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US-Aktienmarkt Facebooks Quartalszahlen sind richtungsweisend für die Märkte

Nach dem Handelsende an der Wall Street meldet Facebook seine Quartalszahlen. Sie dürften darüber entscheiden, ob die US-Börsen ihre Schwächephase fortsetzen.
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Die US-Börsen haben ihren Jahresgewinn weitgehend eingebüßt. Quelle: AP
Händler in New York

Die US-Börsen haben ihren Jahresgewinn weitgehend eingebüßt.

(Foto: AP)

FrankfurtAlle Augen an der Wall Street richten sich auf Facebook: Der Social-Media-Gigant präsentiert an diesem Dienstagabend nach Börsenschluss seine Quartalszahlen. Davon dürfte entscheidend abhängen, ob die weltweit richtungsweisenden US-Börsen ihre aktuelle Schwächephase fortsetzen – oder nachhaltig die Kehrtwende proben werden.

Enttäuschende Bilanzzahlen mehrerer anderer US-Technologiegiganten haben seit dem Start der Bilanzsaison in diesem Monat maßgeblich dazu beigetragen, die Kauflaune der Investoren an den globalen Aktienmärkten verfliegen zu lassen. „Es gab einen Stimmungsumschwung, der darauf zurückzuführen ist, dass Bedenken bezüglich des Wachstums aufgekommen sind, seit die Technologieriesen Amazon und Google-Mutter Alphabet ihre Gewinnentwicklung bekanntgegeben haben“, sagt Ron Josey vom US-Investmenthaus JMP Securities.

Amazon habe eine Wachstumswarnung ausgegeben, Google ebenfalls – und Facebook sei bereits bei den vergangenen Quartalszahlen auf abnehmendes Wachstum umgeschwenkt, so Josey. Das hat dazu geführt, dass die Aktie von Facebook mittlerweile über ein Drittel ihres im Juli erreichten Rekordstandes eingebüßt hat. Dieser Ausverkauf nehme vorweg, dass sich das Wachstum weiter verlangsamen könne, ergänzt der Profi.

Trotz der jüngsten Turbulenzen an der Wall Street wird die Aktie von Facebook derzeit allerdings laut dem Informationsdienst Bloomberg von mehr als 80 Prozent aller Analysten, die sie regelmäßig unter die Lupe nehmen, zum Kauf empfohlen.

Zu den Optimisten gehören unter anderem die Fachleute der US-Investmentbank Goldman Sachs, die ihre positive Einstufung für Facebook unmittelbar vor Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal mit einem Kursziel von 205 US-Dollar auf Sicht von zwölf Monaten bekräftigt haben. Damit trauen die Goldman-Strategen den Facebook-Papieren mehr als 40 Prozent Aufwärtspotenzial zu. Das entspricht in etwa dem Kurspotenzial, mit dem auch andere Analysten bei den Titeln im Schnitt kalkulieren.

Das Onlinenetzwerk dürfte seinen Geschäftsumsatz um 35 Prozent gesteigert haben, prognostiziert Goldman-Expertin Heather Bellini. Den Gewinn je Aktie schätzt sie auf 1,53 Dollar. Im Schnitt sagen Analysten hier 1,47 Dollar voraus.

Am Dienstag tendierten die meistbeachteten US-Leitindizes Dow Jones und S&P 500 im hellgrünen Bereich, nachdem sie zum Wochenstart zwischen einem und rund anderthalb Prozent nachgegeben hatten. Weiter unter Druck standen dagegen mehrere große Hightech-Werte.

Die Aktien von Amazon bauten ihr bisheriges Wochenminus um knapp einen Prozentpunkt auf mehr als sieben Prozent aus. Der Wochenverlust bei der Google-Mutter Alphabet belief sich zeitwiese auf rund fünf Prozent – ähnlich wie beim weltgrößten Streamingdienst Netflix.

Der marktbreite S&P-500-Aktienindex ist inzwischen um rund ein Zehntel von seinem Ende September markierten Allzeithoch zurückgefallen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notiert mittlerweile nur noch auf seinem Niveau vom Mai dieses Jahres. Beide US-Börsenmesslatten stehen kurz davor, ihren steilsten monatlichen Rückgang seit dem Start der Rekordhausse im Frühjahr 2009 zu besiegeln.

Viele Akteure trauen den anhaltend positiven Geschäfts- und Aktienkursprognosen der Banken für Technologietitel wie Facebook nicht und stellen sich zunehmend auf weitere Börsenrückschläge ein: Nach Einschätzung von Christopher Harvey, Chefaktienstratege bei der US-Bank Wells Fargo, ist deutlich Verzweiflung bei den Investoren wahrzunehmen. Es seien derzeit keine Auslöser für eine Kehrtwende erkennbar. Zudem werde das Handeln der US-Notenbank Fed dem Markt zum Verhängnis werden. Die Handelsbedingungen würden sich noch weiter verschlechtern.

Neben der Furcht der Anleger vor einem anhaltend enttäuschenden Gewinnwachstum des Technologiesektors sorgen derzeit Spekulationen darüber für zusätzlichen Druck, dass die US-Regierung schon bald den Handelskonflikt mit China weiter eskalieren lassen könnte.

Der Informationsdienst Bloomberg hatte am Montag berichtet, Washington arbeite daran, Anfang Dezember auch die verbleibenden Importe aus China mit Strafzöllen zu belegen, falls das Treffen von Donald Trump mit Chinas Präsident Xi Jinping keine Entspannung im Zollstreit bringen sollte.

„Der Handelskrieg wird so schnell nicht gelöst werden“, warnt Analyst Teeuwe Mevissen von der niederländischen Rabobank. Zudem mehrten sich die Zeichen für eine Abkühlung der Konjunktur sowohl in den USA als auch in der Euro-Zone.

Entscheidend sein für die weitere Kursrichtung an der Wall Street dürfte Experten zufolge auch die Quartalsbilanz von Apple, die der iPhone-Konzern am Donnerstag präsentieren wird. Auch hier überwiegt ähnlich wie bei Facebook derzeit weiterhin die Zuversicht unter Bankanalysten: Rund zwei Drittel empfehlen die Anteilsscheine laut Bloomberg zum Kauf.

Das Kurspotenzial taxieren sie im Schnitt auf über elf Prozent. So hat Analyst Benjamin Schachter von der australischen Investmentbank Macquarie zum Wochenstart sowohl seine „Outperform“-Einstufung für Apple als auch das Kursziel von 235 Dollar bekräftigt.

Sein Kollege Analyst Rod Hall von Goldman Sachs traut der Aktie, die am Dienstagabend kaum verändert bei 213 Dollar gehandelt wurde, einen Anstieg auf 240 Dollar binnen Jahresfrist zu. Die Schätzungen für den durchschnittlichen Verkaufspreis des iPhones – des alles entscheidenden Umsatzbringers des Konzerns – habe er für das erste Quartal 2019 um fünf Prozent und für das kommende Jahr insgesamt um vier Prozent angehoben, begründet der Experte seine Zuversicht.

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