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Wagniskapital Deutsche Start-ups schwimmen im Geld

Berlin bleibt unangefochten die Hauptstadt der Gründer. Die E-Scooter-Branche erhält mehr Wagniskapital als Jungunternehmer in der Autoindustrie.
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Ein Mann fährt mit einem E-Scooter auf dem Gehweg. Die E-Scooter-Start-ups haben im ersten Halbjahr dieses Jahres 63 Millionen Euro Risikokapital gesammelt. Quelle: dpa
E-Tretroller

Ein Mann fährt mit einem E-Scooter auf dem Gehweg. Die E-Scooter-Start-ups haben im ersten Halbjahr dieses Jahres 63 Millionen Euro Risikokapital gesammelt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die deutschen Start-ups haben im ersten Halbjahr in jeder Hinsicht Rekorde aufgestellt. Das geht aus der neuesten Studie der Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) hervor. Das Finanzierungsvolumen erreichte mit 2,8 Milliarden Euro (plus 13 Prozent) einen Höchststand und auch die Zahl der Finanzierungsrunden lag mit einem Zuwachs von 19 Prozent auf 332 Transaktionen für die ersten sechs Monate historisch hoch.

Das Bundesland Berlin verteidigte seinen Spitzenplatz mit 131 Finanzierungen, weit vor Bayern und Nordrhein-Westfalen. Besonders gefragt waren von Januar bis Juni die Bereiche Fintech/InsurTech, die mit neuen Geschäftsmodellen die Banken und Versicherungen herausfordern.

Stark aufgeholt hat aber das Segment Mobilität, abgestürzt ist die Sparte E-Commerce. Interessant: Die E-Scooter-Anbieter sicherten sich 63 Millionen Euro an Risikokapital, die Automobil-Sparte schaffte es dagegen nur 41 Millionen Euro einzusammeln.

Den Start-ups in der Hauptstadt gelang es sogar, mit weitem Abstand das meiste Geld für die neue Geschäftsmodelle in der Finanzbranche zu mobilisieren, obwohl hier doch Hessen mit der Bankenmetropole Frankfurt führend sein müsste. Tatsächlich gingen gut 600 Millionen Euro nach Berlin, Hessen liegt mit drei Millionen abgeschlagen auf dem dritten Rang.

Größte Finanzierungsrunde waren 428 Millionen Euro für GetYourGuide eine Website, auf der Touristen Aktivitäten wie Führungen und Ausflüge buchen und Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten buchen können. Dahinter folgten die Smartphonebank N26 mit 266 Millionen und Adjust, eine Plattform für mobile Apps, mit 201 Millionen.

„Der Markt verändert sich spürbar“, beobachtet Peter Lennartz, Partner bei EY. „Es ist zwar immer noch enorm viel Geld im Markt, aber wir sehen, dass die Schere zwischen sehr großen und kleinen Deals auseinandergeht. Ausländische Investoren konzentrieren sich auf ausgereifte Geschäftsmodelle und sind bereit und in der Lage, hohe Summen zu investieren.“

Entsprechend steige die Anzahl der sogenannten Unicorns und der Start-ups, die als potenzielle Einhörner gelten, was die Attraktivität des Standorts Deutschland für internationale Investoren noch weiter steigere. Einhörner haben Marktbewertungen von mindestens einer Milliarde Euro. Deutsche Investoren hingegen investierten laut EY zumeist eher niedrige Summen in die Start-ups.

Lennartz warnt allerdings: „Sollte sich der Trend zu weniger mittelgroßen Deals fortsetzen, wäre das kein gutes Signal“. Denn gerade Investitionen im mittleren Millionenbereich würden benötigt, um aus Geschäftsideen erfolgreiche Unternehmen zu machen, also das Geschäftsmodell zu etablieren, Skaleneffekte zu erzielen und eine Internationalisierung einzuleiten.

Zuletzt hatte auch der Branchenverband BVK beklagt, dass es zu wenige deutsche Venture-Capital-Fonds gibt, die Wachstumskapital bereit stellen. Um die vorhandenen Ressourcen bei den institutionellen Investoren in Deutschland für den hiesigen Wagniskapitalmarkt zu mobilisieren, muss nach Ansicht des BVK möglichst bald ein „Zukunftsfonds Deutschland“ zur Verfügung stehen, der Venture Capital-Gesellschaften die Auflage größerer Fonds ermöglichen würde.

Mehr: Diese Regeln sollten E-Scooter-Besitzer kennen.

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