US-Newsletter „Zukunftslabor USA“: Wirklich nachhaltig oder nur Greenwashing? ESG-Investments sind in einer Krise
In der ESG-Welt sind erste Schatten erkennbar.
Foto: ReutersNew York. ESG sollte uns eigentlich ein gutes Gefühl geben. Die Buchstaben stehen für Investments, die nach ökologischen, sozialen oder ethischen (Environment, Social, Governance, kurz ESG) Kriterien angelegt wurden. Die Branche boomt.
Im zweiten Quartal wurde zum ersten Mal die Marke von zwei Billionen Dollar weltweit überschritten. Damit haben sich ESG-Investments in drei Jahren fast verdreifacht, wie aus Daten des Analysehauses Morningstar hervor geht.
Doch in der schönen, grünen ESG-Welt sind Gewitterwolken aufgezogen. Die frühere Nachhaltigkeits-Chefin der DWS, Desiree Fixler, hatte der Fondstochter der Deutschen Bank vorgeworfen, ein zu rosiges Bild über das Ausmaß ihrer nachhaltig verwalteten Anlagen gezeichnet zu haben. Nun sind die US-Börsenaufsicht SEC und die Bafin eingeschaltet. Der Aktienkurs brach zeitweise um 14 Prozent ein. Das hat die Branche aufgerüttelt – auf beiden Seiten des Atlantiks.
Die SEC arbeitet schon länger an neuen Regulierungsvorschriften für den ESG-Bereich. So könnte Behördenchef Gary Gensler Fondsmanager dazu verpflichten, offenzulegen, welche Kriterien sie für ESG-Fonds anlegen und welche Daten sie nutzen.