Vermögensverwalter M&G verliert mit Fonds für Privatanleger an Boden

Immer weniger Fonds des großen Anbieters bekommen von Scope Analysis eine gute Note. Mitten im Umbau der Gesellschaft macht das Analysten skeptisch.
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Der britische Vermögensverwalter M&G Prudential steckt im Umbau. Quelle: Reuters
Londoner Finanzdistrikt

Der britische Vermögensverwalter M&G Prudential steckt im Umbau.

(Foto: Reuters)

FrankfurtEin britischer Traditionsname leidet: M&G Prudential. Der Vermögensverwalter mit einem Kundenkapital von 386 Milliarden Euro verliert mit seinen Fonds für Privatanleger an Boden. Nur noch jedes fünfte Produkt bekommt von der Ratingagentur Scope Analysis auf Basis der langfristigen Erträge eine gute Bewertung. Der Trend in den vergangenen Jahren zeigt deutlich nach unten.

Momentan liegt M&G im Scope-Vergleich von 68 großen Gesellschaften nur noch auf Platz 60. Bei den führenden Häusern wie Kepler, Legg Mason oder Vontobel bekommt mindestens jeder zweite Fonds eine gute Bewertung.

„Vor allem die Aktienprodukte von M&G sind schwach, nur einer dieser Fonds hat eine gute Note“, sagt Scope-Analyst André Härtel. Ein Berater für institutionelle Investoren bestätigt: „Die Performance hat sich verschlechtert.“ Aktienfonds stellen das Gros der in Deutschland angebotenen Produkte. Die schlechteren Ergebnisse begründen M&G-Strategen mit dem Börsentrend der vergangenen Jahre.

Wachstumswerte wie etwa die Tech-Titel waren die Renner. „Wir konzentrieren uns dagegen auf werthaltige Aktien mit dem sogenannten Value-Ansatz“, sagt M&G-Aktienspezialist Kotaro Miyata aus London. Wann der Trend kippt und die eigenen Fonds wieder besser laufen, das sei unsicher. „Aber der Bewertungsunterschied zwischen den Wachstums- und Valuewerten ist schon extrem geworden“, sagt er.

M&G bietet seit Anfang des Jahrtausends Fonds in Deutschland an. Die Gesellschaft hat hier rund fünf Milliarden Euro eingesammelt. Sie hat eine bewegte Vergangenheit. Anfang des Jahrtausends avancierte ein Fonds für Rohstoffaktien unter seinem Manager Graham French zum Blockbuster. Dann stürzten die Rohstoffpreise, der Fonds „Global Basics“ ebenso. Er kam auch nicht mehr auf die Beine.

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Heute ist das Produkt auf etwas über zwei Milliarden Euro Kapital geschrumpft und hat bei Scope unter dem neuen Namen „Global Themes“ ein schlechtes Rating. Wichtig geworden für M&G ist der 27 Milliarden Euro schwere Anleihefonds „Optimal Income“, der unter seinem Manager Richard Woolnough ein Flaggschiff des Hauses ist.

In Deutschland gibt es eine klare Marschrichtung

Die britische Gesellschaft ist als meinungsstark bekannt. „Wir haben keinen Chef-Anlagestrategen, wie viele andere, keine Hausmeinung, die Manager besitzen viel Freiheit“, sagt M&G-Deutschlandchef Werner Kolitsch.

Für Gesprächsstoff sorgen allerdings nicht nur die Ergebnisse der Fondskapitäne. Der Asset-Manager ist im Umbau. Die Muttergesellschaft, der britische Versicherer Prudential, bündelte im vergangenen Jahr ihre eigenen Vermögensverwaltungsaktivitäten in Europa und Großbritannien mit M&G Investments.

Seitdem nennt sich diese gesamte Asset-Management-Einheit M&G Prudential. In Deutschland gibt es jetzt eine klare Marschrichtung, wie Kolitsch betont: „Wir wollen das Geschäft mit institutionellen Investoren deutlich ausbauen.“

Für Schlagzeilen sorgt der Umbau auch aus personellen Gründen. M&G-Chefin Anne Richards, in London eine bekannte Frau im Finanzgeschäft, verließ das Haus im Sommer. „Ihre neue Rolle in der neuen Einheit wurde als Degradierung empfunden“, erklärt Nisha Long, Analystin beim Finanzdienstleister Citywire, den Ausstieg.

Der Umbau ist in vollem Gange

Anleger hatten in den Jahren 2015 und 2016 nach Angaben der Ratingagentur Morningstar rund 17 Milliarden Euro aus M&G-Fonds abgezogen. „Unter Führung von Richards war danach wieder Kundengeld zugeflossen, die Performance ist besser geworden“, ergänzt Long. Mit ihrem Ausstieg sei das Erreichte gefährdet. Im Hause M&G sieht man das anders. Ein Verantwortlicher sagt: „Sie war nur zwei Jahre da, so groß war ihr Einfluss nicht.“

Der Umbau des Hauses ist noch im Gange. Er geht demnächst in die zweite Runde. M&G Prudential will außerdem an die Börse gehen. Der genaue Zeitpunkt ist noch unklar.

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