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Volatilitätsindex Neue Spekulationen um Manipulation des Angstbarometers VIX

Ein unerklärlicher Anstieg des Indexes erinnert an Vorwürfe eines Whistleblowers vor zwei Monaten. Dahinter könnte ein Skandal stecken.
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Sollten sich die Vorwürfe eines Whistleblowers erhärten, stünde der Finanzbranche der nächste große Skandal ins Haus. Quelle: dapd
Besorgter Händler

Sollten sich die Vorwürfe eines Whistleblowers erhärten, stünde der Finanzbranche der nächste große Skandal ins Haus.

(Foto: dapd)

New YorkEs ist gerade zwei Monate her, dass ein Whistleblower die Finanzwelt aufschreckte. Der Volatilitätsindex VIX, der die erwarteten Schwankungen des S&P 500 misst, werde manipuliert, erklärte er in einem Brief. Das habe mit zu den großen Kursbewegungen im Februar beigetragen. Seitdem war es ruhig geworden. Die Materie ist komplex, und konkrete Beweise fehlen. Am Mittwoch jedoch flammten die Spekulationen um eine Manipulation neu auf.

Der VIX, der auch das Angstbarometer der Wall Street genannt wird, stieg in wenigen Minuten um mehr als zehn Prozent an. Normalerweise würde der Anstieg mit starken Schwankungen des S&P 500 einhergehen. Doch der breitgefasste Aktienindex blieb ruhig.

Händler bezeichneten die Bewegung als höchst ungewöhnlich. Der Anstieg passierte um die Zeit einer monatlichen Auktion, bei der die Preise für VIX-Derivate festgelegt werden. Der VIX lässt sich selbst nicht handeln. Allerdings gibt es eine Reihe von Derivaten, wie Optionen, Futures und sogenannte Exchange Traded Notes, mit denen sich auf den VIX wetten lässt.

Der plötzliche Anstieg vom Mittwoch war offenbar auf eine große Wette im Optionsmarkt zurückzuführen. Ein Händler wettete zwei Millionen Dollar darauf, dass der S&P im nächsten Monat um 50 Prozent fallen wird, wie aus Daten des Analysehauses Macro Risk Advisors hervorgeht. Beobachter vermuten, dass der Händler mit dieser Wette Verluste macht. Falls er gleichzeitig aber auf einen Anstieg des VIX gesetzt hat, könnte er unterm Strich einen Gewinn mit seinen Positionen gemacht haben.

Sollten sich die unbestätigten Vorwürfe tatsächlich erhärten, stünde der Finanzbranche der nächste große Skandal ins Haus. In den vergangenen Jahren waren europäische und amerikanische Banken in mehrere große Manipulationsfälle verstrickt. Dazu zählten unter anderem Trickserien mit internationalen Währungen, speziellen Derivaten und dem Referenzzinssatz Libor. Die Skandalserie hat das Vertrauen in die jeweiligen Märkte erschüttert.

Die Chicagoer Börse CBOE, die den Index herausgibt, wollte die Bewegung am Mittwoch nicht kommentieren. Die Vorwürfe des namentlich nicht bekannten Whistleblowers hatte die Börse im Februar als fehlerhaft zurückgewiesen.

Matthew Stock, der Anwalt des Whistleblowers, erklärte, sein Mandant habe Aufseher dazu bringen wollen, die Vorfälle zu untersuchen. Die Finra, eine Organisation, die von der Wertpapierbranche selbst ins Leben gerufen wurde und mit der Börsenaufsicht SEC zusammenarbeitet, hat Medienberichten zufolge eine Untersuchung gestartet. Ob auch andere Behörden die Vorwürfe untersuchen, ist unklar.

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