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Wagniskapital Europas Start-ups sammeln Rekordsumme – Standort Paris schließt zu Berlin auf

Die gezielte Förderung von Jungunternehmen zeigt Wirkung – in Frankreich. Paris wird zusehends zur Start-up-Metropole. Die Spitze: London vor Berlin.
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Bei Start-ups holt Paris mächtig auf – Berlin schwächelt Quelle: AFP
Eiffelturm in Paris

Die französische Hauptstadt wird bei Start-ups immer beliebter.

(Foto: AFP)

Frankfurt Trotz der aufziehenden Wolken am Konjunkturhimmel über Europa haben die Start-ups im vergangenen Jahr noch einmal Rekordsummen kassiert: Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg 2018 um 15 Prozent auf knapp 4200, der Wert der Investments in die Gründer kletterte um elf Prozent auf 21,25 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hervor.

Trotz des andauernden Streits um den Brexit hat Großbritannien seinen Spitzenplatz ausgebaut, gemessen am Volumen der Deals folgen Deutschland und Frankreich auf den Rängen zwei und drei. London blieb im vergangenen Jahr der Hotspot für die Geldgeber, auch Berlin verteidigte seinen Platz, der Vorsprung auf Paris wurde aber deutlich kleiner.

Die französische Metropole legte bei den Investments um 39 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zu, womit sie unangefochten auf dem dritten Platz rangierte. Die Bundeshauptstadt verlor dagegen zwölf Prozent und behauptete mit 2,6 Milliarden Euro nur knapp den zweiten Platz.

„Die französische Politik verfolgt das klare Ziel, Frankreich zur Start-up-Nation Nummer eins in Europa zu entwickeln“, sagt Peter Lennartz, Partner bei EY. Zwar gebe es weniger Mega-Transaktionen, in der Breite sei die Finanzierung von Jungunternehmen aber besser als in Deutschland.

Zahlreiche sinnvolle Fördermaßnahmen für junge Gründer wie etwa die unkomplizierte Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen, günstige Kredite vom Staat, massive Steuererleichterungen für Gründer und Investoren oder der Aufbau der „Station F“, dem in Paris angesiedelten Start-up Campus, zeigten, wie ernst Frankreich es mit den Start-ups meint. „Wenn Deutschland nicht aufpasst und nicht noch mehr für Start-ups tut als bisher, werden unsere französischen Nachbarn uns bei der Finanzierung von Jungunternehmen bald überholt haben“, warnt der Experte.

Die größte Einzelfinanzierung über gut 580 Millionen Euro erhielten im vergangenen Jahr die Jungunternehmer von FarFetch in Großbritannien, die Designermode über ein E-Commerce-Geschäftsmodell anbieten. Die deutschen Start-ups Auto1 und About You bekamen 460 Millionen beziehungsweise 264 Millionen Euro. Die viertgrößte Finanzierungsrunde steckte das britische Fintech-Unternehmen Funding Circle ein.

Bisher zeigen sich die Start-ups in London relativ widerstandsfähig gegen die Folgen des Brexits. „Sowohl im FinTech als auch im Technologiebereich gibt es zahlreiche vielversprechende Jungunternehmen, bei denen britische Investoren nach wie vor großes Potenzial sehen, trotz des drohenden Brexits“, meint EY-Partner Lennartz.

Zwar sei nicht vollkommen auszuschließen, dass London in Zukunft an Anziehungskraft für Gründer und Investoren verlieren werde, wenn der Brexit tatsächlich komme. Die Prognose eines Exodus an Investoren und Start-ups aus London sei allerdings eher ein Schauermärchen und nicht die Wirklichkeit, meint der Experte für Wagniskapital.

Neugründungen in London könnten durch Brexit zurückgehen

„London hat eine sehr aktive Digital- und Investoren-Szene. Insofern liegt ein intaktes lokales Ökosystem vor, das über den Brexit hinaus funktioniert“, sagt Julian Riedlbauer, Partner bei GP Bullhound. Außerdem hätten größere Digital-Firmen aus der britischen Hauptstadt ihre Kunden nicht nur in London, sondern europaweit und weltweit. Insofern seien sie von einem Brexit nicht so stark betroffen.

Anders könnte es bei Neugründungen aussehen: „Ich vermute, dass Neugründungen von Start-ups in London durch den Brexit etwas zurückgehen und sich auf andere Städte in Europa verlagern. Diesen Effekt sieht man in den Zahlen zum eingeworbenen Kapital aber noch nicht, weil Neugründungen grundsätzlich am Anfang in frühen Phasen nur wenig Geld einsammeln und sich in der Statistik nicht so bemerkbar machen“, ergänzt Riedlbauer.

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