte entscheiden wie die zukünftige Politik der US-Notenbank,“ prognostiziert Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe für das Jahr 2014. Das größte Risiko für den Markt stelle ein rascher Ausstieg der Fed aus der ultraexpansiven Geldpolitik dar. Allerdings sei dieser nicht zu erwarten. Dafür sei das Wirtschaftswachstum noch zu schwach.

EZB Zinspause
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Im Zeichen der Politik

Ähnlich sieht dies auch Michael Winkler, Chief Investment Officer der St.Galler Kantonalbank: „Schon das Jahr 2013 hat gezeigt, wie leicht sich die Märkte beeinflussen lassen. Auch 2014 wird im Zeichen der Politik der Notenbanken stehen.“

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„Die Bäume wachsen, aber nicht in den Himmel“  

Nach Ansicht der Experten von Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. Vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, sagt Asoka Wöhrmann, Geschäftsführer der DeAWM Investment GmbH. Für 2014 rechnen die Analysten noch nicht mit einer restriktiven Geldpolitik der EZB, sondern eher mit einer „Konsolidierung der Bankenlandschaft, die in den USA nach mehr als 450 abgewickelten Finanzinstituten bereits als abgeschlossen gilt“.

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head of EMEA Equities: „2012 und 2013 standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber der Aktienmärkte werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

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Die Party am Aktienmarkt geht weiter – aber nüchtern

„Steigende Kapitalmarktzinsen und mehr Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank dürften für höhere Volatilität und niedrigere Kursgewinne an den Aktienmärkten sorgen“, schreibt Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe in seinem Kapitalmarktausblick. Insgesamt werde es weiter bergauf gehen, allerdings nicht im zweistelligen Bereich. Angesichts der Rekorde, die Dax und Co. verzeichnet haben, sei nur noch wenig Luft nach oben.

Made in Germany Schriftzug
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Deutschland bleibt Top-Pick in Europa

Wirtschaftlich wird Deutschland in Europa weiter den Ton angeben, prognostiziert Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund. Insgesamt seien deutsche Unternehmen bei Investoren beliebt, weshalb die Kurse weiter steigen dürften. Hauptgrund für die Hausse sei das neue Vertrauen der Anleger in den Aktienmarkt. Allerdings genüge es nicht, einfach alle deutschen Werte zu kaufen. Anleger sollten genau auf die Fundamentaldaten achten, um die besten deutschen Aktien zu finden.

Deutsche Boerse
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Fundamentaldaten werden wichtiger

Auch Matt Siddle, Fondsmanager des Fidelity European Growth Fund, geht in seinem Ausblick für 2014 davon aus, dass Anleger verstärkt auf Fundamentaldaten schauen werden. „Im kommenden Jahr dürften vor allem unternehmensspezifische und nicht so sehr makroökonomische Faktoren den Ton angeben.“

Lange haben Anleger nur auf die Notenbanken geschaut. Doch die Geldflut der Zentralbanken gehört mittlerweile zur Normalität.

MDax knackt 14.000er-Marke
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Dax wird den MDax schlagen

Für den MDax sieht das Bankhaus Lampe 2014 keine Wachstumschancen mehr. Der Mittelwerte-Index habe sein Pulver bereits 2013 verschossen und werde deshalb 2014 wohl ein Minus aufweisen. Für den Dax sehen die Experten dagegen ein Jahresendziel von 9.650 Punkten.

„Die Rally war sehr breit und das ist teilweise auf den Beginn einer Verlagerung von Anleihefonds auf Aktienfonds zurückzuführen“, sagt Mark Luschini, Chef der Anlagestrategie bei Janney Montgomery Scott. Aktien zu besitzen habe sich als lohnend herausgestellt, und das sei gut mit Blick auf die weitere Entwicklung - zumal der Markt nicht von einer geringen Anzahl von Aktien getrieben worden sei.

Untersuchungen zeigen, dass nach einem Jahr, in dem eine US-Aktienrally so breit angelegt war wie 2013, die Kurse im folgenden Jahr noch nie gefallen sind, wie Daten von Strategas für den Zeitraum seit 1990 zeigen. Nachdem 2009 die Kurse von 427 Unternehmen gestiegen waren, verzeichnete der S&P 500 laut Daten von Bloomberg im darauffolgenden Jahr ein Plus von 13 Prozent. 1997 gab es bei 402 Aktien Kursgewinne und das Börsenbarometer gewann im folgenden Jahr 27 Prozent. 1995 stiegen die Kurse bei 434 Unternehmen und der Index erhöhte sich 1996 um 20 Prozent.

„Wie sich die Dinge 2013 entwickelt haben, war mehr als nur die Rückkehr des Vertrauens“, sagt Walter Todd, als Chief Investment Officer für die Kapitalanlagen bei Greenwood Capital Associates  verantwortlich. Die Konjunktur nehme Fahrt auf und das werde sich positiv auf die Unternehmensgewinne und die Kurs-/Gewinnverhältnisse auswirken. Todd erwartet ein Plus von zehn Prozent bis 15 Prozent für den S&P 500 in diesem Jahr.

Doch nicht alle sind so optimistisch gestimmt. Auf der Grundlage von 20 Analystenschätzungen wird der durchschnittliche Anstieg des S&P 500 in diesem Jahr bei 5,8 Prozent liegen. Das ist die niedrigste Prognose seit 2005.

  • Bloomberg
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1 Kommentar zu "US-Aktienmarkt: Die Rally ist noch nicht am Ende"

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  • Für uns europäische Anleger zählt das nicht,denn:die Referenzwährung bei US-Aktien ist doch der US-Dollar oder etwa nicht?
    Was nützt es dann, wenn der US Aktienmarkt zwar seit 00/01 zulegt,der Dollar aber umso stärker verliert-immerhin 37% seit Juni 01-der Dow damals bei 11200.Alle US Indizes hätten sich seit 00 verdoppeln müssen,um Inflation und Wertverfall des Dollars auszugleichen.

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