Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vollgeld-Initiative Die Banken-Revoluzzer

Seite 2 von 2:
Vollgeld-Konzept wird in der Wissenschaft diskutiert

Die Idee mag verrückt klingen, doch wird das Vollgeld-Konzept in der Wissenschaft ernsthaft diskutiert. Die Grundidee stammt aus den 30er-Jahren von dem Ökonomen Irving Fisher. Nach der Finanzkrise erlebte das Konzept eine Renaissance. So haben sich auch Jaromir Benes und Michael Kumhof vom Internationalen Währungsfonds in einer Studie dafür starkgemacht. In Island berät ein Parlamentsausschuss das Konzept.

In der Schweiz kämpfen die Initianten mit ihrer Idee gegen das versammelte Establishment. Ende Februar lehnte die Regierung den Vorstoß offiziell ab. „Ausschlagend für die Ablehnung sind die unabsehbaren Gefahren für den Finanzsektor und damit für die gesamte Volkswirtschaft“, erklärte der Schweizer Bundesrat. „Ein Systemwechsel im Alleingang würde die internationale Stellung des Schweizer Finanzplatzes gefährden“, heißt es weiter.

Um Banken zu stabilisieren, wolle die Regierung eher die Eigenmittel- und Liquiditätsvorschriften weiter verschärfen. Und die Schweizerische Bankiervereinigung warnt davor, dass durch das Vollgeld-Konzept eine Kreditklemme drohe. Notenbank-Präsident Thomas Jordan ist ebenfalls skeptisch, auch wenn er die Idee „konzeptionell in gewisser Hinsicht interessant“ findet. Denn noch nie habe ein Land solch eine grundlegende Systemumstellung in der Geldwirtschaft gewagt.

Bisher waren die Schweizer zurückhaltend darin, ihrer Notenbank ins Handwerk zu pfuschen. So scheiterte die Gold-Initiative an den Urnen. Auch sie wollte das Finanzsystem stabilisieren, indem die Schweizerische Nationalbank dazu verpflichten werden sollte, mindestens 20 Prozent ihrer Aktiva in Gold vorzuhalten.

Und Restriktionen im Umgang mit Bargeld, wie sie derzeit in der EU diskutiert werden, sind in der Schweiz politisch undenkbar. Quasi als Protest dagegen wollen zwei Zuger Kantonsräte eine Initiative lancieren, die dem Parlament die Verantwortung über die Stückelung des Bargeldes überträgt – und im Zuge dessen eine 5000er Franken-Note einführen.

Eines haben die Macher der Vollgeld-Initiative aber bereits erreicht: Sie haben eine Debatte über die Struktur des aktuellen Finanzsystems angestoßen.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Vollgeld-Initiative - Die Banken-Revoluzzer

Serviceangebote