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Vermögensverwalter Jeder dritte vermögende Kunde könnte Wealth-Manager wechseln

Laut einer Studie hinterfragt die Mehrzahl der Kunden die Gebühren von Vermögensverwaltern. Anbieter bestimmter Produkte könnten davon profitieren.
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Deutsche Kunden legen bei Vermögensverwalter weiterhin Wert auf persönliche Betreuung, vor allem in herausfordernden Marktphasen. Quelle: dpa
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Deutsche Kunden legen bei Vermögensverwalter weiterhin Wert auf persönliche Betreuung, vor allem in herausfordernden Marktphasen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Jeder dritte vermögende Privatkunde in Deutschland ist dazu bereit, innerhalb der nächsten drei Jahre seinen Vermögensverwalter zu wechseln. Das geht aus einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hervor. Eine große Rolle bei einem möglichen Wechsel spielen zu hohe Gebühren. Durch den Anbieterwechsel könnten rund 1,5 Billionen Euro an Kundengeldern zu einem anderen Wealth-Manager abfließen.

EY befragte für seine Studie weltweit 2000 vermögende Wealth-Management-Kunden aus 26 Ländern. Unter den Teilnehmer waren rund 150 Deutsche, deren durchschnittliche Anlagesumme 14 Millionen Euro betrug. Ergänzend wurden Interviews mit 50 Führungskräften internationaler Wealth-Management-Häuser geführt.

Fast die Hälfte der Befragten bezweifelt, dass ihre Vermögensverwalter faire Gebühren erheben. Durchschnittlich zahlen sie fixe Entgelte in Höhe von 1,5 bis 1,9 Prozent des betreuten Investmentvolumens, heißt es in der Studie.

EY glaubt, dass Indexfonds (ETFSs) daher für die Portfolios der vermögenden Kunden interessanter werden dürften. Mehr als 30 Prozent der Teilnehmer erwägen, Assets auf Anbieter passiver Investments zu übertragen.

Was die Wealth-Manager besonders schmerzen dürfte: Fast 40 Prozent der sogenannten Ultra-High-Net-Worth-Kunden mit einem Vermögen von 30 bis 100 Millionen Dollar denken über einen Anbieterwechsel nach. Bei den Kunden mit einem Vermögen unter einer Million Dollar sind es etwas weniger als ein Drittel. Ernst & Young begründet das in seinem Report damit, dass stark vermögende Kunden ihre Anlagen lieber unter verschiedenen Vermögensverwaltern diversifizieren.

Auch risikoaffinere Anleger bleiben ihrem Wealth-Manager weniger treu. Wechselwillig sind außerdem jüngere Investoren aus der Millennial-Generation (21 bis 37 Jahre) und der Generation X (38 bis 53 Jahre). Bei ihrer Entscheidung für einen bestimmten Vermögensverwalter dürften auch technologische Bedürfnisse eine Rolle spielen. So ergab die Studie, dass der Anteil an Kunden, die in den kommenden drei Jahren Fintechs nutzen wollen, in Deutschland um 54 Prozent steigt.

Ernst & Young erwartet daher, dass Vermögensverwalter zunehmend Fintechs aufkaufen oder mit Fintech-Unternehmen zusammenarbeiten werden. Gerade Millennials würden laut der Studie Dienste von durchschnittlich fünf verschiedenen Anbietern nutzen, um verschiedene Vorteile auszunutzen – etwa höhere Renditen bei einem bestimmen Sparkonto oder einen Micro-Investment-Service bei einem Fintech.

Unabhängig vom Alter ziehen immer mehr Wealth-Manager-Kunden mobile Apps anderen Kanälen vor – in Deutschland sind es 27 Prozent. Gleichzeitig legen deutsche Kunden weiterhin Wert auf persönliche Betreuung, vor allem in herausfordernden Marktphasen. Dabei liegt Deutschland mit 54 Prozent der Kunden, die Betreuung für wichtig halten, über dem europäischen Schnitt mit 45 Prozent.

Auch sind deutsche Vermögensverwaltungs-Kunden zumindest etwas loyaler als europäische: In den vergangenen drei Jahren haben sich 37 Prozent der vermögenden deutschen Kunden für einen Anbieterwechsel entschieden, europaweit waren es 43 Prozent.

Mehr: Viele Vermögensverwalter haben die Aktienanteile in ihren Portfolios verringert. Sie setzen auf Anleihen – und suchen nach „sicheren Aktien für unsichere Zeiten“.

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