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Verwaltetes Vermögen Ungebrochenes Wachstum bei nachhaltiger Geldanlage

Die Einhaltung bestimmter Kriterien für nachhaltige Kapitalanlage wird für Anleger aller Art wichtiger. Eine wichtige Frage müssen sie sich aber stellen.
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Die Auswahl einzelner Titel kann trotz guter Absichten sehr risikoreich sein. Ein gutes Beispiel ist das Abrutschen der Windenergie-Titel. Quelle: dpa
Windenergie

Die Auswahl einzelner Titel kann trotz guter Absichten sehr risikoreich sein. Ein gutes Beispiel ist das Abrutschen der Windenergie-Titel.

(Foto: dpa)

Frankfurt Nachhaltigkeit ist heute nicht nur ein entscheidender Faktor für die Bewertung von Unternehmen, sondern auch wesentlicher Treiber für die Performance in der Geldanlage. Zu diesem Ergebnis sind gut 150 Experten auf einer Tagung des Vermögensverwalters Feri in dieser Woche in Frankfurt gekommen.

„Der Unternehmenswert wird heute zunehmend von langfristigen, nicht-finanziellen und immateriellen Werttreibern bestimmt“, erläuterte dabei Martin Steinbach, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Nachhaltigkeit sollte daher fest in jeder Unternehmensstrategie verankert sein – und Anleger müssten sich auf neue Formen der Risikomessung und neue Risikokennzahlen einstellen.

Stephen Brenninkmeijer, Präsident der European Climate Foundation, ergänzte: „Für alle Investoren müssen heutzutage die gesellschaftliche Wirkung und die Nachhaltigkeit ihrer Anlagen ein zentrales Entscheidungskriterium sein.“

Laut einer Analyse des Thinking Ahead Institute nahmen die verwalteten Vermögen, die weltweit nach ESG-Kriterien investiert werden, 2018 bei den 500 größten Asset-Managern um gut 23 Prozent zu, während die gesamten betreuten Vermögen um drei Prozent schrumpften. ESG steht für die Kriterien Environment, Social und Governance, wobei Letzteres eine gute Unternehmensführung betrifft.

Die Einhaltung der ESG-Kriterien wird auch für private Anleger ein zentrales Kriterium bei den Investments. Dabei kann die Auswahl einzelner Titel trotz guter Absichten sehr risikoreich sein. Ein gutes Beispiel ist das Abrutschen der Windenergie-Titel. Obwohl die alternative Energie ökologisch erwünscht ist, kam es bei Anbietern, wie zum Beispiel Siemens Gamesa oder Nordex, zu Kursverlusten.

Um solche Erlebnisse zu vermeiden, bieten sich für Kleinanleger vor allem Fonds an, die sich dieser Themen annehmen. Damit werden die Risiken über viele Konzerne verteilt. Das im Rahmen von Investmentfonds und Mandaten nachhaltig verwaltete Vermögen legte 2018 laut dem „Forum Nachhaltige Geldanlagen“ (FNG) so stark zu wie nie zuvor seit Veröffentlichung des ersten FNG-Marktberichts im Jahr 2005.

Ende des vergangenen Jahres lag es in Deutschland mit insgesamt 133,5 Milliarden Euro um rund 45 Prozent höher als 2017. Davon entfielen 44,7 Milliarden Euro auf nachhaltige Investmentfonds, entsprechend einem deutlichen Plus von 49 Prozent. Bei den im Rahmen der Nachhaltigkeit eingesetzten Anlagestrategien sind Ausschlusskriterien am meisten verbreitet.

Bei den Unternehmen wurde dabei vor allem auf die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie die Achtung von Menschenrechten geachtet. Die Berücksichtigung von Klimaaspekten gewinnt über alle Asset-Klassen hinweg stark an Bedeutung. So hat der Ausschluss von Unternehmen, die Kohle fördern oder verstromen, spürbar zugenommen.

Eine der wichtigsten Fragen für Anleger lautet allerdings: Ist die Ausrichtung der Investmentstrategie auf Nachhaltigkeitsaspekte mit Einbußen bei der Rendite verbunden? Laut einer Untersuchung von Scope Analysis besteht diese Gefahr nicht – ganz im Gegenteil, die Performance sei oftmals sogar besser.

So schnitten beispielsweise die Fonds der Vergleichsgruppe „Aktien Nachhaltigkeit/Ethik Welt“ mit durchschnittlich 10,7 Prozent pro Jahr auf Fünfjahressicht besser ab als die Fonds ohne Nachhaltigkeitsbezug mit lediglich zehn Prozent – und das bei zugleich geringerer Anfälligkeit gegen Kursschwankungen. Man kann also Gutes tun, ohne dabei Geld zu verlieren.

Mehr: Die Kurse von Aktien steigen stärker, wenn die Unternehmen hohen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Das hat Folgen für die Investmentpolitik von Großanlegern.

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